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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

TOYOTA Bundesliga: 27:26 – glückliches Ende für die SG

Der Aufwärtstrend der SG Flensburg-Handewitt hält an. Mit einem 27:26 (13:12)-Erfolg beim bisherigen Vierten VfL Gummersbach sprangen die Nordlichter selbst auf die vierte Position in der Bundesliga. „Der Sieg ist nicht unverdient“, freute sich SG-Linksaußen Lars Christiansen. „Wir waren oft den entscheidenden Schritt voraus.“ Dagegen ärgerte sich Gummersbachs Flügelspieler Adrian Wagner: „Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht. Da hat man es nicht verdient, gegen so eine Mannschaft wie die SG zu gewinnen.“
Der Start lief etwas schleppend aus Sicht der SG. Gummersbach führte schnell mit 2:0, ehe Lars Christiansen „aus spitzem Winkel“ den Torreigen für die Nordlichter eröffnete. Dan Beutler meldete sich mit einer ersten Parade. Ein klares Signal: Auf den SG-Torwart war zunächst Verlass. Allerdings haperte es in der Offensive. Allein von den Außenpositionen wurden in den ersten zehn Minuten fünf Gelegenheiten ausgelassen.
Patrik Fahlgren erlöste die SG, fand die Lücke in der Gummersbacher 6:0-Deckung und glich zum 2:2 aus. Dann begann die Gala des „alten Mannes“. Lars Christiansen erzielte die nächsten vier Treffer, sorgte dafür, dass seine Farben nun den Ton angaben und vorerst nicht mehr in Rückstand gerieten. Die „erste Sieben“ der Gummersbacher, die wieder auf den länger verletzten Adrian Pfahl zurückgreifen konnte, hielt aber Kontakt. Der Linkshänder markierte den 8:8-Ausgleich. Gummersbachs Trainer-Fuchs Sead Hasanefendic griff in seine Trickkiste und zauberte eine ungewöhnliche 4:2-Defensive hervor. Die SG zeigte sich kurzfristig davon irritiert, fing sich das 9:10 ein, um dann zurückzuschlagen. Alexander Pettersson wirbelte nun im rechten Rückraum und traf zum 10:12 und 11:13.
Nach dem Pausentee nahm die SG nur ein kurzes Nickerchen und lief gleich in einen Gegenstoß. Doch dann kam die blitzschnelle Antwort der SG. Binnen Minuten ging sie mit 14:17 in Front. Alexander Pettersson glückte unter Zeitdruck sogar ein sehenswerter Wurf aus dem Stand. Eine Zeitstrafe schmeckte der SG aber gar nicht. Die Gummersbacher bejubelten plötzlich eine 18:17-Führung.
Danach stand die Partie durchweg auf des Messers Schneide. Dan Beutler taute nun auf und bewahrte seine Vorderleute mehrmals vor einem Zwei-Tore-Rückstand. Rund fünf Minuten vor Schluss ergatterte die 6:0-Abwehr endlich mal wieder einen Ball. Lars Christiansen sprintete davon und brachte sein Team mit seinem zehnten Tor endlich wieder in Führung. 25:26! „Ich hatte meinen Spielern in der Halbzeit gesagt, dass es ein enges Spiel werden würde, in dem ein Tor entscheidet“, verriet Sead Hasanefendic später. Er sollte Recht behalten.
Michael Knudsen bekam seine dritte Zeitstrafe und schied aus. Eine Schwächung; doch in dieser Phase parierte Dan Beutler gegen den durchgebrochen Adrian Pfahl und stärkte damit die Moral seiner Vorderleute. Nur noch einmal wurde der Schwede bezwungen: von der Siebenmeter-Linie durch Adrian Wagner. Nach dem 26:26 hatte aber Alexander Pettersson seinen großen Auftritt. 75 Sekunden vor Schluss fasste sich der Isländer aus der Distanz ein Herz. Der Ball zappelte im Netz, und wenige Momente später bildete sich im eigenen Wurfkreis eine Jubeltraube. Dan Beutler hatte den letzten Wurf von Vedran Zrnic gehalten. „Es ist nicht einfach, in Gummersbach zu gewinnen“, bilanzierte Lars Christiansen. „Aber wir haben die entscheidenden Tore gemacht.“

Alexander Pettersson erzielte das goldene Tor.

VfL Gummersbach – SG Flensburg-Handewitt 26:27 (12:13)
VfL Gummersbach: Stojanovic (10 Paraden) – Krantz, Wagner (5/3), Vukovic (4), Lützelberger (3), Gunnarsson (5), Szilagyi (3), Pfahl (3), Zrnic (3/3)
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (15 Paraden), Sjöstrand (bei einem 7m) – Karlsson, Carlén (2), Fahlgren (2), Mogensen (2), Svan Hansen (2), Christiansen (10/2), Johannsen, Heinl, Pettersson (6), Knudsen (3)
Schiedsrichter: Damian/Frank Wenz (Bingen/Mainz); Zeitstrafen: 4:8 Minuten (Vukovic 2, Lützelberger 2 – Knudsen 6, Mogensen 2); Rote Karte: Knudsen (56., dritte Hinausstellung); Siebenmeter: 6/6:2/2; Zuschauer: 7051
Spielverlauf: 2:0 (3.), 2:4 (12.), 5:5 (16.), 6:6 (19.), 8:8 (22.), 10:9 (24.), 10:12 (28.), 11:13 (29.) – 13:13 (31.), 13:15 (34.), 14:17 (36.), 18:17 (39.), 18:19 (41.), 21:20 (46.), 23:22 (49.), 25:24 (54.), 25:26 (55.), 26:26 (58.)


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