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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

Champions League: 33:30 – SG kontrolliert den Gegner

Die SG Flensburg-Handewitt hat in der Champions League eine wichtige Hürde auf dem Weg in die zweite Gruppenphase genommen. Die SG-Akteure jubelten am Ende über ein glanzloses 33:30 (18:15) bei Drammen HK, dem Rivalen um den zweiten Platz in der Gruppe G. „Das Wichtigste sind die beiden Punkte“, meinte SG-Trainer Kent-Harry Andersson. „Wenn man ein hartes Programm hinter sich hat und im Kopf müde ist, passieren solche Spiele.“
Die Atmosphäre vor dem Anpfiff hatte in der Drammenshallen fast schon Freundschafts-Charakter. Umarmungen zwischen den SG-Akteuren und norwegischen Handballern ließen sich schon vor der Aufwärmphase beobachten, Trainer Kent-Harry Andersson wurde besonders herzlich begrüßt und mit einer Laudatio bedacht. Glenn Solberg schaute beim Abschluss-Training vorbei. „Die SG ist zu stark für uns“, sagte der Spielmacher. „Dieses Spiel gegen Kiel – was für ein Tempo.“
Es klang wie Understatement, das seinen letzten Satz etwas überdeckte: „Vielleicht können wir die SG etwas ärgern.“ Das sollte gelingen. Gerade in der Anfangsphase tricksten die Norweger die nicht immer gut positionierte 6:0-Abwehr der SG aus. Als National-Linksaußen Jan-Richard Hansen mit einem „Doppelschlag“ das 5:2 markierte, hatte Drammen bereits sein „Tollhaus“. Und gerade einmal zehn Minuten waren gespielt, da hatte der DHK neun Mal eingenetzt. 9:6!
Erst danach stabilisierte sich die SG-Deckung. Ein Torwart-Wechsel verlief aber ziemlich unglücklich. Dan Beutler stand keine zwei Minuten im Gehäuse, als er bei einer Abwehr-Aktion gegen den Pfosten rannte. Mit blutender Nase wurde Dan Beutler vom Spielfeld gebracht, kehrte zur zweiten Hälfte sogar zurück, weil auch Kollege Dane Sijan keine Bäume ausreißen konnte. Ob das Riechorgan gebrochen oder angebrochen ist, sollen weitere Untersuchungen zeigen. Zumindest kein passendes „Geschenk“ für den Schweden, der am Sonntag seinen 30. Geburtstag feiert.
Seine Vorderleute verdauten den Schock schnell. Der noch nicht ganz genesene Alexander Petersson erzielte die erste Führung. 11:10! Der kaum zu stoppende Michael Knudsen erhöhte auf 14:12, und Ljubomir Vranjes wühlte sich unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff zum 18:15 durch. Zwar erhöhte Lars Christiansen auf 20:16, doch unter dem Hallendach wurde es noch einmal stimmungsvoll. Jan-Richard Hansen flitzte über das Parkett und erzielte das 19:21. Glenn Solberg bediente mit einem blinden Pass Kreisläufer Vegard Strand, der zum 21:23 traf.
Drammen blieb am Leben. „Wir haben die Chance ausgelassen, das Spiel rechtzeitig zu entscheiden“, ärgerte sich Kent-Harry Andersson über einige Nachlässigkeiten. Frode Hagen hatte zu viel Platz, während Marcin Lijewski ungewohnt viele Fehlwürfe fabrizierte, ehe der gut aufgelegte Kasper Nielsen im rechten Rückraum zum Einsatz kam.
Immerhin: Die SG hatte stets die Kontrolle über das Geschehen. Drei oder vier Tore vor – das Polster war zwar nie wirklich komfortabel, aber auch alles andere als beunruhigend. Erst kurz vor Schluss warf Frode Hagen seine Farben mit dem 30:32 noch einmal etwas näher heran. Doch Ljubomir Vranjes erstickte mit dem letzten Treffer des Tages die letzten zarten Hoffnungen der Hausherren.

Wiedersehen in Drammen.

 


Drammen HK – SG Flensburg-Handewitt 30:33 (15:18)
Drammen HK: Holm (bis 16.), S. Hansen – Solberg (4), Hagen (9), Spanne (1), J.-R. Hansen (5/1), Strand (5), Hykkerud, Andersen (4), Hajdarevic (2)
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (13.-15., 31.-41), Sijan – von Behren, Nielsen (8), Mogensen (2), Jensen, Christiansen (5/1), Vranjes (3), Johannsen, Lijewski (3), Petersson (4), Knudsen (8)
Schiedsrichter: Dinu/ Din (Rumänien); Zeitstrafen: 10:8 Minuten (Hykkerud 4, Strand 2, Solberg 2 – Knudsen 6, Lijewski 2); Rote Karte: Knudsen (54.; dritte Hinausstellung); Siebenmeter: 3/1:1/1 (J.-R. Hansen scheitert an Sijan, Hagen über das Tor); Zuschauer: 2032
Spielverlauf: 2:2 (3.), 5:2 (5.), 7:4 (7.), 7:6 (9.), 9:6 (11.), 10:9 (15.), 10:11 (16.), 12:12 (21.), 12:14 (23.), 14:15 (25.), 14:17 (27.) – 16:20 (33.), 17:21 (34.), 19:21 (36.), 21:23 (40.), 24:26 (45.), 24:28 (46.), 26:30 (50.), 28:32 (56.), 30:32 (59.)


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