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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

TOYOTA Bundesliga: 23:21 – auf Platz drei gezittert

Die SG Flensburg-Handewitt ist an die dritte Stelle der TOYOTA Bundesliga zurückgekehrt. Während sie beim HBW Balingen-Weilstetten mit 23:21 (12:10) gewann, kassierte der Tabellennachbar FA Göppingen beim HSV Hamburg eine Niederlage. „Das war eine sehr gute Vorbereitung für das Celje-Spiel", fasste SG-Team-Manager Ljubomir Vranjes zusammen. „Balingen hat eine sehr gute und harte 3:2:1-Abwehr gespielt, und auch das Publikum ging sehr gut mit."
Besser hätte die Partie in Balingen für die SG gar nicht beginnen können: mit einem Jubiläum. Nach exakt 1:52 Minuten setzte sich Thomas Mogensen durch, netzte nicht nur zum 0:1 ein, sondern durfte zugleich seinen 500. Treffer im SG-Dress bejubeln. Die Feier fiel aber aus. Die SG musste beim Tabellenvierten arbeiten, um ihren Rhythmus zu finden. Die 6:0-Abwehr hatte den Gegner grundsätzlich im Griff, während sich für den Angriff die offensive Balinger Abwehr als Geduldsprobe entpuppte.
Nach zwölf Minuten bejubelten die gut 2000 Zuschauer in der Balinger Sparkassen-Arena eine 5:4-Führung ihres Team. Lasse Boesen war zu diesem Zeitpunkt bereits ausgeschieden. Der Däne hatte einen Schlag ins Gesicht einstecken müssen. Thomas Mogensen wechselte auf halblinks, Patrik Fahlgren zog die Strippen und glich zum 5:5 aus. Dann erhöhte Alexander Petersson, der diesmal überwiegend den rechten Rückraum bekleidete, mit einem Doppelschlag auf 5:7. „Die drei haben ihre Sache gegen diese Abwehr gut gemacht", lobte Ljubomir Vranjes seine zweite Reihe und den Balinger Coach: „Ein Rolf Brack lässt sich immer viel einfallen."
Die SG kontrollierte vorerst das Geschehen, lag beim 10:7 (25.) erstmals mit drei Treffern in Front. Ärgerlich nur die letzten Sekunden vor dem Pausenpfiff: Auf das 10:12 von Sascha Ilitsch konnte die SG trotz einer taktischen Besprechung in einer Auszeit nicht mehr antworten. Dafür hatte Anders Eggert nach dem Seitenwechsel geschickte Finger. Zwei Mal trat er an die Siebenmeter-Linie, zwei Mal zappelte der Ball im Netz – 10:14. Die Balinger verzweifelten nun an einem Abwehr-Bollwerk, benötigten satte fünf Minuten, um ein Erfolgserlebnis zu landen.
Dieses Manko wusste die SG allerdings nicht zu nutzen. Im Gegenteil: Sie selbst leistete sich eine Auszeit von fast zehn Minuten ohne Tor. Nur dank der guten Abwehr vermochte Balingen lediglich zum 14:15 aufzuschließen, aber nicht auszugleichen. Allerdings kassierte Jacob Heinl eine direkte rote Karte nach einem Foulspiel. „Diese Entscheidung kann man diskutieren", meinte Ljubomir Vranjes. In der Schlussviertelstunde rückte Oscar Carlén ins Abwehrzentrum und unterstützte den emsigen Tobias Karlsson. "Unsere Abwehr war mal wieder Weltklasse", sagte Ljubomir Vranjes.
Die Hausherren blieben der SG im Nacken. Oscar Carlén erzielte mit seinem ersten Treffer das 17:19, Vladimir Temelkov verkürzte erneut auf 18:19 (54.). Dann flutschte es urplötzlich wieder bei der SG. Johan Sjöstrand sorgte nun mit einigen Paraden für Rückenwind. Thomas Mogensen, Patrik Fahlgren, Tobias Karlsson und Anders Eggert erhöhten auf 18:23 und ließen den Druck aus dem Kessel. Die dritte Zeitstrafe von Thomas Mogensen war nur ein ärgerliches statistisches Detail.

Balingen bot der SG einen harten Kampf. Fotos: N. Kirschner

HBW Balingen-Weilstetten – SG Flensburg-Handewitt  21:23 (10:12)
HBW Balingen-Weilstetten: Marinovic, Zoubkoff – Lobedank (2), Herth (7/5), Sauer, Wilke (4), Ettwein, Strobel (3), Temelkov (1), Bürkle, Ilitsch (3), Wagesreiter, Feliho (1)
SG Flensburg-Handewitt: Sjöstrand – Karlsson (1), Carlén (1), Eggert (7/6), Fahlgren (4), Mogensen (4), Svan Hansen, Heinl (1), Pettersson (5), Boesen
Schiedsrichter: Immel/Klein (Tönisvorst/Ratingen); Zeitstrafen: 4:8 (Feliho 2, Ettwein 2 – Mogensen 6, Heinl 2); Siebenmeter: 6/5:6/6 (Herth scheitert an Sjöstrand); Rote Karten: Heinl (45.; grobes Foulspiel), Mogensen (60.; dritte Hinausstellung); Zuschauer: 2300
Spielfilm: 0:1 (2.), 2:2 (7.), 4:3 (9.), 5:4 (13.), 5:7 (15.), 7:8 (17.), 7:10 (25.), 9:10 (27.), 9:12 (30.) – 10:14 (35.), 11:15 (37.), 14:15 (45.), 16:17 (51.), 18:19 (54.), 18:23 (59.)


Weitere Berichte
30.3.2010 – Vor Celje kommt Balingen (Homepage, Vorschau)