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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

Ein schwerer Gang

03.09.2014 -DKB Handball-Bundesliga: 31:26 – der erste Auswärtssieg

Die SG Flensburg-Handewitt verabschiedete sich mit einem Sieg in das Katar-Abenteuer. Am vierten Spieltag der DKB Handball-Bundesliga glückte beim TuS N-Lübbecke ein 31:26 (15:13). „Wir haben um die beiden Punkte hart kämpfen müssen“, meinte SG Coach Ljubomir Vranjes. „Aber mit viel mehr als dem Ergebnis können wir nicht zufrieden sein. Ich habe doch viele müde Beine gesehen.“

An der zuletzt erfolgreichen Startaufstellung hatte der Schwede nicht gerüttelt. Dennoch stotterte der Motor. Die SG-Schützen leisteten sich gegen TuS-Keeper Nikola Blazicko so manchen Fehlwurf, die Ordnung und das richtige Tempo im Angriff fehlten etwas. Das nutzten die ersatzgeschwächten Gastgeber geschickt. Nach einem pfeilschnellen Gegenstoß erzielte der Kreisläufer Christian Klimek das 6:4. Da hatte bereits Lars Kaufmann das Parkett betreten. Er führte sich sehr gut ein und brachte seine Farben mit einem Doppelschlag mit 6:7 in Führung. Auch Holger Glandorf war sehr aktiv. Im Nachfassen ergatterte der Linkshänder den Ball und beförderte ihn zum 7:9 in die Maschen. Die SG befand sich nun in einer guten Phase und schien das Zepter frühzeitig fest an sich zu reißen. Die Deckung eroberte den Ball, Lasse Svan konterte und erhöhte auf 9:12.

Holger Glandorf markierte zwölf Treffer.

Urplötzlich ein Bruch: Die Hausherren starteten eine Mini-Serie. Die Merkur-Arena kochte, als der TuS das Blatt zum 13:12 wendete – und das trotz eines kurz zuvor genommenen Team-Time-Outs der SG.  „Nettelstedt“-Rufe erschallten, um kurz darauf wieder abzuebben. Die SG hatte einen treffsicheren Holger Glandorf, der mit einem lupenreinen Hattrick für den Halbzeitstand sorgte. „Er war unser Held“, sagte Ljubomir Vranjes später. „Leider war er so gut wie allein auf weiter Flur. Es war wohl in den Köpfen meiner Spieler, dass bei Lübbecke zwei Leistungsträger kurzfristig ausgefallen waren.“

Der Kampfgeist des Gastgebers war nicht kleinzukriegen. Den Auftakt des zweiten  Durchgangs gestaltete er sehr munter. Vier Erfolgserlebnisse feierten sie in den ersten fünf Minuten nach Wiederbeginn, die SG indes kam nur über Jacob Heinl zu etwas Zählbarem. 17:16 – da brannte es wieder unter dem Hallendach. „Wir haben heute gesehen, dass unsere jungen neuverpflichteten Spieler die erhoffte Qualität besitzen“, lobte TuS-Trainer Dirk Beuchler. „Der Knackpunkt kam, als wir uns binnen Kürze zwei Zeitstrafen einfingen.“ Da war Schluss mit lustig. Vor allem Holger Glandorf kannte keinen Spaß, was Lübbecker Siegesträume anging. Seine Würfe flutschten aus allen Lagen ins Netz. Besonders sehenswert auch das 17:22 von Drasko Nenadic, dem aus unmöglichem Winkel ein Billard-Tor gelang.

Thomas Mogensen sucht die Lücke. Fotos: Ki

Auszeit, Torwart-Wechsel – Lübbecke setzte noch einmal alles auf eine Karte und provozierte die SG damit zu leichten Fehlern. Die Westfalen liefen zwei Gegenstöße. Als es 23:25 hieß, wurde es Ljubomir Vranjes zu bunt. Er zückte die grüne Karte. Zwar war dem TuS noch der Anschluss vergönnt, doch ein eiskalt verwandelter Siebenmeter von Anders Eggert, eine Parade von Mattias  Andersson gegen Ramon Tauabo und ein weiterer „Strich“ von Holger Glandorf leiteten die endgültige Entscheidung ein. „Ljubo war gezwungen, bis zum Schluss mit seiner besten Besetzung zu spielen – daran sieht man, wie gut wir heute waren“, analysierte Dirk Beuchler. Ljubomir Vranjes fasste das Ganze etwas nüchterner zusammen: „Mit unserer bislang erreichten Bilanz bin ich zufrieden – aber wir können besser spielen.“

Lars Kaufmann sucht seine Mitspieler.
 

TuS N-Lübbecke – SG Flensburg-Handewitt  26:31 (13:15)
TuS N-Lübbecke: Blazicko (12/2 Paraden), Semisch (1 Parade, 47.-52., bei einem 7m) – Langhans, Tauabo (9/4), Pieczkowski (4), Huljina, Dissinger (2), Schubert, Schöngarth (8), Klimek (1), Remer (2)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (16 Paraden), Møller (bei einem 7m) – Karlsson, Nenadic (2), Eggert (5/4), Glandorf (12), Mogensen (2), Svan (3), Wanne, Kaufmann (3), Heinl (4)
Schiedsrichter: Brodbeck/Reich (Metzingen); Zeitstrafen: 6:4 Minuten (Langhans 2, Dissinger 2, Shöngarth 2 – Karlsson 2, Heinl 2); Siebenmeter: 4/4:6/4 (Eggert scheitert zwei Mal an Blazicko); Zuschauer: 1500
Spielverlauf: 0:1 (2.), 2:1 (5.), 3:2 (7.), 4:4 (11.), 6:4 (12.), 6:7 (15.), 7:9 (18.), 9:10 (20.), 9:12 (21.), 13:12 (25.) – 15:15 (32.), 17:16 (36.), 17:22 (43.), 19:23 (45.), 20:25(47.), 24:25 (52.), 24:27 (53.), 26:28 (55.) 

 

Von: ki

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