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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

SG auf Platz 5

21.11.2012 -DKB Bundesliga: 31:21 – SG klärt im zweiten Abschnitt die Fronten

Trotz des Engpasses im Rückraum hat die SG Flensburg-Handewitt die Aufgabe beim VfL Gummersbach insgesamt souverän gemeistert. Mit dem 31:21 (16:13) rückte die Truppe von Ljubomir Vranjes auf den fünften Platz der DKB Bundesliga vor. „Wir schauen im Moment nicht auf die Tabelle", sagte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke. „Viel wichtiger ist es, dass die Mannschaft heute ein Wir-Gefühl transportiert hat. Ein Kompliment an alle: Wir jammern nicht, wir stehen zusammen."

Der frischgebackene Neuzugang Olafur Gustafsson war natürlich nicht mit nach Gummersbach, er kommt erst am Samstag. Und so musste die SG mit ihrem knappen Personal auskommen. Wie erwartet rotierten zunächst Thomas Mogensen und Maik Machulla im linken und mittleren Rückraum. Für das erste Sahnestück sorgte aber Linksaußen Anders Eggert, der danach drei Siebenmeter folgen ließ. 3:4 – mehr war zunächst nicht drin!

Es war klar, dass die SG vor einem Gang auf dem Zahnfleisch stand. Die Gummersbacher feierten zwei Führungen, ehe die SG über den rechten Rückraum Akzente setzte. „Ich war ziemlich müde, hatte Schwierigkeiten ins Spiel zu kommen", bekannte Holger Glandorf später. Nach gut zehn Minuten brach der Linkshänder aber zwei Mal konsequent durch. Steffen Weinhold markierte mit einem Gegenstoß das 6:7. Im SG-Gehäuse zeigte Mattias Andersson seine ersten Paraden und lief sich warm. Mit einem tückischen Aufsetzer sorgte Thomas Mogensen, der seinen 250. Einsatz im SG-Trikot bestritt, für das 7:9.

Steffen Weinhold agierte nun als Spielmacher – und demonstrierte auch Wurfgewalt. 7:11 – VfL-Trainer Emir Kurtagic entschied sich zum Team-Time-Out. Die SG-Abwehr fand in dieser Phase kein Mittel gegen Dennis Krause, der immer wieder aus der zweiten Reihe traf. Aber immerhin: Beim Pausentee stand ein 13:16 auf der Anzeigetafel.

Wirklich beruhigend war das natürlich noch nicht. Im zweiten Durchgang schien die SG, die Partie zunehmend zu kontrollieren. 16:21 hieß es nach einem Konter von Anders Eggert. Doch Gummersbach gab noch nicht bei, zumal die SG einige klare Gelegenheiten liegen ließ. Anders Eggert scheiterte mit einem Siebenmeter an VfL-Keeper Borko Ristovski, der mit einem sehenswerten Fuß-Reflex auch einen freien Ball des eingewechselten Florian von Gruchalla entschärfte.

Die Oberbergischen hofften noch einmal auf eine Wende, schafften es aber nicht, näher als auf drei Treffer heranzurücken. Die Abwehr der SG stand sehr solide. Florian von Gruchalla hatte nun ein gutes Händchen und erzielte drei der nächsten vier SG-Treffer. „Ich fand es bemerkenswert, dass alle Spieler in der Lage waren, Verantwortung zu übernehmen", lobte Dierk Schmäschke.

Steffen Weinhold bricht durch. Fotos: Ingrid Anderson-Jensen

19:26 lautete der Spielstand nach 50 Minuten. Und als Sören Rasmussen das Parkett für seinen 100. SG-Einsatz betrat und einen Siebenmeter von Vedran Zrnic parierte, war der Drops gelutscht. Damit war der Zeitpunkt der Youngster gekommen: Malte Voigt von der Siebenmeter-Linie und Morten Dibbert vom Kreis sorgten für die Schlusspunkte. „Wir wollten eine kompakte Abwehr stellen und uns früh absetzen", fasste Holger Glandorf zusammen. „Das gelang vor allem in der zweiten Hälfte, sodass wir am Ende unsere alten Hasen schonen konnten."

Bei den Gummersbachern herrschte verständlicher Weise Katerstimmung. „Wir wussten um die Verletzungssorgen der Flensburger und wollten ihnen einen heißen Tanz bieten", sagte VfL-Linkshänder Adrian Pfahl. „Wir haben es der SG leider zu einfach gemacht." Bei den Gästen blickte man schon nach vorne. „Dieses Wir-Gefühl wollen wir auch am Sonntag gegen den HSV Hamburg sehen und leben", kündigte Dierk Schmäschke an. Die Flens-Arena ist fast ausverkauft.

Den Schlusspunkt setzte Morten Dibbert.

 

VfL Gummersbach – SG Flensburg-Handewitt 21:31 (13:16)
VfL Gummersbach: Ristovski (11/1 Paraden) – Mladenovic, Krause (5), Putics (4), Lützelberger (1), Pfahl (3), Sprem (3), Zrnic (4/2), Kopco, Teppich, Gaubatz (1), Wiencek
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (18/1 Paraden), Rasmussen (1/1 Parade; bei einem 7m) – Karlsson, Machulla, Eggert (8/5), Glandorf (4), Mogensen (6), Svan Hansen (3), Weinhold (2), Dibbert (1), Heinl (1), Voigt (1/1), von Gruchalla (5), Knudsen
Schiedsrichter: Hartmann/Schneider (Magdeburg/Barleben); Zeitstrafen: 6:2 Minuten (Kopco 2, Putics 2, Pfahl 2 – Svan Hansen 2); Siebenmeter: 4/2:7/6 (Rasmussen hält gegen Zrnic, Andersson gegen Wiencek – Eggert scheitert an Ristovski); Zuschauer: 1742
Spielverlauf: 0:2 (4.), 1:3 (6.), 3:3 (7.), 5:4 (11.), 6:5 (12.), 6:8 (17.), 7:11 (20.), 9:12 (23.), 11:13 (27.), 12:15 (29.) – 13:18 (32.), 15:18 (33.), 16:21 (36.), 18:21 (37.), 19:22 (43.), 19:26 (50.), 20:29 (55.)

Von: ki