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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

Buric, Wanne und viel Krampf

(sh:z; Jannik Schappert) Platz vier und der Heimvorteil im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League sind im Sack. Beim HC Zagreb krampften sich die Handballer der SG Flensburg-Handewitt dank einer ganz starken Leistung von Torwart Benjamin Buric zu einem 22:21 (9:11)-Erfolg und nahmen Revanche für die 29:31-Pleite im Hinspiel. Zugleich hat der Bundesliga-Tabellenführer den dritten Platz in Gruppe B am Mittwoch (19 Uhr) gegen HBC Nantes nun in der eigenen Hand. Dieser ist wichtig, um in einem möglichen Viertelfinale den Staffelsiegern FC Barcelona und Paris Saint-Germain aus dem Weg zu gehen.

Eine Woche Pause, Anreise mit der Charter-Maschine, alle 16 Spieler an Bord – die Bedingungen vor der schweren Aufgabe in Zagreb stimmten für die SG. Das Angriffsspiel im ersten Durchgang aber überhaupt nicht. Neun Tore bei 22 Versuchen sprachen für sich. Die Mannschaft von Maik Machulla scheiterte immer wieder an Zagrebs Keeper Urh Kastelic, aber auch an sich selbst. Zwei Siebenmeter blieben ebenso ungenutzt wie mehrere freie Abschlüsse, dazu spielten die Gäste zwei Überzahlsituationen schlecht aus. Nach 19 Minuten stand es 8:5 für die Kroaten, die mit einem Sieg an der SG vorbeiziehen konnten.

„Wir haben im Angriff keine Lösung gefunden“, monierte Machulla. Der SG-Coach reagierte. Er brachte Jim Gottfridsson – der Schwede feierte nach rund fünfwöchiger Verletzungspause sein Comeback –, Johannes Golla und Simon Jeppsson. Das Trio verhalf dem Flensburger Angriff zu mehr Kontur, gerade mit Golla hatte Zagreb Probleme. Der Bald-Nationalspieler erzielte in der 34. Minute die erste SG-Führung (12:11) seit dem 3:2, Hampus Wanne legte nach.

Waren es die technischen Probleme in der Halle, die Flensburg wieder aus dem Tritt brachten? Zumindest zeigte der deutsche Meister nach einer fast fünf Minuten langen Unterbrechung seine in dieser Saison öfters gesehene Champions-League-Fratze. Wenig Tempo im Angriff, Würfe aus schlechten Positionen, dafür aber eine starke Deckungsarbeit und jede Menge Buric (15 Paraden) – ein Krimi bahnte sich an. Zagreb legte in den Schlussminuten stets vor, der bis dahin indisponierte Rasmus Lauge, Magnus Jöndal und Lasse Svan zogen zum 20:20 gleich.

Dann ein Ballgewinn, und der beste SG-Werfer Hampus Wanne (neun Tore) erzielte 110 Sekunden vor Schluss die Führung, die Anders Zachariassen vom Kreis ausbaute. „Am Ende war etwas Glück dabei“, meinte Machulla. Matchwinner Benjamin Buric freute sich über den Sieg gegen seinen Zwillingsbruder Senjamin – und sagte mit einem Augenzwinkern: „Wir sehen uns beim Final Four.“