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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

TOYOTA Bundesliga: 40:28 – ein schöner Nachmittag

Nach dem 40:28 (18:15) über den Stralsunder HV ist die SG Flensburg-Handewitt der neue Spitzenreiter der TOYOTA Handball-Bundesliga. Der bisherige Tabellenführer FA Göppingen trennte sich am Abend von den Rhein-Neckar Löwen unentschieden. „Nach einer eher mäßigen ersten Hälfte hat sich die Mannschaft gut gesteigert“, meinte SG-Coach Kent-Harry Andersson. „Dann hatten wir mit Stralsund keine Probleme mehr.“
Die SG startete ohne Alexander Petersson, der an einer Schulterverletzung laboriert. Für ihn rückte Lasse Svan Hansen auf die rechte Außenbahn, während Thomas Mogensen als Halbverteidiger einsprang. Wer mit einer leichten Aufgabe gerechnet hatte, der wurde schnell eines Besseren belehrt. Die Stralsunder wehrten sich tapfer, führten sogar 2:0, ehe Lars Christiansen erst nach 4:47 Minuten auf Linksaußen durchbrach und die SG-Flaute beendete.
Es blieb auch danach schwer. Die Abwehr stand nicht immer sattelfest, Keeper Dan Beutler wurde häufiger alleingelassen. Gerade Milan Berka, der in den ersten 20 Minuten nicht weniger als sechs Treffer markierte, machte Stich um Stich. „Wir hatten uns genau auf die Spielzüge von Stralsund vorbereitet“, ärgerte sich Kent-Harry Andersson. „Trotzdem fielen so die Tore. Nicht jeder war in der ersten Halbzeit mit dem Kopf voll dabei.“
Das schönste Erfolgserlebnis glückte allerdings der SG: Lars Christiansen brach von Außen durch, legte quer auf den hereinfliegenden Lasse Svan Hansen, der den Ball beidarmig fing und zum 7:5 (13.) in die Maschen beförderte. Auch wenn sich die SG beim 10:6 (17.) erstmals ein komfortables Polster herausgeworfen hatte, nahm Kent-Harry Andersson seine Auszeit. Lasse Boesen und Michael Knudsen betraten das Parkett, Jacob Heinl reihte sich in die 6:0-Abwehr ein, während Thomas Mogensen nun bei den Stralsunder Angriffen verschnaufte.
Zählbares brachte die breitere Bank jedoch zunächst nicht. Die Gäste pirschten sich wieder heran. Beim 13:14 (26.) hatten sie wieder Tuchfühlung aufgenommen, beim 14:15 ließ Lars Christiansen eine Chance aus. Die Gelegenheit zum Ausgleich nutzten die Stralsunder aber nicht. Im Gegenteil: Lars Christiansen lief einen Gegenstoß, und unmittelbar vor der Halbzeit-Sirene setzte sich Thomas Mogensen durch und erzielte das 18:15. 
Der zweite Durchgang begann mit einem Torwartwechsel. Jendrik Meyer für Dan Beutler! Zwei Tor-Jubiläen sorgten für lautstarken Applaus. Johnny Jensen markierte mit seinem 500. Treffer das 21:17 (34.), Lars Christiansen machte beim 24:19 (39.) gar die 3500 voll. Es lief nun immer besser. Beim Gast schwanden die Kräfte, bei der SG wuchs der Torhunger. „Wenn man einer Mannschaft der SG die Bälle einfach in die Hand gibt“, resignierte SHV-Coach Zdenek Vanek, „dann geht es ganz schnell.“
Die „Jugend“ betrat das Feld. Sebastian Schneider erzielte mit dem 35:22 (52.) sein erstes Heimspieltor. Zeitweise standen bis zu vier Akteure auf dem Spielfeld, die einen deutschen Pass besitzen. „Wir haben eine offensive Mannschaft, die mit ihren Toren begeistern kann“, bilanzierte SG-Sportdirektor Anders Dahl-Nielsen. „An der Abwehr müssen wir aber noch arbeiten, damit diese genauso aggressiv und euphorisch funktioniert wie der Angriff.“

Feststimmung in der "Hölle Nord".

SG Flensburg-Handewitt – Stralsunder HV 40:28 (18:15)
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (4 Paraden), Meyer (ab 31; 5 Paraden) – Carlén (6), Mogensen (4), Svan Hansen (4), Jensen (5), Christiansen (11/2), Johannsen (1), Heinl (1), Schneider (3), Boesen, Muratovic (3), Knudsen (2)
Stralsunder HV: Levshin (6 Paraden), Tsilimparis (3/1 Paraden) – Bruna (6), Schwarz (2), Brandt (2), Samaras (1), Libergs (2), Chantziaras (3/1), Berka (8), Präkels, Gudz, Hruby (4)
Schiedsrichter: Hartmann/Schneider (Magdeburg/Barleben); Zeitstrafen: 6:10 Minuten (Carlén 2, Muratovic 2, Heinl 2 – Schwarz 4, Berka 2, Chantziaras 2, Gudz 2); Siebenmeter: 3/2:1/1 (Christiansen scheitert an Tsilimparis); Zuschauer: 6102
Spielverlauf: 0:2 (5.), 3:2 (8.), 5:3 (10.), 7:6 (14.), 10:6 (17.), 11:9 (20.), 13:11 (24.), 14:13 (26.), 15:14 (27.), 17:14 (29.) – 20:16 (33.), 23:17 (37.), 23:19 (39.), 28:19 (43.), 32:20 (48.), 34:21 (50.), 37:26 (56.), 40:26 (59.)


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