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Rasmus Lauge
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Viel Spielfluss

08.10.2014 -VELUX EHF Champions League: 35:28 – den zweiten Heimsieg in der Tasche

Das war doch schon ein kleiner Paukenschlag! Die SG Flensburg-Handewitt hat in der aktuellen VELUX EHF Champions League den zweiten Sieg folgen lassen. Am Mittwochabend schlug sie in einer sehenswerten Partie den polnischen Vertreter Wisla Plock mit 35:28 (21:16). "Ich bin sehr glücklich, wie wir aufgetreten sind", strahlte SG Trainer Ljubomir Vranjes. "Gerade für die ersten 30 Minuten mache ich meiner Mannschaft ein Kompliment." SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke ergänzte: "Für die Zuschauer, die in der Halle waren, war das sicherlich ein Erlebnis. Mit dieser Leistung hätte die Mannschaft eine ausverkaufte FLENS-ARENA verdient."

Zu Beginn registrierten die SG Fans einen Flügelzangen-Tausch. Im Gegensatz zur Partie am Sonntag fingen diesmal Anders Eggert und Bogdan Radivojevic auf den Außenbahnen an. Obwohl der Rückraum mit der gewohnten Aufstellung startete, agierte er zunächst etwas ungestüm. Die französischen Schiedsrichter pfiffen mehrere technische Fehler ab. So hatte zunächst nur die Schar der Wisla-Anhänger etwas zu bejubeln. 1:6 – ein kapitaler Fehlstart. „Ich war trotzdem nicht nervös", verriet Ljubomir Vranjes später. „Mattias Andersson hat ein paar Bälle nicht erwischt, wo ich dachte, dass er sie bekommen würde, und der Angriff leistete sich ein paar Missgeschicke. Aber ich habe auch gesehen, dass die Abwehr stand."

Sehr zielstrebig: Thomas Mogensen.

In der Tat waren ja erst knapp sechs Minuten gespielt – und die SG zeigte sich überhaupt nicht beeindruckt. Zunächst erarbeitete sie sich einige Siebenmeter, die Anders Eggert gewohnt sicher verwandelte. Dann wurden die Spielzüge immer konsequenter. Anders Eggert zielte von Linksaußen elegant: Das 6:7 war bereits sein fünf Treffer. Auch der Rückraum drehte auf. Drasko Nenadic zauberte einen Hattrick auf die Platte: Das 9:9 war der erste Ausgleich, die „Hölle Nord“ tobte. Thomas Mogensen war praktisch überall: am Kreis, in der Mitte und auf der linken Seite. Mit einem Doppelschlag warf der Däne das 11:10 heraus. Die Hallen-Moderation durfte endlich die erste Führung verkünden. 

Es war ein Tempo-Spiel mit vielen sehenswerten Toren. Holger Glandorf wuchtete das „Runde“ unter die Latte. 15:12! Bogdan Radivojevic düste über die Platte und feierte beim Abdrehen das 20:15. Fünf Tore Vorsprung – das war eine echte Ansage, die Mattias Andersson mit einer Doppel-Parade unmittelbar vor der Halbzeit-Sirene unterstrich. „Flensburg hat wirklich mit einer ungeheuren Dynamik gespielt und hat großartigen Handball gezeigt", sagte Wisla-Coach Manolo Cadenas und verriet, dass er die SG als Parade-Beispiel für Willensstärke verwendet: „Dieses Team hat in der letzten Serie bewiesen, was alles möglich ist, wenn man nur an seine eigene Stärke glaubt."

Sehr treffsicher: Anders Eggert.

Die ersten fünf Minuten im zweiten Durchgang begannen weitaus besser als die in der ersten Hälfte. Jacob Heinl traf vom Kreis, Bogdan Radivojevic schloss den nächsten Gegenstoß ab. Das 23:16 ärgerte Manolo Cadenas, der nach nur 90 Sekunden bereits sein Team-Time-Out nahm. Diese Maßnahme konnte die SG aber nur kurzzeitig aufhalten. Nachdem das Polster auf vier Treffer zusammengeschmolzen war, zündete die SG aus der Defensive heraus impulsive Gegenstöße, die Bogdan Radivojevic oder Holger Glandorf mit Feuer vollendeten. Beim 29:21 die nächste Auszeit des polnischen Gasts! „Unsere Mannschaft ist willens, wieder voll an ihre Stärken anzuknüpfen", lobte Dierk Schmäschke. 

Es ging eigentlich nur noch um Ergebnis-Kosmetik, die Wisla aber etwas zu energisch betrieb. Beim 30:26 legte Ljubomir Vranjes seine grüne Karte auf den Zeitnehmer-Tisch. Mattias Andersson leitete mit einer Glanzparade das Ende von acht torlosen Minuten ein. Den fälligen Gegenstoß schloss Hampus Wanne zum 31:26 ab. Für die Glanzlichter der Schlussphase sorgte Mattias Andersson: Der Keeper wehrte gleich zwei Siebenmeter ab und löste damit stehende Ovationen aus. „Er war in der zweiten Hälfte sehr stark", lobte Dierk Schmäschke. „Auch für Drasko Nenadic und Bogdan Radivojevic habe ich mehr sehr gefreut." Drasko Nenadic erschien diesmal im Schlepptau von Ljubomir Vranjes zur Pressekonferenz. „Heute haben wir unseren wahren Charakter gezeigt", freute sich der Serbe und blickte zur anderen Seite. „Wisla hat auch sehr gut gespielt."

Aufgedreht: Drasko Nenadic. Fotos: Ki.

SG Flensburg-Handewitt – Wisla Plock 35:28 (21:16)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (20/2 Paraden), Møller (bei einem 7m) – Karlsson, Nenadic (7), Eggert (6/4), Glandorf (6), Mogensen (7), Wanne (1), Kaufmann, Jakobsson, Heinl (1), Zachariassen, Radivojevic (7)
Wisla Plock: Wichary (7 Paraden), Corrales (8 Paraden, bei einem 7m, ab 31.) – Kwiatkowski, Daszek, Racotea (4), Tioumentsev (3), Wisniewski, Pusica (1), Ghionea (7/3), Rocha (4/2), Syprzak (2), Zelenovic (5), Montoro (1),Nikcevic (1)
Schiedsrichter: Pichon/Reveret (Frankreich); Zeitstrafen: 10:4 Minuten (Heinl 4, Nenadic 2, Glandorf 2, Zachariassen 2 – Wisniewski 2, Rocha 2); Siebenmeter: 4/4:7/5 (Andersson hielt gegen Syprzak und Ghionea); Zuschauer: 3517
Spielverlauf: 0:3 (3.), 1:6 (6.), 3:6 (7.), 4:7 (9.), 6:7 (10.), 7:9 (12.), 9:9 (15.), 9:10 (16.), 13:10 (20.), 14:12 (22.), 15:13 (23.), 17:13 (26.), 18:15 (27.), 20:15 (29.) – 23:16 (32.), 24:17 (33.), 24:20 (36.), 27:20 (30.), 29:21 (42.), 30:22 (45.), 30:26 (49.), 31:26 (53.), 32:28 (56.)   

Von: ki

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