Stripes
Stripes
Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

SG nur bis zum 8:8 gleichwertig

Unterhaltsam war das 61. Landesderby der Erzrivalen THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt allemal. So etwas wie Spannung herrschte jedoch nur in der ersten Viertelstunde, als die Gäste in der achten Minute durch einen Siebenmeter von Lars Christiansen mit 6:4 in Führung gingen.
Bis dahin war das SG-Vorhaben, den THW „ein wenig zu ärgern“ (Manager Fynn Holpert) gelungen. Allerdings auch nur, weil Kiels Coach zu Beginn die Kieler „Zukunft“ aufs Feld geschickt hatte. Nikola Karabatic und Vid Kavticnik, die in der neuen Saison für Montpellier spielen, und Stefan Lövgren saßen auf der Bank. Doch als der Franzose und der Slowene nach 14 Minuten das Parkett betraten, war es mit der SG-Herrlichkeit schnell vorbei. Karabatic mit sechs Treffern, Kavticnik mit vier Toren (davon drei Siebenmeter) und ein immer stärker werdender Thierry Omeyer im Tor stellten die Weichen schnell auf Sieg für den alten und neuen Meister. Von 8:8 (15.) zogen die Gastgeber über 13:9 und 17:11 bis zur Halbzeit unwiderstehlich auf 20:12 davon. Den Flensburgern schien ein Debakel zu drohen.

Lars Christiansen war bester SG-Schütze in dieser Saison.

Dass es nicht so kam, obwohl die Kieler nach 41 Minuten beim 28:17 schon mit elf Toren geführt hatten, war vor allem der Einsatzfreude von Thomas Mogensen und Alexander Petersson zu verdanken. Die beiden besten Flensburger wollten sich nicht aus der Halle schießen lassen. Der Däne mit sieben Toren und der Silbermedaillengewinner aus Island mit acht Treffern hatten maßgeblichen Anteil, dass die SG den Rückstand bis zur 56. Minute beim 29:34 wieder auf fünf Tore verringert hatte.
Unter dem Strich stand nach 60 Minuten eine Niederlage mit sechs Treffern. Mehr war für die SG an diesem Tage gegen einen THW mit seinen überragenden Individualisten und einem Omeyer, der unzählige Würfe parierte, unter anderem drei Strafwürfe von Christiansen, Boesen und Carlén, nicht drin. Ein letztes Mal hatten die Kieler mit Lövgren, Karabatic und Kavticinik eindrucksvoll ihre Stärke  demonstriert.
„Wir haben die zweite Hälfte mit zwei Toren gewonnen, das war positiv“, bemerkte SG-Trainer Per Carlén, der mit der Vorstellung seiner Mannschaft nur in den ersten 15 Minuten und in der Schlussviertelstunde  einverstanden war. „Da haben wir uns viel bewegt, auch in der Abwehr.“