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TOYOTA Handball-Bundesliga: 41:31 – Abwehr steht erst zum Schluss

Viertes Spiel, vierter Sieg – die SG Flensburg-Handewitt hält mit den Top-Teams aus Kiel und Hamburg Schritt. Allerdings wehrte sich der aktuelle Gegner HBW Balingen-Weilstetten lange Zeit tapfer, sodass die Hausherren erst in der Schlussphase ein 41:31 (21:19) herauswarfen. „Für uns geht es im Moment weniger darum, gegen wen wir spielen“, stellte Sport-Direktor Anders Dahl-Nielsen klar, „sondern dass wir uns kontinuierlich steigern. Schließlich hatten wir eine schwierige Vorbereitung.“
Trainer Kent-Harry Andersson hatte sich diesmal dazu entschlossen, ohne Wechsel zwischen Abwehr und Angriff zu operieren. Seine Startformation mit Anders Eggert, Kasper Nielsen, Marcin Lijewski, Alexander Petersson, Michael Knudsen und Thomas Mogensen sollte kräftig Praxis sammeln. „Thomas Mogensen“, sagte Kent-Harry Andersson, „sollte die Möglichkeit von Anfang an haben, sich zu bewähren. In der Offensive war seine Leistung super.“
Das Prädikat „überragend“ verdienten sich auch seine Team-Kameraden. Allerdings nur für den Angriff. In der Defensive haperte es hingegen. Zu oft sorgten Daniel Brack oder Martin Strobel, der diesmal über die Linkshänder-Position zu seinen Torerfolgen kam, für Unheil in der SG-Hälfte. „Unser Rückraum bot lange ein überdurchschnittliches Spiel“, lobte HBW-Trainer Rolf Brack. „Es war die beste Angriffsleistung, seitdem wir in der Bundesliga sind.“
In der 17. Minute reagierte Kent-Harry Andersson und nahm den glücklosen Dane Sijan aus der Partie. „Eine Abwehr wird unsicher, wenn selbst aus zehn Metern Tore kassiert werden“, begründete der Coach seinen Schritt. Nach knapp 25 Minuten rotierte er erstmals auch unter den Feldspielern. Johnny Jensen sollte die Deckung stabilisieren, musste aber bis zur Pause noch zwei Zeitstrafen abbrummen.

Marcin Lijewski traf acht Mal ins Schwarze.

So war nicht mehr als eine kurzfristige Drei-Tore-Führung drin, die sich jedoch schnell in Luft auflöste. Balingen-Weilstetten glich wieder aus, Alexander Trost hatte beim 24:24 sogar die Chance, den Außenseiter in Führung zu bringen. Dan Beutler vereitelte diese klare Chance zur Erleichterung der Fans, die in der Schlussphase doch noch voll auf ihre Kosten kommen sollten. Endlich war die 6:0-Abwehr ein Rückhalt. „Es war sehr hilfreich“, analysierte Kent-Harry Andersson, „dass Dan Beutler in den letzten 15 Minuten einige Bälle pariert hat.“
Zwar antworteten die Süddeutschen auf das 30:26 – Kasper Nielsen hatte gesehen, dass HBW-Keeper Milos Slaby herausgeeilt war, und traf ins leere Gehäuse – mit einem kecken Kempa-Trick, aber spätestens nach dem 32:30 brach der Widerstand. „Mit zehn Toren verloren – das hört sich heftig an“, meinte ein keineswegs geknickter Rolf Brack. „Am Ende fehlten uns einfach die personellen Alternativen, um den Rückraum zu entlasten.“ Für die Zuschauer gab es aber auch noch ein „süddeutsches Highlight“: Trainer-Sohn Daniel Brack lief als „fliegender Keeper“ auf und fing sich ein Geschoss von Marcin Lijewski ein. Das war das 36:30.


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SG Flensburg-Handewitt – HBW Balingen-Weilstetten 41:31 (21:19)
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (15/1 Paraden), Sijan (2 Paraden, bis 17., bei einem 7m) – Nielsen (8), Eggert (8/5), Mogensen (6), Jensen (1), Johannsen (2), Lijewski (8), Petersson (2), Knudsen (6)
HBW Balingen-Weilstetten: Slaby (13 Paraden) – Kneer (4), Herth, Sauer, Ettwein, W. Strobel (3), Trost (6/2), M. Strobel (6), Ilitsch (1), Feliho (2/1), Brack (7), Bürkle (2)
Schiedsrichter: Becker/Hack (Halberstadt); Zeitstrafen: 12:10 Minuten (Jensen 4, Lijewski 4, Knudsen 2, Petersson 2 – Ilitsch 4, W. Strobel 2, Sauer 2, Klüttermann 2); Siebenmeter: 5/5:4/3 (Beutler hält gegen Feliho); Zuschauer: 6107
Spielverlauf: 2:2 (5.), 4:4 (7.), 6:4 (8.), 6:7 (11.), 8:9 (14.), 10:9 (16.), 12:10 (18.), 13:13 (21.), 16:16 (25.), 18:16 (25.), 19:18 (27.), 21:18 (28.) – 21:20 (31.), 24:22 (35.), 24:24 (38.), 26:26 (42.), 30:26 (46.), 32:30 (49.), 39:30 (57.)


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