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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

Remis in Hamburg

12.09.2012 -DKB Bundesliga: 25:25 – die SG bleibt ungeschlagen

Besser als in den letzten Jahren! Die SG Flensburg-Handewitt entführte zum ersten Mal seit einer halben Dekade in der DKB Bundesliga wieder etwas Zählbares aus Hamburg. Am Ende gab es beim HSV ein 25:25 (13:14)-Unentschieden. Große Freude herrschte im SG-Lager allerdings nicht. „Wir hätten aus dieser Partie mehr herausholen können“, ärgerte sich SG-Trainer Ljubomir Vranjes. „Das waren mir zu viele leichte Fehler, die der HSV bestraft hat.“

Direkt vor dem Anpfiff haben sie sich umarmt: Dan Beutler und Mattias Andersson. Kurz darauf standen sie sich die  beiden Torleute gegenüber. Wohlwissend, dass es in Spitzenspielen immer mit auf die Schlussleute ankommt. Den jeweils ersten Angriff lochten Pascal Hens und Anders Eggert ein. Dann präsentierten sich erstmals die Keeper: Mattias Andersson parierte gegen Hans Lindberg, Dan Beutler kaufte Thomas Mogensen und Holger Glandorf den Schneid ab.

Der HSV hatte zunächst leichte Vorteile mit ihren Rückraum-Assen Pascal Hens und Domagoj Duvnjak, zumal eine frühe Zeitstrafe gegen den agilen Steffen Weinhold die SG belastete. Mehr als auf zwei Tore zogen die Hausherren aber nicht davon. Das schockte die SG keineswegs. Frech in der Abwehr, schnell im Gegenzug – Lasse Svan Hansen konterte zum 7:7.

Mattias Andersson wehrte so manchen Ball ab.

Jacob Heinl musste zwei Minuten auf der Bank abbrummen. In Unterzahl kam Arnor Atlason, doch auch der Isländer konnte nicht verhindern, dass die SG mit 7:10 in Rückstand geriet. Auf Mattias Andersson war nun Verlass. Einen Wurf von Marcin Lijewski fing er mit beiden Händen. Siebenmeter für den HSV! Hans Lindberg versuchte es mit einem Heber – und sah, wie sich der schwedische Keeper mächtig lang machte und den Ball ins Toraus lenkte.

Im Gegenzug schloss Lasse Svan Hansen aus dem Rückraum ab. 10:10! Die Hanseaten eroberten allerdings die Führung zurück und hatten die Chance, sich beim 14:12 abzusetzen. Die 6:0-Abwehr war aber auf der Hut. Thomas Mogensen sprintete davon und erzielte den Anschluss. Wenige Sekunden vor der Halbzeit-Sirene wehrte Mattias Andersson gegen Pascal Hens ab. Die Partie war absolut offen. „Wir waren hierhergekommen, um zu gewinnen", sagte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke. „Die Mannschaft hat entsprechend gekämpft."

Dem Wiederbeginn drückten die Torhüter ihren Stempel auf. Vier Minuten blieben die „Scheunen“ dicht, dann fand Steffen Weinhold die Lücke. Der HSV antwortete postwendend durch Pascal Hens. Mattias Andersson vereitelte in rascher Folge zwei Gegenstöße, doch gegen den frei am Kreis durchbrechenden Igor Vori war auch der Schwede machtlos. 16:14! Die Zwei-Tore-Führung der Gastgeber war allerdings abermals nur eine Momentaufnahme. „Die Mannschaft hat gekämpft, aber die Beine waren doch etwas schwer", beobachtete HSV-Coach Martin Schwalb. „In einigen Situationen hätte ich mir etwas mehr Durchsetzungsvermögen gewünscht."

Steffen Weinhold findet die Lücke.

Lars Kaufmann setzte sich toll durch. 17:17! Eine Führung – das wäre doch etwas! Nach 46 Minuten war das tatsächlich der Fall: Lars Kaufmann schloss humorlos ab. 19:20! Und weil es so schön war, legte Thomas Mogensen nach. 19:21! Die SG-Fans waren hellauf begeistert. Doch kurz darauf ein Zeitstrafen-Doppelpack gegen die SG! Die 4:6-Unterzahl überstanden die Gäste zwar halbwegs schadlos, kurz darauf sorgte Blazenko Lackovic aber für das 22:22.

Der HSV hatte Torwart Enid Tahirovic als „Joker“ auf der Platte, die SG nun Michael Knudsen. Der Hamburger wehrte einen Siebenmeter von Anders Eggert ab. Es wurde eine nervenaufreibende Angelegenheit. Domagoj Duvnjak setzte sich zum 25:24 durch, Thomas Mogensen glich wieder aus. Noch war eine Minute zu spielen. Die Arena jubelte, der Ball war im SG-Netz – doch die Schiedsrichter hatten ein Stürmerfoul von Blazenko Lackovic geahndet. Die SG hatte nun die Siegchance, Ljubomir Vranjes brachte Michael Knudsen als „fliegenden Torwart“, um eine Zeitstrafe gegen Tobias Karlsson auszugleichen. Eine echte Möglichkeit ergab sich aber nicht mehr. Der letzte Freiwurf von Holger Glandorf blieb in der HSV-Mauer hängen.

„Ich gratuliere der SG zum Punkt. Es ist schließlich nicht so einfach, bei uns etwas zu erreichen“, sagte Martin Schwalb. Ljubomir Vranjes nahm die Glückwünsche nicht an. „Im Vergleich zum letzten Jahr war das zwar ein gutes Ergebnis", sagte der Schwede. „Ich bin dennoch enttäuscht." Aus Spielerkreisen war Ähnliches zu hören. „Wir wollten in Hamburg zwei Punkte gewinnen", sagte Arnor Atlason. „Jetzt muss unser Blick nach vorne gehen." Nach einer 15-tägigen Spielpause wird am 27. September mit dem Heimspiel gegen Montpellier HB die VELUX EHF Champions League eröffnet.

Nach dem Schlusspfiff jubelte niemand. Fotos: Ki

 

HSV Hamburg – SG Flensburg-Handewitt 25:25 (14:13)
HSV Hamburg: Tahirovic (3/1 Paraden; ab 50.), Beutler (15/1 Paraden) – Duvnjak (5), Lackovic (3), Flohr, Lindberg (7/4), Kraus (1), Lijewski (1), Vori (2), Hens (6), Nilsson, Petersen
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (19/1 Paraden), Rasmussen (bei einem 7m) – Karlsson, Atlason (1), Eggert (4/1), Glandorf, Mogensen (7), Svan Hansen (7/1), Weinhold (4), Heinl, Kaufmann (2), Knudsen
Schiedsrichter: Fleisch/Rieber (Nellingen/Nürtingen); Zeitstrafen: 4:12 Minuten (Duvnjak 2, Flohr 2 – Weinhold 4, Heinl 4, Karlsson 2, Svan Hansen 2); Siebenmeter: 5/4:4/2 (Lindberg scheitert an Andersson – Eggert scheitert an Butler und Tahirovic); Zuschauer: 8947
Spielverlauf: 1:1 (3.), 3:1 (6.), 4:3 (10.), 6:4 (13.), 6:6 (15.), 7:7 (16.), 10:7 (18.), 10:10 (23.), 12:10 (25.), 13:11 (26.), 14:12 (28.) – 14:14 (35.), 16:14 (37.), 17:15 (38.), 17:17 (40.), 19:17 (43.), 19:21 (47.), 21:22 (50.), 23:22 (53.), 24:23 (58.), 25:24 (59.)

Von: ki