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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

SG bleibt cool

17.05.2013 -DKB Handball-Bundesliga: 37:26 – in der zweiten Hälfte aufgedreht

Die SG Flensburg-Handewitt verbuchte ihren achten Auswärtssieg in der DKB Handball-Bundesliga und bleibt damit auf Königsklassen-Kurs. Am Freitagabend setzte sie sich beim Neuling TV Neuhausen mit 37:26 (18:17) durch. „Das war eine schwere erste Halbzeit", meinte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke. „Doch dann hat die Mannschaft aggressiver gedeckt und die Aufgabe souverän gelöst."

Es war lange keine einfache Geburt. Vielleicht lag es daran, dass die SG den Start quasi aus dem Ärmel geschüttelt hatte. Die Gäste trugen die Angriffe schnell und präzise vor. Thomas Mogensen bediente Holger Glandorf, und der lochte ein. Im nächsten Angriff legte der Linkshänder ab auf Lasse Svan Hansen, der auf Rechtsaußen durchsauste. 3:6 hieß es nach nur etwas mehr als sieben Minuten. TVN-Coach Markus Gaugisch nahm bereits seine Auszeit.

Die kam zur richtigen Zeit. Die Offensive der Südlichter war nun spürbar besser eingestellt und brachte die 6:0-Abwehr der Nordlichter immer häufiger in Bedrängnis. Es entwickelte sich ein kleines Tor-Festival, das die Zuschauer in Tübingen zunehmend in Ekstase versetzte. Marcel Schiller glich zum 7:7 aus und nach 19 Minuten besorgte Nicolai Theilinger das 12:11 für die Gastgeber.

Dieses Ergebnis war schnell wieder Makulatur. Bereits im Gegenzug stellte Holger Glandorf den Ausgleich her. Zwei Angriffe weiter fasste sich Thomas Mogensen ein Herz und beförderte den Ball zum 12:13 in die Maschen. Die Abwehr stabilisierte sich allerdings nicht, sodass sich das Kopf-an-Kopf-Rennen fortsetzte. Das bessere Timing hatte die SG: Thomas Mogensen legte auf Arnor Atlason auf, der mit der Pausensirene das 17:18 warf. Zufriedenheit herrschte dennoch nicht. „Wir haben uns in der Abwehr nicht gut angestellt", gab Thomas Mogensen zu. „Wir haben den Neuhausenern zu viel Platz gelassen, sodass sie sich gut in 1:1-Situationen durchsetzen konnten."

So ließ sich die SG nur selten festmachen.

Den Wiederbeginn verschlief die SG ein wenig, lief zwei Mal in einen Gegenstoß der Neuhausener. Marcel Schiller lochte zum 19:18 ein. Tübingen stand Kopf: Was für ein Einstand in der zweiten Hälfte! Doch die SG blieb cool und ließ verdammt schnell den Druck aus dem Ventil. Die 6:0-Abwehr stand nun defensiver, die Hausherren fanden kaum noch Lücken. Sören Rasmussen steigerte sich im Kasten. Vorne lief es weiter rund: Allen voran Holger Glandorf war einmal mehr nicht zu stoppen und drehte mit einem Doppelschlag das Blatt. Von ihm ließen sich die anderen mitreißen. Der Linkshänder bediente Kreisläufer Michael Knudsen und es hieß 19:23. Fünf Treffer in Serie in nur vier Minuten – die Lektion saß in der Paul-Horn-Arena.

Holger Glandorf war nicht zu stoppen.

Die SG war nun auf Kurs. Holger Glandorf packte ein weiteres Geschoss aus und markierte mit seinem zehnten Treffer das 21:27. Acht Minuten lang blieben die Hausherren ohne Torerfolg. Auch eine Auszeit verpuffte. Die SG setzte sich bis auf 21:30 ab und brachte die beiden Punkte frühzeitig in den sicheren Hafen. „Wir wussten, dass es sehr schwer werden würde, wenn man hier nicht richtig fokussiert ist", sagte ein zufriedener Thomas Mogensen und formulierte einen Wunsch: „Nun wollen wir die letzten drei Saisonspiele auch noch gewinnen."

Ab durch die Mitte: Steffen Weinhold.
Fotos: Beate Haar (3), Eibner Pressefoto (3)


TV Neuhausen – SG Flensburg-Handewitt 26:37 (17:18)

TV Neuhausen: Bauer, M. Becker – Theilinger (2), A. Becker (3), Schuldt, Trost (2), Reusch (1), Schiller (10/5), Heib (1), Klingler, Michalik (2), Büdel (3), Möck, Schröder (2)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson, Rasmussen – Karlsson, Atlason (5), Eggert (5/3), Glandorf (11), Mogensen (5), Svan Hansen (3), Weinhold (3), Heinl, Knudsen (5)
Schiedsrichter: Behrens/Fasthoff (Düsseldorf); Zeitstrafen: 2:4 Minuten (Büdel 2 – Heinl 2, Atlason 2); Siebenmeter: 6/5:3/3 (Schiller scheitert an Rasmussen); Zuschauer: 2167
Spielverlauf: 2:1 (4.), 3:3 (6.), 3:6 (8.), 5:6 (10.), 7:7 (12.), 8:8 (13.), 8:10 (15.), 10:10 (18.), 12:11 (20.), 12:13 (23.), 14:14 (25.), 15:16 (28.), 17:17 (30.)  – 19:18 (33.), 19:23 (37.), 21:24 (40.), 21:30 (48.), 23:30 (48.), 23:32 (50.), 24:35 (56.), 26:36 (58.)

Von: ki