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Champions League: 26:34 – SG verschlief Wiederbeginn

Die SG Flensburg-Handewitt misslang der zweite Streich binnen vier Tagen gegen ein europäisches Spitzenteam. Zum Auftakt der Champions League verlor die SG Flensburg-Handewitt mit 26:34 (14:13) gegen BM Ciudad Real. Die erste Heimniederlage seit dem 1. April 2006, damals auch gegen Ciudad Real. „Die zweite Halbzeit sollten wir so schnell wie möglich vergessen“, riet SG-Trainer Kent-Harry Andersson.
Zunächst sah alles nach einem weiteren schillernden Europapokal-Abend in der „Hölle Nord“ aus. Das überdimensionale Trikot mit der Nummer acht wanderte wie immer gen Hallendach, die Einlauf-Zeremonie verbreitete europäisches Flair im Rund, und auch die neue Hymne der Champions League erklang. Und das Wichtigste: Der Takt bei der SG lief vielversprechend. Als Einar Holmgeirsson den Ball zum 7:5 (14.) in die Maschen wuchtete, hofften viele auf einen ähnlichen „spanischen Abend“ wie im Februar gegen Barcelona.
Die erste Halbzeit verdiente sich im Angriff das Prädikat „absolut okay“. Die 5:1-Deckung mit dem flinken David Davis in der Spitze und dem dahinter lauernden Abwehr-Giganten Didier Dinart erwies sich nicht als unüberwindliches Hindernis. Thomas Mogensen glich aus dem Rückraum zum 8:8 aus, Torge Johannsen erhöhte per Doppelschlag auf 10:8. Sollten wieder die Youngster zu spielbestimmenden Personen werden? Die ersten Rückschläge gab es jedoch Ende der ersten Hälfte. „Wir ließen zu viele Möglichkeiten aus, um höher in Führung zu gehen“, meinte Kent-Harry Andersson. „Arpad Sterbik hat gezeigt, welch überragender Keeper er ist.“
Der berühmte Faden riss sofort nach dem Seitenwechsel. „So viele technische Fehler darf man sich gegen Ciudad Real nicht leisten“, haderte Kent-Harry Andersson. „Die bestrafen das sofort.“ Alberto Enterrios, Uros Zorman oder einer der anderen Protagonisten hatten nun leichtes Spiel. „In der zweiten Hälfte klappte bei uns gar nichts mehr“, rätselte Thomas Mogensen. Die SG produzierte in einer Viertelstunde gerade mal drei Treffer, im Netz der SG schlug es hingegen 13 Mal ein. 17:26 – welch klarer Rückstand!
Kent-Harry Andersson warf den „Wechsel-Motor“ an. Lars Christiansen für Anders Eggert, Einar Holmgeirsson für Marcin Lijewski, Thomas Mogensen als Spielmacher für Ljubomir Vranjes und Dan Beutler für den in der ersten Hälfte überzeugenden Dane Sijan – auf dem Feld war kräftig Bewegung. Und Dan Beutler sorgte mit einigen Paraden noch einmal für Stimmung auf den Rängen. Doch mehr als eine leichte Ergebnis-Kosmetik war nicht mehr drin.
Zu allem Überfluss lähmte eine Hiobsbotschaft die „Hölle Nord“. Einar Holmgeirsson war ohne Fremdeinwirkung auf dem Parkett ausgerutscht und musste mit der Trage aus der Halle getragen werden. Sein linkes Bein wurde verbunden. Die erste Diagnose: Abriss der Adduktoren! Am morgigen Freitag folgen genauere Untersuchungen. „Das ist wirklich bitter für ihn“, sagte SG-Geschäftsführer Fynn Holpert. „Er hatte heute gezeigt, wie wichtig er sein kann.“

Arpad Sterbik baute sich immer mehr zur Mauer auf.

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SG Flensburg-Handewitt - BM Ciudad Real 26:34 (14:13)
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (5 Paraden, ab 44.), Sijan (11 Paraden) – Nielsen (2), Eggert (4/3), Mogensen (5), Holmgeirsson (3), Jensen (1), Christiansen (2), Vranjes (2), Johannsen (3), Lijewski (2), Petersson (2), Knudsen
BM Ciudad Real: Sterbik (14/1 Paraden), Hombrados (1 Parade, ab 49.) – Laen (3), Källmann (2), Stefansson (3), Davis (3), Garcia Parrondo (4), Metlicic (3), Rodriguez (2), Rutenka (3/1), Zorman (5), Entrerrios (5), Morros (1), Dinart
Schiedsrichter: Visekruna/ Stanojevic (Serbien); Zeitstrafen: 8:6 Minuten (Lijewski 4, Petersson 2, Christiansen 2 – Morros 4, Stefansson 2); Siebenmeter: 4/3:1/1 (Eggert scheitert an Sterbik); Zuschauer: 6148
Spielverlauf: 1:0 (1.), 1:2 (3.), 4:3 (7.), 5:5 (11.), 7:5 (14.), 7:8 (19.), 10:8 (22.), 12:10 (24.), 13:11 (26.), 13:13 (28.) – 14:17 (35.), 15:19 (38.), 17:20 (40.), 17:26 (46.), 20:27 (50.), 24:30 (54.), 24:32 (57.), 25:34 (59.)


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