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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

Champions League: 24:29 – nur zehn schlechte Minuten

Schade! Auch im zweiten Vergleich gegen BM Ciudad Real „verschlief“ die SG Flensburg-Handewitt den Wiederbeginn nach der Halbzeit und verlor letztendlich mit 24:29 (15:16). Während dem spanischen Meister auch rechnerisch der Gruppensieg nicht mehr abzustreiten ist, muss die SG am kommenden Donnerstag im polnischen Lubin gewinnen, um den zweiten Platz und die Qualifikation für die Hauptrunde nicht zu gefährden.
Der Auftakt für die neuformierte SG-Truppe – Anders Eggert, Einar Holmgeirsson und Dijan Sijan rutschten in die Startaufstellung – war prächtig. Zwei Mal tanzte Ljubomir Vranjes trotz leichten Fiebers die 5:1-Abwehr von Ciudad Real aus, ehe Marcin Lijewski nach gut drei Minuten mit einem Unterhandwurf das 3:1 für die Gäste erzielte. „Die vielgelobte 5:1-Abwehr von Ciudad Real hatte Probleme mit unserem Angriff“, hatte SG-Geschäftsführer Fynn Holpert zu diesem Zeitpunkt allen Grund zur Freude. „Eine überragende Mannschaftsleistung.“
Die SG hatte trotz eines zwischenzeitliches 4:4 weiterhin Oberwasser. Dane Sijan bestätigte seinen Ruf als „Siebenmeter-Killer“ auch in Spanien und ließ Olafur Stefansson schlecht aussehen. Einar Holmgeirsson brillierte mit zwei schönen Toren. Nach 13 Minuten hieß es 8:5. Und es wäre noch mehr drin gewesen, wenn Kasper Nielsen mit einer „Hundertprozentigen“ nicht an Ciudad-Schlussmann Xavier Hombrados gescheitert und Alexander Petersson bei einem Gegenstoß von den ungarischen Schiedsrichtern nicht zurückgepfiffen worden wäre.
Neben einigen Paraden des spanischen Torwarts streute der SG-Angriff leider auch einige Ballverluste ein, sodass die iberische Top-Mannschaft nicht nur ausglich, sondern beim 10:9 auch die erste Führung erzielte. Dem Treffer von David Davis war erneut ein ungenauer Pass im SG-Aufbau vorausgegangen. Trotz dieser Schwächephase wehrte sich die SG in der normaler Weise uneinnehmbaren Quijote-Arena weiterhin tapfer.
Die zweite Hälfte war eine „Reise mit der Zeitmaschine“. Wie vor sieben Wochen leistete sich die SG direkt nach Wiederbeginn einen „Blackout“ und geriet gegen die spanische Top-Mannschaft binnen Kürze entscheidend in Rückstand. „In diesen zehn Minuten haben wir leider nicht das gezeigt, was man zeigen muss, um ein solches Spitzenspiel zu gewinnen“, meinte Fynn Holpert.
Immerhin: Nach dem 18:27 (44.) gelang es, eine „Torlawine“ von Ciudad Real zu verhindern. Dank einer kompakten 6:0-Deckung und des eingewechselten Dan Beutler rutschten in den letzten 16 Minuten nur zwei Würfe in die Maschen, in den letzten neun Minuten blieben die Hausherren gar torlos. Es blieb dennoch der Wermutstropfen, eine Überraschung verpasst zu haben: „Wir haben nicht 60, sondern nur 50 Minuten gut gespielt.“

Warm-Up in der Quijote-Arena.

 


BM Ciudad Real – SG Flensburg-Handewitt  29:24 (16:15)
BM Ciudad Real: Sterbik (9/1 Paraden, ab 31.), Hombrados (6 Paraden) – Källmann, Stefansson (4/1), Davis (1), Garcia Parrondo (1/1), Rodriguez (3), Rutenka (5/1), Zorman (4), Entrerrios (6), Morros (1), Dinart (3), Hjermind (1)
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (5 Paraden; ab 44.), Sijan (6/1 Paraden) – von Behren, Lackovic (4), Nielsen, Eggert (5/4), Mogensen (2), Holmgeirsson (3), Jensen (1), Vranjes (2), Lijewski (3), Petersson (4), Knudsen
Schiedsrichter: Kekes/ Kekes (Ungarn); Zeitstrafen: 10:10 Minuten (Rutenka 4, Dinart 4, Davis 2 – Lijewski 4, Petersson 2, Knudsen 2, von Behren 2); Rote Karte: Rutenka (50.; grobe Unsportlichkeit); Siebenmeter: 4/3:5/4 (Stefansson scheitert an Sijan – Eggert verwirft gegen Sterbik); Zuschauer: 3637
Spielverlauf: 1:0 (1.), 1:3 (3.), 3:3 (5.), 4:4 (7.), 4:7 (11.), 5:8 (13.), 8:8 (16.), 10:9 (18.), 12:10 (20.), 12:12 (22.), 14:12 (25.), 14:14 (28.), 16:14 (29.) – 17:16 (32.), 22:16 (36.), 25:17 (41.), 27:18 (44.), 29:20 (51.)


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