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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

TOYOTA Bundesliga: 31:37 – Schaulaufen des Meisters

Die SG Flensburg Handewitt verlor am letzten Spieltag das Landesderby beim THW Kiel mit 31:37 (12:20). Damit schloss sie die Saison 2008/2009 als Fünfter mit 44:24 Punkten ab. Die SG hält weiterhin eine in der Bundesliga unerreichte Bestmarke: Auch im 16. Jahr in Folge glückte ihr eine Platzierung unter den ersten Fünf. Dennoch war SG-Coach Per Carlén nur bedingt zufrieden. „Das war besser als gegen Nordhorn“, sagte er. „Allerdings haben wir gegen Kiel, allen voran gegen Nikola Karabatic und Thierry Omeyer, zu viel Respekt gezeigt.“
Es war kein Derby wie in den letzten Jahren. Die Brisanz fehlte. Der THW Kiel freute sich auf die Meisterschale, die SG hatte den fünften Platz in der Tasche. So entwickelte sich die Partie mehr zu einer Abschieds-Zeremonie für den THW-Spielmacher Stefan Lövgren, der das letzte Pflichtspiel seiner Karriere bestritt. Vor dem Anpfiff betraten seine Mannschaftskollegen das Parkett mit Lövgren-Masken. Das war eine schöne Idee. Der SG-Fan-Club „Die Wikinger“ überreichte ein Geschenk an den schwedischen Regisseur. Das hatte Stil. Im Gegensatz zu einer Bemerkung des Kieler Hallensprechers einige Minuten zuvor bei der Vorstellung der SG. Dazu aber kein Kommentar.

Nette Geste: Ingo Thomsen und Marina Petersen
überreichen Stefan Lövgren ein Geschenk.


Die SG begann sehr gefällig, erspielte sich ein 6:4. Per Carlén wusste diesen Vorsprung aber realistisch zu bewerten: „Alfred Gislason hatte zunächst die Aufstellung der Zukunft aufgeboten.“ Dann scheiterten die SG-Schützen mehrfach an Thierry Omeyer. Zudem betrat Nikola Karabatic, der zu Montpellier wechseln wird, die Spielfläche. Bis zum 9:9 hielt die SG noch mit, dann funktionierte der THW wie so oft in dieser Serie wie ein Uhrwerk. „Bis dahin war alles in Ordnung“, meinte SG-Geschäftsführer Fynn Holpert. „Dann haben wir die Klasse von Thierry Omeyer und Nikola Karabatic gesehen, die uns vor eine unlösbare Aufgabe gestellt haben.“
Das Schaulaufen des Meisters und Pokalsiegers verzückte nun die Sparkassen-Arena. Die SG-Bank reagierte mit personellen Wechseln. So kamen Erlend Mamelund und Jakob Thoustrup im Rückraum – die Maßnahmen fruchteten aber nicht. Auch die 6:0-Abwehr sah gegen die inviduelle Stärke der THW-Schützen nicht immer gut aus. „Diese überragende Mannschaft haben wir nicht in den Griff bekommen“, meinte SG-Keeper Dan Beutler. „Ich habe nie ein besseres Team gesehen als den THW in dieser Spielzeit.“
In der zweiten Hälfte wuchs der Rückstand teilweise in zweistellige Dimensionen. Letztendlich konnte die SG die zweiten 30 Minuten für sich entscheiden. „Wir haben versucht, guten Handball zu spielen“, sagte Per Carlén. „Allerdings sah man auch, dass der THW nicht mehr mit Vollgas agierte.“ Die Bestnote im SG-Dress erhielt Alexander Petersson, der auf der rechten Angriffsseite viele Akzente setzte. Und auch die Perspektiven machen zuversichtlich. „Wir haben einen Umbruch hinter uns“, sagte Per Carlén abschließend. „Ich weiß, dass meine Mannschaft in der nächsten Saison stärker sein wird als jetzt. Andere Spitzenklubs haben den Umbruch noch vor sich.“

Kamen nach 20 Minuten: Jakob Thoustrup und Erlend Mamelund.


THW Kiel – SG Flensburg-Handewitt 37:31 (20:12)
THW Kiel: Omeyer (16/3 Paraden) – Andersson (1), Lundström (4), Kavticnik (5/3), Karabatic (7), Klein (1), Jicha (8/1), Lövgren (1), Ahlm (3), Zeitz (3), Anic (3), Lund (1)
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (7/1 Paraden), Meyer (ab 42.; 7/1 Paraden) – Thoustrup, Carlén (3), Mamelund, Mogensen (7), Svan Hansen (1), Christiansen (4/1), Johannsen (1), Heinl (2), Pettersson (7/1), Boesen (2), Knudsen (4)
Schiedsrichter: Ehrmann-Wolf/Künzig (Odenthal/Karlsruhe); Zeitstrafen: 6:4 Minuten (Jicha 2, Andersson 2, Anic 2 – Heinl 2, Knudsen 2); Siebenmeter: 6/4:5/2 (Beutler hält gegen Jicha, Meyer gegen Lövgren – Christiansen, Boesen und Carlén scheitern an Omeyer); Zuschauer: 10250 (ausverkauft)
Spielfilm: 2:2 (3.), 4:3 (5.), 4:6 (8.), 6:6 (13.), 7:8 (14.), 9:8 (17.), 9:9 (18.), 13:9 (22.), 14:11 (24.), 17:11 (27.) – 20:14 (32.), 22:14 (33.), 25:16 (37.), 28:17 (41.), 28:19 (42.), 30:22 (45.), 32:25 (48.), 34:29 (56.), 36:29 (57.)


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