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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

Lasse Svan machte Tor 10.000

12.11.2014 -DKB Handball-Bundesliga: 32:26 – Tempo und Jubiläums-Treffer

Die SG Flensburg-Handewitt hat in ihrem sechsten Heimspiel der DKB Handball-Bundesliga den fünften Sieg errungen. Am Abend bezwang sie den VfL Gummersbach mit 32:26 (14:11). „Insgesamt hat die Einstellung gestimmt, aber ich bin nicht 100-prozentig zufrieden", bilanzierte SG Trainer Ljubomir Vranjes. „In der ersten Hälfte hat mir die nötige Konsequenz auf dem Weg zum Tor gefehlt, da waren wir etwas zu bequem." Dierk Schmäschke pflichtete ihm bei, erinnerte aber auch an die enorme Belastung der Akteure. „Ich habe es mal durchgerechnet: Bis Weihnachten haben wir alle 79 Stunden ein Spiel", erklärte der SG Geschäftsführer. „Wenn man das berücksichtigt, steckt die Mannschaft das Pensum hervorragend weg."

Im Vergleich zu den letzten Heimspielen begann die SG mit einer runderneuerten rechten Angriffsseite: Bogdan Radivojevic und Johan Jakobsson fingen diesmal an und legten VfL-Keeper Carsten Lichtlein gleich die ersten Konter ins Netz. 2:0 – vom Start weg hatte die SG ein Mini-Polster. Die 6:0-Abwehr sowie Keeper Mattias Andersson arbeiteten effektiv. Gummersbach wusste mit Gegenstößen bis zum 5:4 dagegenzuhalten. Dann traf Thoma Mogensen mit einem abgezockten Wurf, und auch Lars Kaufmann, der diesmal in der Startaufstellung stand, überwand Carsten Lichtlein. 7:4! Gegen die keineswegs  zu unterschätzenden Gummersbacher hatte die SG relativ schnell ihren Rhythmus gefunden. Mit einem Blitz-Vortrag markierte der eingewechselte Holger Glandorf das 10:6. Anders Eggert erhöhte in Unterzahl von Linksaußen auf 11:7. „Rückkehrer“ Florian von Gruchalla wusste zu gefallen und hielt sein aktuelles Team auf Schlagdistanz. Die Gäste gaben keineswegs klein bei. Emir Kurtagic stellte seine offensive Abwehr-Formation in einer Auszeit neu ein. „Wir haben alternativ zu unseren sonstigen Gepflogenheiten ein 5:1-System vorbereitet", erklärte VfL-Trainer Emir Kurtagic. „Man macht sicherlich nichts falsch, wenn man den Gegner mit einer ungewöhnlichen Maßnahme zu stören versucht."

Holger Glandorf traf diesmal fünf Mal.

In der Tat: Die SG Offensive musste satte zehn Minuten ohne Erfolgserlebnis auskommen. Eigene Unzulänglichkeiten paarten sich mit Paraden von Carsten Lichtlein. Zudem fiel Jacob Heinl zwischenzeitlich aus, da er wegen einer Magen-Verstimmung in der Kabine verschwand. Ljubomir Vranjes nahm ein Team-Time-Out, doch letztendlich war es Mattias Andersson, der in dieser Phase den Ausgleich verhinderte. Die letzten fünf Minute vor der Pause lief es wieder deutlich besser. Über Holger Glandorf und Anders Eggert glückten Tempo-Kombinationen. Eine unschöne Szene direkt vor der Pause: Anders Zachariassen prallte böse mit Mark Bult zusammen. Pfeifkonzerte in der FLENS-ARENA! Der Niederländer erhielt eine Zeitstrafe, der Däne hatte sich die Nase gebrochen. „Das war keine Absicht, Mark Bult hat sich gleich entschuldigt", merkte Emir Kurtagic in der Pressekonferenz an.

Jacob Heinl musste ein paar Pausen einlegen.

