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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

Oktoberfest in Franken

30.09.2012 -DKB Bundesliga: 29:23 – erster Auswärtssieg für die SG

Die SG Flensburg-Handewitt bleibt in der DKB Bundesliga ungeschlagen. Im vierten Saisonspiel landete sie beim TV Großwallstadt ihren ersten Auswärtssieg. Insgesamt gestaltete sich das 29:23 (13:11) souverän. „Wir haben uns heute auf die Defensive konzentriert", bilanzierte ein zufriedener SG-Coach Ljubomir Vranjes. „23 Gegentore sind gut. In der DKB Bundesliga haben wir bislang wirklich ein sehr hohes Niveau in unserer Deckung, und Mattias Andersson bringt gute Leistungen."

Der Schwede hatte zwei ehemalige TVG-Akteure in seiner Startaufstellung auf die Platte geschickt: Steffen Weinhold und Mattias Andersson. Beide hatten zunächst kein Glück: Der Linkshänder traf den Pfosten, der Torwart musste mit ansehen, wie der erste Siebenmeter von Maximilian Holst an ihm vorbeiflog. Die ersten Sequenzen täuschten aber über den Verlauf. Die SG dominierte zusehends das Geschehen. Hinten parierte Mattias Andersson, und seine Vorderleute trafen nun besser.

Steffen Weinhold erzielte mit seinem zweiten Tor das 3:6. Die TVG-Bank reagierte und tauschte die Keeper: Andreas Wolff kam für Martin Galia. Der Wechsel hatte durchaus seine Wirkung. Anders Eggert oder Lasse Svan Hansen fanden ihren Meister. Einen Gegenstoß verwandelte Michael Spatz zum 7:7. Auch die Großwallstädter hatten ihre Stärken hinten. „Es ist nicht einfach gegen ihre Abwehr", erzählte Ljubomir Vranjes später. „Egal wer beim TVG auf der Platte steht: Es geben alle 100 Prozent."

Das zwischenzeitliche Remis weckte die SG wieder auf. Die TVG-Deckung wusste sich in dieser Phase gegen die SG-Akteure nur mit Fouls zu helfen. Anders Eggert verwandelte die Strafwürfe sicher. Arnor Atlason und Jacob Heinl mischten nun mit. Beim 9:13 (28.) hatten sich die Gäste erstmals ein ansehnliches Polster erarbeitet, das bis zur Pause wieder abschmolz. Andreas Wolff war häufiger ein Spielverderber. „Man muss diesen jungen Torwart loben", staunte nicht nur Ljubomir Vranjes. „Besonders die Würfe, die er aus sechs Metern abgefangen hat, haben mich beeindruckt."

Die Partie war als „Oktoberfest“ angekündigt, entsprechende Stimmung wollte in Aschaffenburg nach dem Seitenwechsel nicht mehr aufkommen. Die Franken hatten nach Wiederbeginn den ersten Angriff und hofften auf den Anschluss. Mattias Andersson hatte etwas dagegen. Im Gegenzug erkämpfte sich Michael Knudsen einen Siebenmeter. Auf Anders Eggert war einmal mehr Verlass. 11:14! Lasse Svan Hansen und Thomas Mogensen bauten den Vorsprung schnell aus. „Ich hatte ein spannenderes Spiel erwartet", konstatierte TVG-Trainer Peter David. „Wir wussten, wie viel Kraft bei der SG das Spiel gegen Montpellier gekostet hatte. Leider haben wir den Auftakt in die zweite Hälfte verpennt."

Die SG hatte praktisch alles im Griff. Pass auf Michael Knudsen – und der Kreisläufer netzte zum 15:22 ein. Es folgte nur noch eine kleine Kribbelphase. Mit einer Vierer-Serie witterte der TVG letztmals Morgenluft. Die SG rannte sich fest in der Deckung, die Schiedsrichter zeigten Zeitspiel an, und Lasse Svan Hansen verwarf aus schlechter Position. Doch im Gegenzug scheiterte Cornelius Maas an Mattias Andersson. Besser machte es Thomas Mogensen, der zum 19:23 abschloss. Die SG kam wieder in die Spur und fuhr einen souveränen Sieg ein. Ljubomir Vranjes blickte beim Einsteigen in den Mannschaftsbus bereits nach vorne: „Wir fahren nun zurück nach Hause, haben ein Training, und dann geht es in Wetzlar weiter.“

Lars Kaufmann sieht die Lücke. Fotos: Anderson-Jensen

TV Großwallstadt – SG Flensburg-Handewitt  23:29 (11:13)
TV Großwallstadt: Galia (1 Parade), Wolff (19 Paraden; ab 10.) – Spatz (3), Bühler, Thiede, Graubner (3), Eisenkrätzer (2), Holst (9/8), Larsson (3), Jakobsson, Kaufmann (2), Köhrmann (1), Maas
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (19 Paraden), Rasmussen (bei vier 7m) – Karlsson, Atlason (3), Eggert (11/7), Glandorf (1), Mogensen (4), Svan Hansen (3), Weinhold (2), Heinl, Voigt, Kaufmann (2), Knudsen (3)
Schiedsrichter: Schulze/Tönnies (Magdeburg); Zeitstrafen: 8:10 Minuten (Graubner 4, Kaufmann 2, Larsson 2 – Knudsen 4, Eggert 2, Heinl 2, Kaufmann 2); Siebenmeter: 8/8:7/7; Zuschauer: 2602
Spielverlauf: 1:0 (4.), 1:2 (6.), 2:2 (7.), 2:4 (8.), 3:6 (12.), 4:7 (15.), 7:7 (20.), 7:10 (23.), 9:13 (28.) – 11:16 (35.), 13:17 (38.), 14:18 (40.), 14:20 (42.), 15:22 (44.), 19:22 (47.), 20:24 (51.), 22:25 (52.), 22:29 (60.)

Von: ki