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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

DHB-Pokal: 35:32 – eine Runde weiter

Eine Glanzleistung war es gewiss nicht. Eher eine Pflichterfüllung! Mit einem 35:32 (14:17) beim Stralsunder HV buchte die SG Flensburg-Handewitt das Ticket für die dritte Runde im DHB-Pokal, die am Freitag um 11 Uhr in Dortmund ausgelost wird. „Die Mannschaft ist von der Reife her noch nicht so weit“, fasste SG-Trainer Kent-Harry Andersson zusammen, „eine solche Herausforderung souverän zu meistern.“
Kent-Harry Andersson hatte geliebäugelt, Michael Knudsen zu schonen. Doch die Video-Analysen hatten dem Trainer signalisiert, in Stralsund nichts dem Zufall zu überlassen. Der Kreisläufer markierte gleich das 1:0. Einar Holmgeirsson und Torge Johannsen, die zunächst die rechte Angriffsseite ausfüllten, bauten die Führung auf 4:1 aus. Ein trügerischer Zwischenstand: Die Fahrt an den Strelasund sollte alles andere als ein Spaziergang werden.
Nun waren es die Hausherren um Spielmacher Michal Bruna, die das Heft an sich rissen. Vor allem der sehr hünenhafte Rico Göde machte der 6:0-Abwehr der SG das Leben schwer. Stralsund spielte teilweise wie im Rausch, legte bis zu drei Tore vor. Die 1050 Zuschauer in der ausverkauften Vogelsanghalle tobten. „Das war wie Nord- und Südpol“, schilderte SG-Linksaußen Lars Christiansen später seine Gedanken. „Bei denen klappte fast alles, bei uns eher weniger.“
Der Pausentee tat gut. Mit mehr Biss, mit mehr Aggressivität kehrte der Favorit aus der Kabine zurück. Beim 20:20 glich die SG wieder aus, beim 21:22 schien der Abend normal zu laufen. Doch die nächste Runde war längst noch nicht im Sack. „Mit 75 Prozent kann man in Stralsund nicht gewinnen“, stelle Lars Christiansen klar. „Dieser ambitionierte Zweitligist kann sehr gut Handball spielen.“
Die Verantwortlichen auf der Bank hatten bis zum Schluss einen schnellen Herzschlag. Rund drei Minuten vor Ultimo erzielte Rico Göde mit seinem neunten Treffer den 31:32-Anschluss, der noch einmal das Wort „Sensation“ über die Tribüne wandern ließ. Für die letzten Minuten hatte Kent-Harry Andersson sogar Marcin Lijewski ins Rennen geworfen. Erst zwei trockene Würfe von Thomas Mogensen zum 34:31 vertrieben die Spannung aus der Vogelsanghalle.


Stralsunder HV – SG Flensburg-Handewitt 32:35 (17:14)
Stralsunder HV: Herold (bei einem 7m), Levshin (19/1 Paraden) – Efstathiadias (3), Bruna (4), Brandt, Präkels, Samaras (3), Göde (9), Berka (3), Gudz, Ehlers, Nincevic (10/7)
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (ab 47., 5 Paraden), Sijan (9 Paraden) – Nielsen (4), Eggert (2/1), Mogensen (7), Holmgeirsson (5), Jensen (2), Christiansen (4/2), Vranjes, Johannsen (1), Lijewski (1), Petersson (5), Knudsen (4)
Schiedsrichter: Harms/ Mahlich (Magdeburg/Stendal); Zeitstrafen: 4:8 Minuten (Efstathiadias 2, Schneider 2 – Nielsen 2, Mogensen 2, Petersson 2, Knudsen 2); Siebenmeter: 7/7:5/3 (Christiansen scheitert an Levshin, Eggert trifft den Pfosten); Zuschauer: 1050 (ausverkauft)
Spielverlauf: 1:1 (2.), 1:4 (5.), 5:4 (8.), 7:5 (12.), 7:7 (15.), 9:7 (16.), 10:9 (17.), 12:9 (19.), 13:12 (23.), 15:14 (26.) – 19:16 (34.), 19:18 (35.), 20:20 (37.), 21:22 (41.), 24:24 (44.), 24:26 (45.), 25:28 (47.), 27:30 (52.), 29:32 (57.), 31:32 (57.), 31:34 (59.)


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