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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

EHF-Cup: Wieder über 40 SG-Tore

Die SG Flensburg-Handewitt besiegte auch im zweiten Aufeinandertreffen den israelischen Vertreter Maccabi Rishon Le Zion deutlich mit 43:25 (23:13). Zweifel am Einzug in die nächste Runde des EHF-Cups hatten schon vor dem Anpfiff nicht bestanden. Das Achtelfinale wird am Dienstag in Wien ausgelost. Einen Wunschgegner hat Ljubomir Vranjes nicht. „Wir sind einer der Favoriten im EHF-Cup“, sagte der Team-Manager. „Ich möchte ins Finale.“
Im Vergleich zum letzten Bundesliga-Spiel brachte SG-Trainer Per Carlén drei neue Gesichter. Anders Eggert und Torge Johannsen besetzten die Flügel, Johann Sjöstrand meldete sich zurück und stand 60 Minuten lang im Tor. „Er ist zwar zurück, 100 Prozent hat er aber noch nicht“, sagte sein Coach. Maccabi, das von zahlreichen Fans und israelischen Flaggen empfangen wurde, operierte mit langen Angriffen, um nicht ins offene Messer zu laufen. Das ging bis zur 5. Minute glänzend auf, als die SG lediglich mit 1:0 führte. Danach lief es bei der SG rund, die sich tempomäßig in ganz anderen Dimensionen bewegte als der Gast.
Postwendend folgten die ersten Gala-Tore. Anders Eggert zauberte binnen Kürze zwei Dreher hervor, den zweiten zum 4:1 fast von der Torauslinie. Die SG zog schnell davon, agierte im Abschluss zunächst sehr konsequent. Erst nach gut einer Viertelstunde unterlief dem SG-Angriff der erste Fehlwurf. Da stand es bereits 14:6, die israelische Bank nahm eine Auszeit. „Obwohl wir das Hinspiel mit 21 Toren Vorsprung gewonnen hatten, herrschte eine tolle Atmosphäre in der Campushalle“, bedankte sich Per Carlén bei den Zuschauern. „Das war ein tolles Gefühl für meine Mannschaft.“

Drei auf einen Streich: Yoav Neemann setzt sich durch.

Nach der kurzen Unterbrechung spielte Maccabi besser mit. Der flinke Linksaußen Roee Biton sorgte mit einem Dreher für Szenen-Applaus und das 16:9. Tobias Karlsson betrat nun erstmals das Parkett und erzielte gleich einen Treffer. Kurz vor der Pause schloss Torge Johannsen einen Gegenstoß ab. 23:13 – zum ersten Mal führte die SG mit zehn Toren Vorsprung. „Von solchen Spielen können wir viel lernen“, sagte Maccabi-Kapitän Yoav Neemann. „Zu Hause haben wir ziemlich schlecht gespielt, heute lief es schon besser.“
Eine besonders gute Phase hatte der Gast nach dem Wiederbeginn, als die SG ein paar Minütchen brauchte, um auf Hochtouren zu kommen. Dann klappte es aber richtig. Nachdem Torge Johannsen zum 30:15 (41.) eingelocht hatte, nahm Maccabi-Coach Gilar Moar seine Auszeit. Die SG stoppte das nicht. Anders Eggert setzte einen Heber zum 32:15 in die Maschen. Zwar beherrschte Yoav Neemann das gleiche Wurfbild, Anders Eggert hatte aber die richtige Antwort parat und gewann das „Heber-Festival“.
Patrik Fahlgren durfte nun auch in der Deckung ran, während Max Lipp sein europäisches Debüt feierte. Der 17-Jährige hatte nach exakt 52:14 Minuten seinen ganz großen Auftritt. Er brach durch und erzielte mit dem 37:21 seinen ersten Treffer für die SG-Bundesliga-Mannschaft überhaupt. Die „Hölle Nord“ war aus dem Häuschen. Wenige Sekunden vor dem Ende erzielte Anders Eggert das letzte SG-Tor. Er und der israelische Keeper Modi Sordo waren bereits in einem freundschaftlichen Small-Talk verwickelt, als Ariel Rosenthal den Schlusspunkt besorgte.

Max Lipp, die neue Nummer 2, machte sein erstes Tor.
Fotos: N. Kirschner



SG Flensburg-Handewitt – Maccabi Rishon Le Zion 43:25 (23:13)
SG Flensburg-Handewitt: Sjöstrand (14/1 Paraden) – Karlsson (2), Carlén (4), Eggert (10/2), Fahlgren (4), Mogensen (4), Johannsen (5), Heinl (6), Pettersson (5), Knudsen (2), Lipp (1)
Maccabi Rishon Le Zion: Strat (4 Paraden), Sordo (3 Paraden) – Luzon (1), Neeman (9/2), Friedmann (3/1), Biton (4), Matityahu (2), Birenbaum, Haber (1), Geva (3), Rosca, Rosenthal (2), Reuven (1)
Schiedsrichter: Cernavskis/Bogdanovs (Lettland); Zeitstrafen: 4:2 Minuten (Heinl 2, Mogensen 2 – Rosenthal 2); Siebenmeter: 2/2:4/3 (Rosenthal scheitert an Sjöstrand); Zuschauer: 3800
Spielfilm: 2:0 (5.), 4:1 (7.), 6:2 (9.), 8:3 (10.), 11:4 (13.), 15:6 (18.), 17:10 (23.), 21:13 (28.) – 23:14 (31.), 26:14 (37.), 32:15 (44.), 34:19 (50.), 38:21 (54.), 41:23 (59.)


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