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Karlsson
Grenzenlose Leidenschaft

Vergeblich nach Stabilität gesucht

19.09.2018 -VELUX EHF Champions League: 29:31 – Rückschlag gegen Zagreb

Wie gewonnen, so zerronnen: Die SG Flensburg-Handewitt verlor ihr erstes Heimspiel in der VELUX EHF Champions League und muss sich in der Staffel B mit nunmehr 2:2 Punkten begnügen. Das Endergebnis gegen den HC PPD Zagreb lautete 29:31 (16:16). „Wir haben dieses wichtige Spiel leider verloren und den perfekten Start verpasst“, sagte ein enttäuschter SG Trainer Maik Machulla. Der Jubel gehörte den Gästen. „Es ist ein besonderer Tag, zuvor hatte ich noch in Flensburg gewonnen“, strahlte Zagrebs Dauerbrenner Zlatko Horvat. „Gratulation an die SG für ein gutes Spiel, mein Team war heute exzellent.“

Jeder Angriff ein Treffer – die Anfangsphase gehörte den Offensivreihen. Bei der SG tat sich zunächst besonders Lasse Svan hervor. Beim 4:3 hatte er bereits zum dritten Mal eingelocht. Allerdings ließ auch Zagreb keinen Wurf aus. Der ungewohnte Mittelblock mit Anders Zachariassen und Simon Hald – Tobias Karlsson war erkältet – musste sich noch formieren. Als sich bei der SG einige technische Fehler einschlichen, zog der kroatische Meister auf 5:9 davon. Maik Machulla legte früh seine erste grüne Karte auf den Kampfrichtertisch – und wechselte früh seine Torhüter. Torbjørn Bergerud kam nach dem Team-Timeout und setzte schnell erste Akzente.

Wieder königliche Atmosphäre in der FLENS-ARENA.

Zur Pause wieder alles offen
Dennoch war es ein hartes Stück Arbeit, den Rückstand aufzuholen. Der kroatische Meister zog sein Offensivspiel bis an die emotionale Schmerzgrenze und operierte oft auch mit sieben Feldspielern. „Zagreb war sehr clever und kam letztendlich zu einfach durch unsere Abwehr“, stellte Anders Zachariassen fest. Die Zuschauer spendeten eifrig stehende Ovationen. Rasmus Lauge verkürzte mit einem Hattrick auf 10:12. Holger Glandorf steckte auf Anders Zachariassen durch, der das 11:13 markierte. Erst unmittelbar vor der Pause lag die SG wieder gleichauf: Hampus Wanne schloss einen Gegenstoß ab. Nochmals eroberte die SG den Ball. Es blieben noch 20 Sekunden, aber mehr als ein Freiwurf sprang nicht heraus. Wobei: Für Simon Jeppsson wäre die schmale Lücke zwischen fünfköpfiger Mauer und Zagrebs Gehäuse fast genug gewesen. Der Ball knallte an die Latte – ein staunendes Raunen im Rund. „Als wir die vier Tore Rückstand aufgeholt hatten, dachte ich, wir hätten ins Spiel gefunden“, sagte Anders Zachariassen. „Leider wiederholten sich dann die Fehler.“

Senjamin und nicht Benjamin Buric kommt zum Wurf.

Tobias Karlsson mit Kurzeinsatz
Mit Wiederbeginn legte die SG einen Fehlstart hin. Fast acht Minuten glückte ihr kein Erfolgserlebnis. Auch eine tollkühne Parade von Torbjørn Bergerud gegen Leon Susnja und die Unterstützung der Fans konnte die Hausherren zunächst nicht auf Kurs bringen. Dann erblickte Jim Gottfridsson ein breites Scheunentor in der HC-Deckung. Zum Glück war Zagreb noch nicht allzu weit enteilt. „Jetzt geht`s los!“, skandierten die Ränge. Maik Machulla entschied sich für einen Blockwechsel im Abwehrzentrum: Tobias Karlsson stellte sich für einen Kurzeinsatz zur Verfügung und packte nun gemeinsam mit Johannes Golla die Defensivarbeit an.

Nur zweiter Sieger gegen Zagrebs Torwart
Richtig in Schwung kam die SG an diesem Abend nicht und rannte permanent einem Rückstand hinterher. Zu oft waren die Schützen nun gegen Zagrebs Keeper Urh Kastelic nur zweiter Sieger. „Wir haben nie unser Level erreicht“, musste Maik Machulla erkennen. „Wir machten zu viele einfache Fehler, und gegen Zagrebs 7:6-Angriff standen wir manchmal über eine Minute und kassierten trotzdem noch ein Gegentor – so wird es sehr schwer, selbst Druck aufzubauen.“ Trainer-Legende Lino Cervar fasste zusammen: „In der ersten Halbzeit hatten wir keinen Torwart, dafür aber im zweiten Durchgang. Außerdem haben wir im Angriff gute Lösungen gefunden, während die Deckung mit wechselnden Formationen hervorragende Arbeit geleistet hat.“

Kurzer Einsatz für Tobias Karlsson. Fotos: Ki

SG Flensburg-Handewitt – HC PPD Zagreb 29:31 (16:16)
SG Flensburg-Handewitt: Buric (bis 13., Bergerud (11 Paraden) – Karlsson, Golla (2), Hald (1), Glandorf, Svan (7), Wanne (2), Jeppsson (3), Jøndal (3/3), Zachariassen (1), Gottfridsson (3), Lauge (3), Rød (4)
HC PPD Zagreb: Kastelic (13 Paraden), Jovic – Ereš, Mrakovcic, Bozić-Pavletić, Kontrec (1), Burić (1), Sršen (6), Horvat (7/2), Susnja, Potočnik, Jotić (1), Ravnić, Qerimi (4), Mandić (8), Bičanic (3)
Schiedsrichter: Raluy Lopez/Sabroso Ramirez (Spanien); Zeitstrafen: 6:8 Minuten (Karlsson 2, Hald 2, Lauge 2 – Mandic 4, Buric 2, Potocnik 2); Siebenmeter: 3/3:2/2; Zuschauer: 3125
Spielverlauf: 1:0 (1.), 2:2 (3.), 4:3 (8.), 4:5 (8.), 5:5 (8.), 5:9 (12.), 6:10 (16.), 7:11 (17.), 9:11 (19.), 10:13 (21.), 12:14 (23.), 13:15 (25.), 14:16 (28.) – 16:19 (35.), 17:21 (41.), 19:41 (42.), 20:23 (43.), 21:25 (46.), 23:26 (49.), 23:28 (51.), 25:28 (54.), 26:30 (57.), 27:31 (59.)

 

Von: ki