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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

TOYOTA Bundesliga: 33:41 – beeindruckender Gast

Die SG Flensburg-Handewitt hat sich gegenüber der letzten Partie in Lübbecke deutlich gesteigert, musste sich dennoch dem THW Kiel deutlich mit 33:41 (17:21) geschlagen geben. „Der THW hat das beste Spiel dieser Saison gemacht“, gratulierte SG-Trainer Per Carlén. „Das war ein beeindruckendes Timing – und eine Lektion für uns.“ Während die Gäste wieder die Tabellenführung übernahmen, rutschte die SG auf den fünften Rang ab.
Zu „Auf in den Kampf“ marschierte das SG-Team in die „Hölle Nord“ ein. Eigentlich wie immer. Und doch war es diesmal irgendwie anders: Schon bei der Mannschaftsaufstellung stand die Halle komplett hinter ihren Lieblingen. Es war Derby-Time. Dennoch war auch Zeit für eine besondere sportliche Geste: SG-Sportdirektor Ljubomir Vranjes überreichte Thierry Omeyer einen Blumenstrauß – zur Wahl als Welthandballer des Jahres
Der Start verlief aus SG-Sicht etwas unglücklich. Die ersten Fehlwürfe beantwortete der THW gleich mit zwei sehenswerten Gegenstößen. 0:2! Zudem musste SG-Rechtsaußen Lasse Svan Hansen nach einem unglücklichen Zusammenprall auf der Bank behandelt werden, konnte aber nach kurzer Pause weiterspielen. Nach 2:36 Minuten sorgte Lars Christiansen aus sieben Metern für den ersten SG-Treffer. Dan Beutler startete gut im SG-Gehäuse, die SG konterte und glich aus. Ein Kieler Stürmerfoul nutzte die SG, Thomas Mogensen markierte das 4:3. Erstmals lag die SG vorne.
Es stand zunächst die gleiche Formation wie in Lübbecke auf dem Parkett. Doch dann entschied sich Per Carlén zeitweise für einen Doppelwechsel zwischen Angriff und Abwehr. Lasse Boesen und Thomas Mogensen setzten in der Offensive Akzente, Jacob Heinl und Tobias Karlsson waren mit Defensiv-Aufgaben vertraut. Obwohl die SG häufiger aus dem Rückraum traf als zuletzt, gewann der THW immer mehr Oberwasser. „Über die gesamten 60 Minuten gesehen, haben wir uns zu viele Fehler erlaubt“, analysierte Holger Kaiser. „Das hat der THW mit seiner individuellen Stärke bestraft.“
Beim 12:15 nahm Per Carlén seine Auszeit. Doch der THW-Dampf-Handball war nicht zu stoppen. „Der THW ist gleich sehr gut ins Spiel gekommen“, staunte Oscar Carlén. „Das hat für uns die Sache noch schwerer gemacht.“ Die Herren Jicha, Ilic und Co trafen fast aus allen Lagen mit unglaublicher Präzision. Die SG hielt durchaus dagegen. Nicht umsonst meinte Per Carlén: „Hätten wir so in Lübbecke gespielt, hätten wir dort mit zehn Toren gewonnen.“

Dan Beutler wehrte einen Siebenmeter gegen Momir Ilic ab.

Drei Sekunden vor der Pause brach Thomas Mogensen durch und erzielte das 17:21. Vier Tore zurück – es schien noch etwas möglich zu sein. Doch nach der Pause funktionierte der THW weiterhin fast wie ein Uhrwerk. Permanent lagen vier bis sechs, beim 27:34 erstmals sogar sieben Treffer zwischen beiden Kontrahenten. „Ich bin sehr zufrieden mit der ganzen Mannschaft“, sagte THW-Coach Alfred Gislason. „Heute war die Leistung noch einmal deutlich besser als in Barcelona.“
Es gab auch positive Akzente bei der SG. Dan Beutler hatte vor der Pause nachgelassen, musste seinen Platz zwischenzeitlich für Johan Sjöstrand räumen, zeigte dann aber kein schlechteres Spiel als Gegenüber Thierry Omeyer. Und alle SG-Rückraumspieler markierten zusammen immerhin 24 Treffer. „Sicherlich haben wir den Anspruch, auch den THW zu Hause zu schlagen“, sagte Holger Kaiser. Dann schob er ein positives Fazit hinterher: „Zumindest habe ich bei uns auf einigen Positionen eine deutliche Steigerung gesehen.“

Oscar Carlén setzt sich durch. Foto: Demant.

Mehr Fotos (Julius Demant) 


SG Flensburg-Handewitt – THW Kiel  33:41 (17:21)
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (14/1 Paraden), Sjöstrand (20.-30., 2 Paraden) – Karlsson, Carlén (8), Eggert (3/1), Fahlgren, Mogensen (9), Svan Hansen, Christiansen (3/2), Johannsen (1), Heinl, Pettersson (2), Boesen (5), Knudsen (2)
THW Kiel: Omeyer (8 Paraden), Gentzel (ab 44.; 4 Paraden) – Lund, Andersson (4), Sprenger (8), Ahlm (1), Zeitz (1), Narcisse, Ilic (13/4), Klein (6), Jicha (8/1),
Schiedsrichter: Damian/Wenz (Bingen/Mainz); Zeitstrafen: 4:6 Minuten (Heinl 2, Carlén 2 – Ahlm 4, Andersson 2); Siebenmeter: 3/3:6/5 (Ilic scheitert an Beutler); Zuschauer: 6300 (ausverkauft)
Spielfilm: 0:2 (2.), 2:2 (4.), 4:3 (8.), 4:5 (9.), 6:5 (11.), 7:6 (12.), 8:9 (19.), 9:11 (18.), 11:11 (19.), 11:13 (20.), 12:15, 13:17 (26.), 15:18 (28.), 15:20 (29.). 16:21 (30.) – 17:22 (31.), 18:24 (34.), 20:25 (37.), 21:27 (40.), 25:29 (45.), 25:31 (47.), 27:32 (50.), 27:34 (51.), 29:34 (53.), 29:37 (55.), 30:39 (57.), 32:40 (60.)


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