Der aktuelle Gegner ging auf Rang 14 in die Januar-Pause, punktgleich mit Abstiegsplatz 17. Bei den Franken hat man sich gewiss mehr erhofft. Sie sind aber auch ein Opfer einer verdammt ausgeglichenen LIQUI MOLY HBL, in der man mit nur zwei Siegen mehr bereits in einstelligen Dimensionen träumen darf. Der HC Erlangen, der seine Heimspiele stets in der Nachbarstadt Nürnberg austrägt, ist seit 2016 ununterbrochen erstklassig und kann durchaus als etablierte Größe bezeichnet werden. Die auffälligste sommerliche Veränderung fand auf der Trainerbank statt. In Hartmut Mayerhoffer wurde ein Trainer verpflichtet, der schon mit Bietigheim und Göppingen im Handball-Oberhaus arbeitete. „Der HCE hat einen sehr beeindruckenden Weg unternommen und sich ein gutes Umfeld mit einer tollen Halle sowie einer guten Stimmung der tollen Fans aufgebaut“, meinte der 53-Jährige bei seinem Antritt. Der bisherige Chef-Coach Raúl Alonso gab seine Doppel-Funktion auf und konzentrierte sich wieder voll auf seine Aufgabe als Sportdirektor.
Veränderungen am Kader
Der HC Erlangen hat eine homogene Truppe beisammen. Es überragt nicht ein ausgewiesener Goalgetter, es droht die Gefahr von allen Positionen in ähnlicher Stärke. Im Rückraum stellen der deutsche National-Linkshänder Christoph Steinert, Spielmacher Nico Büdel und Simon Jeppsson, von 2017 bis 2020 bei der SG unter Vertrag, die erste Wahl dar. Die Flügelzange bilden der Schwede Hampus Olsson und Linksaußen-Eigengewächs Christopher Bissel. Im Tor steht Klemen Ferlin, der mit Slowenien Sechster bei der jüngsten Europameisterschaft wurde. Die Abwehr vor ihm formiert sich nun anders. Kapitän Sebastian Firnhaber erlitt kurz vor Weihnachten einen Kreuzbandriss und fällt den Rest der Saison aus. Für die Defensive bringt der im Sommer verpflichtete Spanier Gedeon Guardiola viel Erfahrung ein. Vorne wird nun Tim Zechel am Kreis die meiste Last tragen. Außerdem wurde im Januar mit Stefan Bauer ein weiterer Kreisläufer verpflichtet, der zuletzt Abwehrchef des Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen war. Auf dem Spielfeld dominiert weitgehend der gewachsene Stamm. Der Schwede Jonathan Svensson sorgte in der letzten Serie noch mit Ystads IF für Furore in der EHF European League, muss sich nun aber hinten anstellen. Stephan Seitz gilt als Linkshänder-Talent. Dagegen wurde der Vertrag mit Spielmacher Veit Mävers nach nur einem halben Jahr „aus sportlichen Gründen“ wieder aufgelöst. Einen anderen Kontrakt erhielt indes der ehemalige Nationalspieler Johannes Sellin: Er ist nun Co-Trainer.