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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

TOYOTA Handball-Bundesliga: 35:30 – nach 20 Minuten machte die SG ernst

Die SG Flensburg-Handewitt bleibt das Maß aller Dinge in der TOYOTA Handball-Bundesliga. Nur in den ersten 20 Minuten stand der 35:30 (17:12)-Erfolg gegen den TBV Lemgo auf der Kippe. „Wir haben wie eine Spitzenmannschaft agiert“, freute sich SG-Geschäftsführer Fynn Holpert. „Immer wenn es eng wurde, haben wir den Hebel wieder angezogen.“
Sie sind zurück. Blazenko Lackovic und Frank von Behren saßen einträchtig nebeneinander auf der SG-Bank. Während der Kroate vor dem Anpfiff einen Auftritt bei der Verleihung des „Persönlichen Trikotsponsors“ hatte, feierte der deutsche Nationalspieler nach knapp 26 Minuten sein Saison-Debüt. In der 6:0-Abwehr an Stelle von Michael Knudsen. „Frank von Behren“, skandierte die Nordtribüne; „ordentlich gemacht“, sagte SG-Trainer Kent-Harry Andersson.
Zum Zeitpunkt der Einwechslung von Frank von Behren hatte die SG erstmals einen Vorsprung auf das Parkett gezaubert. Danach hatte es zunächst nicht ausgesehen. Zwar „netzte“ Anders Eggert nach gut zwei Minuten von der linken Außenbahn ein, doch das SG-Team, das auf den erkrankten Alexander Petersson verzichten musste, verriet gewisse Anlaufschwierigkeiten. Das lag nicht an Torge Johannsen, der auf Rechtsaußen einen sehr agilen Eindruck hinterließ, sondern vor allem an Unkonzentriertheiten im Rückraum. Der TBV nutzte dies, führte nach einem Treffer von Jens Bechtloff sogar mit 7:4. „Ich hatte viel Video gesehen“, sagte Kent-Harry Andersson. „Ich muss sagen, die 3:2:1-Abwehr von Peter Meisinger funktioniert immer besser. Wir hatten 20 Minuten lang einige Probleme gegen diese Defensive.“
Allmählich steigerte sich die SG – angetrieben durch Torwart Dan Beutler, der sich einmal mehr selbst in „Ekstase“ versetzte. 13 Paraden bis zur Pause – eine stolze Bilanz. Obwohl Anders Eggert beim Siebenmeter seine „Heber-Show“ etwas übertrieb und im zweiten Versuch an Carsten Lichtlein scheiterte, glich die SG beim 8:8 wieder aus. Anders Eggert (Andersson: „Er sollte heute wieder spielen, da Lars Christiansen zuletzt den Vorzug bekommen hatte“) markierte das 9:8, Torge Johannsen kurz darauf das 11:9.
Noch einmal schaffte Lemgo Ausgleich. Das war beim 12:12. In Unterzahl – Johnny Jensen war auf der Bank – folgte die rasche Antwort. Die SG blieb nicht nur ohne Gegentreffer, sondern erzielte in Person von Marcin Lijewski die erneute Führung. Eine Aktion, die für noch mehr Selbstvertrauen sorgte. Die SG barrikadierte ihren Wurfkreis und traf mit dem Halbzeitpfiff – der gut gelaunte Kasper Nielsen tauchte völlig frei an der Siebenmeter-Linie auf – zum 17:12.
Nach dem Seitenwechsel ging es munter weiter. Vor allem Johnny Jensen mit seinem „Kempa-Rückhandwurf“ – oder wie sollte man diese akrobatische Leistung nennen? – begeisterte die Ränge. Mit Begeisterung vermeldete Hallenmoderator „Holzi“ Holst das 25:19, mit einem Doppelschlag erhöhte Anders Eggert auf 27:19. Zwar geriet der Spielfluss kurzfristig noch einmal ins Stocken, die Ostwestfalen verkürzten auf 27:30, doch der SG-Sieg geriet nicht mehr in Gefahr. „Wir haben uns zu viele Fehler erlaubt und es Flensburg einfach gemacht“, meinte TBV-Coach Peter Meisinger. „Man hat gesehen, dass die Mannschaft noch wachsen muss, die Aufgaben sind noch nicht für jeden einzelnen umsetzbar.“
Sein Kollege war hingegen zufrieden. „Nach den harten Spielen in der letzten Wochen war ich gespannt, welche Reaktion die Akteure heute zeigen“, meinte Kent-Harry Andersson. „Heute hat man gesehen, dass uns die Siege gegen Kiel und in Hamburg weiteres Selbstvertrauen gegeben haben. Immer wenn wir eine kleine Krise hatten, haben wir ein paar Tore gemacht.“ Sportdirektor Anders Dahl-Nielsen freute sich, mit 15:1 Zählern, eine kleine Bundesliga-Pause (17. Oktober in Berlin) einlegen zu können: „In den nächsten Tagen werden wir uns hundertprozentig auf die Champions League mit ihren wichtigen Aufgaben in Drammen und gegen Lubin konzentrieren.“

Kasper Nielsen machte sechs asstreine Tore.


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SG Flensburg-Handewitt – TBV Lemgo 35:30 (17:12)
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (19 Paraden), Sijan (2/2 Paraden, bei drei 7m) – von Behren, Nielsen (6), Eggert (11/5), Mogensen (1), Jensen (2), Vranjes, Johannsen (6), Lijewski (5), Knudsen (4)
TBV Lemgo: Lichtlein (6/1 Paraden), Zereike (4 Paraden, ab 44.) – Kraus (6/2), Christophersen (7/2), Preiß (3), Bechtloff (3), Hegemann, Lützelberger, Kehrmann (4), Mocsai (3), Hermann (1), Boesen (3)
Schiedsrichter: Ehrmann/ Künzig (Odenthal/ Karlsruhe); Zeitstrafen: 6:8 Minuten (Mogensen 2, Jensen 2, von Behren 2 – Hegemann 4, Preiß 2, Bechtloff 2); Siebenmeter: 6/5:6/4 (Eggert scheitert an Lichtlein – Kraus und Christophersen vergeben gegen Sijan); Zuschauer: 6143
Spielverlauf: 1:0 (3.), 1:2 (5.), 2:4 (6.), 3:6 (8.), 5:6 (9.), 6:8 (12.), 9:8 (15.), 11:9 (18.), 12:10 (19.), 12:12 (22.) – 17:13 (31.), 19:15 (34.), 21:15 (34.), 22:18 (38.), 23:19 (39.), 27:19 (42.), 28:20 (43.), 28:23 (47.), 30:23 (47.), 30:27 (51.), 33:27 (55.), 35:29 (60.)



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