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Karlsson
Grenzenlose Leidenschaft

Hochkonzentrierte Leistung der SG

16.11.2017 -DKB Handball-Bundesliga: 38:23 – Schützenfest in der „Hölle Nord"

Die SG Flensburg-Handewitt gestaltete auch ihr siebtes Heimspiel in der DKB Handball-Bundesliga erfolgreich. Nach dem 38:23 (20:9) über den TV Hüttenberg verbesserte sie sich auf den zweiten Platz, da die Rhein-Neckar Löwen am Abend in Melsungen verloren. „Wie man gesehen hat, hatte meine Mannschaft viel Spaß“, sagte SG Trainer Maik Machulla. „Wenn man – wie wir in den letzten Tagen – guten und erfolgreichen Handball spielt, dann steckt man auch kleine Wehwehchen und sonstige Widrigkeiten weg.“ TVH-Coach Emir Kurtagic musste anerkennen: „Der Gegner war in allen Belangen klar besser als wir und hat uns überrannt.“

Was war das für ein lupenreiner Auftakt! Zwei Mal lief Mattias Andersson zur Hochform, einmal traf der TV Hüttenberg nur den Pfosten und leistete sich überdies einen Ballverlust – die ersten vier Angriffe der Hüttenberger mündeten in vier Gegenstößen der SG. Drei Mal war Anders Zachariassen der dankbare Abnehmer, zwischendurch traf auch Magnus Rød. 4:0 – bereits nach 3:51 Minuten nahmen die Gäste ihr erstes Team-Timeout. Gleich danach versiebte der sonstige Haupttorschütze Daniel Wernig gegen Mattias Andersson einen Siebenmeter. Die SG blieb am Drücker. Hampus Wanne konterte kurz darauf zum 8:1. „Mir gefiel, wie meine Mannschaft von Anfang an die nötige Lockerheit hatte und dabei stetig den Druck hochhielt“, lobte Maik Machulla.

Anders Zachariassen war nicht zu stoppen.

Die SG spielte schnell, ließ den Gegner kaum Zeit, um sich in der  Deckung zu formieren. Und wenn doch einmal ein Positionsangriff absolviert werden musste, ließen sich die Hausherren von einer offensiven Abwehr nicht stoppen. „Wir fanden dort keinen Zugriff“, beobachtete Emir Kurtagic. „Vorne haben wir uns einige Male zu schnell den Abschluss genommen, kassierten dann ein Gegentor, was die Köpfe zunehmend nach unten drückte.“ Kontinuierlich wuchs der Vorsprung. Mattias Andersson begeisterte die Fans mit seiner zehnten Paraden, Lasse Svan startete zum Konter und traf zum 16:6. Mit der Halbzeit-Sirene glänzte der Rechtsaußen mit einem Heber vom rechten Flügel. 20:9 – bereits nach 30 Minuten feierte die „Hölle Nord“ den Sieg. Einziger Wermutstropfen: Magnus Rød war mit der linken Hand an einem Trikot hängen geblieben und schied frühzeitig aus. Er musste ins Krankenhaus, wo die Verletzung genauer untersucht wurde.

Die Kollegen des jungen Norwegers kehrten früh aus der Kabine zurück, während die Hüttenberger viel zu besprechen hatten. Mit einer extrem offensiven Abwehr versuchten sie kurzfristig ihr Glück, ließen sich aber wie Slalomstangen austanzen. Marius Steinhauser düste zum 23:10, einmal mehr Anders Zachariassen tauchte frei auf und erhöhte auf 25:11. Die folgende Auszeit überbrückten die Fans mit Gesängen und inszenierten sogar eine kleine Welle. „Einmal Flensburg, immer Flensburg!“

Holger Glandorf musste mehr spielen, als er sollte.

Nach der kurzen Besprechung fingen sich die Hüttenberger und profitierten von einigen Unaufmerksamkeiten der SG, die sich bei einer solch klaren Führung naturgemäß einschleichen. Die Gastgeber blieben aber immer Herr im eigenen Haus. „Phasenweise sah es in der zweiten Hälfte bei uns ganz gut aus“, meinte Emir Kurtagic. „Für die SG war es aber einfach nicht gut genug.“ Holger Glandorf entdeckte die nächste Lücke und markierte das 30:18. Und noch waren 14 Minuten zu spielen. Würde die ominöse 40er Marke fallen? Maik Machulla legte darauf nicht den Schwerpunkt, sondern war mehr darin interessiert, die Belastung unter seinem Personal sorgsam zu verteilen. Kevin Møller stand nun im Kasten. Thomas Mogensen agierte wegen Ermangelung an Linkshändern aus dem rechten Rückraum heraus. Jacob Heinl, Henrik Toft Hansen oder Anders Zachariassen bildeten die neue Mittelblock-Formation. „Letztendlich haben alle gespielt“, verriet Maik Machulla. „Eigentlich wollte ich einige Spieler komplett schonen, fand aber zehn Minuten vor Schluss, dass auch Tobias Karlsson mal eine Pause haben sollte.“

Tobias Karlsson: Vorzeitig Schluss. Fotos: Ki

Trotz aller Wechsel-Arien war die Effizienz groß genug, um sich der Traummarke zu nähern. Der unermüdliche Anders Zachariassen erhöhte mit seinem elften (!) Treffer auf 37:23. Simon Jeppsson spazierte gen leeres TVH-Gehäuse, netzte ein und geriet angesichts der herrschenden Stimmung in Ekstase. Der Schwede hatte den Endstand markiert, da Kentin Mahé einen letzten Strafwurf „verzauberte“. Das Handball-Fest störte dieses unbedeutende Missgeschick längst nicht mehr. „Gegen Brest hat sich unsere Mannschaft wieder eine volle Halle verdient“, sagte SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke. „Unsere Mannschaft steigert sich stetig, wobei einige Spieler noch längst nicht am Ende ihrer Entwicklung angekommen sind.“

Marius Steinhauser traf in der zweiten Hälfte drei Mal.

SG Flensburg-Handewitt – TV Hüttenberg  38:23 (20:9)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (12/1 Paraden), Møller (7 Paraden, ab 45.) – Karlsson, Glandorf (3), Mogensen (5), Svan (5), Wanne (4), Jeppsson (1), Steinhauser (3), Heinl, Zachariassen (11), Toft Hansen, Lauge (4), Mahé (1/1), Rød (1)
TV Hüttenberg: Ritschel (1 Parade), Schomburg (4 Paraden) – Rompf (1), Hofmann (1), Wernig (5/1), Hahn, Sklenak (1), Mappes (1), Stefan (1), Roth (2), Johannsson (2), Lipovina (6), Lambrecht (1), Zörb (1), Fernandes (1)
Schiedsrichter: Blümel/Loppaschewski (Berlin); Zeitstrafen: 6:10 Minuten (Lauge 2, Glandorf 2, Karlsson 2 – Rompf 2, Wernig 2, Roth 2, Hahn 2, Lipovina 2); Siebenmeter: 2/1:2/1 (Mahé verwirft – Wernig scheitert an Andersson); Zuschauer: 5543
Spielverlauf: 5:0 (6.), 8:1 (11.), 9:3 (16.), 10:4 (17.), 12:4 (19.), 14:5 (20.), 16:6 (24.), 18:7 (28.), 19:9 (30.) – 21:9 (31.), 23:10 (33.), 25:11 (35.), 26:12 (37.), 26:14 (38.), 27:16 (42.), 29:17 (45.), 31:19 (47.), 34:19 (52.), 35:20 (54.), 35:22 (56.), 36:23 (58.)

 

Von: ki