Am Kreis musste Drasko Nenadic aushelfen. Die SG ließ sich von diesem Personal-Engpass nicht beirren und zog dynamische Angriffe auf. Holger Glandorf warf das 17:13, und nun dachte auf den Rängen alles an den schon vor Spielbeginn eingeleiteten Countdown. Der 19. Treffer des Tages würde das 10.000 SG Tor in der FLENS-ARENA überhaupt bedeuten. Holger Glandorf war mit einem satten Pfund für die Nummer 9999 zuständig. Dann hielt Mattias Andersson und leitete sofort einen Gegenstoß ein. Lasse Svan vollendete zum 19:13 und heimste stehende Ovationen ein. Ob der Rechtsaußen wusste, warum die Fans aus dem Häuschen waren? „Ich habe vor der Partie gelesen, dass die SG vor diesem Jubiläum stand, dann aber nicht mehr daran gedacht", verriet der Schütze später. „Als die Zuschauer so intensiv jubelten, hatte ich es sofort verstanden. Dieses Tor war ein besonderer Spaß."

Auf den achten Mann war Verlass.

Das Spiel beherrschte die SG nun, die beiden Punkte waren aber noch nicht endgültig im Sack. Gut, das Jacob Heinl nun wieder mitwirken konnte. Durch viel Angriffselan hielt die SG den Abstand gegen nie aufsteckende Gummersbacher, die aber angesichts der effektiven Hausherren nicht aufholen konnten. „Meine Mannschaft hat bis zum Schluss alles gegeben, sie hat sich nur zwischenzeitlich ein paar Ballverluste zu viel erlaubt", meinte Emir Kurtagic. „Steht auf, wenn ihr Flensburg seid“, schallte es neun Minuten vor dem Ende durch das Rund. Zufriedenheit pur! Auffällig in der Schlussphase: Hampus Wanne agierte auf Linksaußen, hatte aber zugleich einen eindeutigen Drang in den Rückraum. Dafür tauchte Lars Kaufmann urplötzlich auf dem linken Flügel auf und hob den Ball zum 30:22 in die Maschen. „Ich habe etwas für die nächsten Wochen probiert", verriet Ljubomir Vranjes nach dem Abpfiff. Der Grund: Jim Gottfridsson wird in diesem Jahr nicht mehr zum Einsatz kommen. Am Montag wird der Schwede in seiner Heimat ein zweites Mal am Fuß operiert. „Unsere Ärzte und die der schwedischen Nationalmannschaft haben sich abgesprochen", erklärte Dierk Schmäschke. „Außerdem ist die Lebensgefährtin von Jim hochschwanger, sodass sich auch deshalb eine OP in Schweden anbietet."

Thomas Mogensen: Augen zu und durch. Fotos: Ki

SG Flensburg-Handewitt – VfL Gummersbach 32:26 (14:11)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (19 Paraden), Møller (bei einem 7m) – Karlsson, Nenadic, Eggert (4/1), Glandorf (5), Mogensen (7), Svan (2), Wanne (3), Kaufmann (5), Jakobsson (1), Heinl (3), Zachariassen, Radivojevic (2)
VfL Gummersbach: Lichtlein (9 Paraden), Puhle (3 Paraden, ab 45.) – Schroeter (2), Schindler (2), Santos (9/3), von Gruchalla (3), Schröder (2), Larsson (2), Becker (1), Ernst (1), Kühn (1), Persson (2), Jonsson, Bult (1/1)
Schiedsrichter: Hartmann/Schneider (Magdeburg/Barleben); Zeitstrafen: 6:6 Minuten (Glandorf 2, Jakobsson 2, Heinl 2 – Jonsson 2, Bult 2, Becker 2); Siebenmeter: 1/1:1/1; Zuschauer: 5327
Spielverlauf: 2:0 (3.), 3:2 (5.), 4:3 (7.), 5:4 (9.), 7:4 (11.), 8:6 (14.), 10:6 (15.), 11:7 (16.), 11:10 (24.), 13:10 (29.) – 15:11 (32.), 16:13 (34.), 20:13 (41.), 21:14 (42.), 22:16 (45.), 24:17 (47.), 25:19 (49.), 27:20 (51.), 28:22 (53.), 30:22 (55.), 30:25 (58.), 31:26 (60.)   

Von: ki

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