Tolle Moral, keine Punkte

- 19 Tore in zweiter Hälfte reichten nicht

Nach dem glatten Einzug ins REWE Final 4 musste die SG Flensburg-Handewitt einen ersten Rückschlag im neuen Jahr einstecken. In der Nachholpartie der LIQUI MOLY HBL musste sie aufgrund einer nicht so guten ersten Halbzeit bei den Füchsen Berlin eine 31:32 (12:18)-Niederlage hinnehmen. Die besten Torschützen waren Emil Jakobsen (8/3), Jim Gottfridsson (6) und Simon Pytlick (6).

Nach ersten intensiven Abwehr-Aktionen fasste sich Teitur Einarsson zwei Mal ein Herz. Das eine Mal per Durchbruch, das andere Mal ein Strahl – die ersten Tore waren erzielt. So viele mehr folgten vorerst allerdings nicht. Berliner Rasanz sowie einige Verlegenheitswürfe gegen eine offensiv interpretierte Abwehr summierten sich zu einem 3:8-Fehlstart. Als es so aussah, dass die SG etwas besser ins Spiel kommen könnte, hatte Lasse Møller einen unglücklichen Einstand. Er schien auf dem Weg zum 7:9, hatte aber erst hinter der Wechselzone das Spielfeld betreten. Zeitstrafe statt Tor-Jubel! Die Unterzahl verloren die Gäste mit 0:2. Ein Paraden-Minus und eine doppelte Unterzahl mündeten in einem herben 8:15-Rückstand. Früh packte Nicolej Krickau seine grüne Karte zum zweiten Mal auf den Kampfrichtertisch. Bis zur Halbzeit war nur eine überschaubare Ergebnis-Kosmetik möglich.

Begeisternde Einstellung in der zweiten Hälfte
Nur 30 Sekunden nach Wiederbeginn setzte Simon Pytlick eine erste Duftnote. Zwei Ballverluste stoppten aber eine schnelle Aufholjagd – die Füchse führten wieder mit sieben Treffern. Kevin Møller war nun gut in der Partie, Jim Gottfridsson verkürzte auf 19:23. Marko Kopljar kassierte die dritte Zeitstrafe. Die Füchse retteten sich im nächsten Angriff immer wieder vor einem passiven Spiel und schlossen dann doch noch erfolgreich ab. Ärgerlich! Ebenso ein verworfener Siebenmeter von Emil Jakobsen. Beim 20:26 schien endgültig alles verloren. Moral und Wille waren aber intakt. Jim Gottfridsson ging mit gutem Beispiel voran und schloss zum 23:26 ab. Mit einem Pass bediente der Schwede seinen Kreisläufer Johannes Golla, der auf 25:27 verkürzte. Acht Minuten vor Schluss wackelten die Berliner. Die SG demonstrierte eine tolle Attitude, steckte nie auf und war 15 Sekunden vor Ende sogar bis auf einen Treffer ran. Eine Minute zuvor hatte Tor Nummer 32 der Füchse echten „Wembley-Charakter“. Schade, aber die zweite Hälfte macht Vorfreude auf das fast ausverkaufte Heimspiel gegen den HC Erlangen (Sonntag, 16.30 Uhr).
 

Füchse Berlin – SG Flensburg-Handewitt     32:31 (18:12)
Füchse Berlin: Milosavljev (15/1 Paraden) – Darj (3), Tollbring (2), Andersson (7), Lichtlein (3), Lindberg (5/4), Gidsel (7), Kopljar, Marsenic (5), Drux
SG Flensburg-Handewitt: Buric (3 Paraden), K. Møller (8 Paraden, ab 31., bei einem 7m) – Pytlick (5), Golla (5), Einarsson (3), Mensah, Gottfridsson (6), Jørgensen, Hansen (2), Horgen, Pedersen, Jakobsen (8/3), Blagotinsek, L. Møller (2)
Schiedsrichter: Kuttler/Merz (Meckenbeuren/Oberteuringen); Zeitstrafen: 10:12 Minuten (Kopljar 6, Marsenic 2, Drux 2 – Hansen 4, L. Møller 2, Jakobsen 2, Blagotinsek 2, Jørgensen 2); Rote Karte: Kopljar (41., dritte Hinausstellung); Siebenmeter: 4/4:4/3 (Jakobsen scheitert an Milosavljev); Zuschauer: 8496
Spielverlauf: 2:0 (4.), 3:1 (5.), 4:3 (6.), 8:3 (9.), 8:5 (13.), 9:6 (15.), 11:6 (18.), 12:8 (19.), 15:8 (23.), 16:10 (26.), 18:11 (29.) – 18:13 (31.), 19:14 (32.), 21:14 (33.), 22:15 (34.), 23:16 (35.), 23:19 (38.), 24:20 (41.), 26:20 (43.), 26:23 (48.), 27:25 (51.), 28:26 (53.), 30:26 (55.), 31:27 (56.), 32:29 (59.)