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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

31:23 gegen Partizan

07.02.2013 -VELUX EHF Champions League: Mit der Konkurrenz gleichgezogen

Souverän hat die SG Flensburg-Handewitt das vorletzte Heimspiel in der Gruppenphase der VELUX EHF Champions League gemeistert. Sie schlug den serbischen Meister RK Partizan Belgrad mit 31:23 (17:13). Damit schob sie sich zwischen die Kontrahenten Chekhovskie Medvedi und HSV Hamburg, die sich am Nachmittag mit 29:29 getrennt hatten, auf Platz zwei der Gruppe A. Die Tabelle im Blick hatte Ljubomir Vranjes diesmal allerdings nicht. „Wichtig war es nur, dass wir gewinnen", sagte der SG-Trainer. „Ich hatte großen Respekt vor Partizan, zumal wir das schwere Pokalspiel vom Dienstag in den Knochen hatten."

Der blaue Königsklassen-Teppich war ausgelegt, die Flens-Arena erstrahlte in einer ganz anderen Atmosphäre als noch 48 Stunden zuvor. Die Aufstellung hatte ein etwas anderes Gesicht. Die prägnanteste Änderung: Michael Knudsen blieb 60 Minuten auf der Bank, während sich Jacob Heinl und Youngster Morten Dibbert die Spielanteile am Kreis teilten. „Ich musste die Kräfte dosieren", erklärte Ljubomir Vranjes. „Der Pokalsieg ist erst zwei Tage alt, und am Sonntag folgt in Balingen schon das nächste schwere Spiel."
Seine Truppe versuchte dennoch, schnell klare Verhältnisse herzustellen. Bereits nach fünf Minuten setzte sich Jacob Heinl zum zweiten Mal am Kreis durch und besorgte das 4:1. Auch Lars Kaufmann hatte einen guten Start: Das 7:4 war bereits sein drittes Tor. Doch der RK Partizan wehrte sich tapfer, pirschte sich mehrmals tapfer heran. Selbst als das Dänen-Trio um Thomas Mogensen, Anders Eggert und Lasse Svan Hansen drei Gegenstöße in kurzer Folge gelaufen war und ein 11:6 herausgeworfen hatte, ließen die Serben nicht locker. Sieben Minuten vor der Pause hieß es urplötzlich 13:13. „Das war ein ziemliches Auf und Ab", bekannte Ljubomir Vranjes. „Wir können es besser. Körper und Köpfe waren heute müde."
Ein ernsthaftes Gefühl, dass die SG an diesem Abend in die Bredouille geraten könnte, stellte sich in der Flens-Arena nicht ein. Stattdessen ließ sich das Publikum von einem Debütanten-Ball begeistern. Zunächst krönte Olafur Gustafsson (12:10), dann Florian von Gruchalla (15:13) die persönliche Königsklassen-Premiere mit einem Tor. Hinten machten die 6:0-Abwehr und Mattias Andersson die Scheune bis zur Halbzeit dicht.

Die SG-Abwehr packt entschlossen zu. Fotos: Ki

In den ersten zehn Minuten nach Wiederbeginn machte die SG bereits alles klar. Beim 25:17 ließ Anders Eggert die „Hölle Nord" jubeln. Einen größeren Vorsprung sollte es an diesem Abend nicht mehr geben. „Wir wollten Belgrad beweisen, dass hier nichts zu holen ist", sagte Morten Dibbert. „Das ist uns vor dem Hintergrund des anstrengenden Dienstag-Spiels recht gut gelungen." Partizan-Coach Aleksandar Brkovic räumte ein: „Der Gegner hat zwar diesmal nicht seine volle Stärke entfaltet, aber wir haben zu viele Bälle im Angriff verloren."
In der Schlussphase glänzte zeitweise die hohe Handballkunst. Lasse Svan Hansen drehte den Ball perfekt oder passte quer durch den Kreis auf Landsmann Anders Eggert, der per Kempa-Trick abschloss. Der Linksaußen deutete zudem in Unterzahl sein verborgenes Rückraum-Talent an und schloss trocken aus der zweiten Reihe ab. Der einzige Wermutstropfen: Nur zwei Tore fehlten zur Tabellenführung. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Am nächsten Mittwoch geht es gegen Ademar Leon in der VELUX EHF Champions League weiter. 

Lasse Svan Hansen schlug auch mal einen Purzelbaum.

 

SG Flensburg-Handewitt – RK Partizan Belgrad  31:23 (17:13)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (17 Paraden) – Karlsson, Eggert (7/1), Glandorf (4), Mogensen (4), Svan Hansen (5), Weinhold (3), Dibbert, Heinl (3), Gustafsson (1), Voigt, von Gruchalla (1), Kaufmann (3)
RK Partizan Belgrad: Vasic (ab 52; 2 Paraden), M. Radovanovic (11 Paraden) – Milosevic, V. Ilic (4), Mester (2), Radanovic, Pavlovic (2), Kajganic, Radivojevic (5), A. Radovanovic (3), N. Ilic, Ivosevic (2), Mitrovic (3), Marsenic (2), Potic
Schiedsrichter: Cohen/Peretz (Israel); Zeitstrafen: 4:4 Minuten (Karlsson 2, Dibbert 2 – Radanovic 2, Ivosevic 2); Siebenmeter: 2/1:0 (Eggert trifft die Latte); Zuschauer: 3317
Spielverlauf: 1:1 (2.), 4:1 (5.), 5:3 (9.), 7:4 (12.), 7:6 (12.), 11:6 (16.), 11:10 (20.), 13:11 (22.), 13:13 (23.) – 17:14 (31.), 18:15 (33.), 22:15 (40.), 22:17 (41.), 25:17 (43.), 25:19 (47.), 27:19 (49.), 27:21 (52.), 28:23 (57.)

Von: ki