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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

Saisonende: „Ihr seid die besten Fans der Welt“

Diesmal betraten die Spieler der SG Flensburg-Handewitt ganz bedächtig das Parkett der „Hölle Nord“. Sie führten ein langes, weißes Transparent mit sich. Die Aufschrift: „Ihr seid die besten Fans der Welt! Danke!“ Leider klappte es nicht mit einem 60-minütigen Dankeschön. Die SG verlor mit 28:29 (12:15) gegen GWD Minden und ermöglichte den Westfalen dadurch den überraschenden Klassenerhalt.
Das Ergebnis löste naturgemäß alles andere als Freudengesänge auf den Rängen aus. Auch die SG-Verantwortlichen waren bedient. „Wir haben etwas gutzumachen, so verabschiedet man sich nicht von den eigenen Fans“, klagte SG-Geschäftsführer Fynn Holpert. „Wir werden mit frischen Ideen und einer neuen Mannschaft in die nächste Serie starten. Auch wenn wir nicht Favorit sein werden, wollen wir dann besser abschneiden als in dieser Saison.“
SG-Trainer Kent-Harry Andersson meinte ein „Lehrstück der Psychologie“ gesehen zu haben: „Das Spiel heute hat gezeigt, welche Rolle die Motivation spielt.“ SG-Sportdirektor Anders Dahl-Nielsen ärgerte sich über einen verkorksten „Wonnemonat“ Mai: „Die letzten drei Spiele waren ganz bitter. Mit Schönspielerei kann man gegen einen Gegner, der um seine Existenz kämpft, nicht bestehen.“
Die Partie war nicht nach den Vorstellungen der 6300 Zuschauer. Ab dem 8:8 nach einer Viertelstunde lief die SG kontinuierlich einem Rückstand hinterher. Kurz nach der Pause sah es so aus, als ob die SG das Ruder drehen könnte. Ljubomir Vranjes warf seine Farben auf 16:17 heran. Dann gingen jedoch zwei Gegenstöße ins Leere, Minden zog wieder davon.
Erst in der Schlussphase glich die SG zum 27:27 aus. Michael Knudsen hatte sich am Kreis durchgetankt. Michael Haaß und Moritz Schäpsmeier besorgten das 27:29, Ljubomir Vranjes verkürzte 81 Sekunden vor Ultimo auf 28:29. Die Mindener verstanden es, diesen knappen Vorsprung zu verteidigen. 20 Sekunden vor Schluss scheiterte Thomas Mogensen an GWD-Schlussmann Malik Besirevic. Der Rest war grün-weißer Jubel.
Der glücklichste Mann in der Halle: Frank von Behren. An alter Wirkungsstätte feierte der Nationalspieler den unverhofften Nichtabstieg. Der 31-Jährige war dann auch der Erste von sieben Akteuren, die von SG-Gesellschafter Manfred Werner offiziell verabschiedet worden. Einar Holmgeirsson, Dane Sijan, Jan Paulsen, Blazenko Lackovic, Marcin Lijewski und Sören Stryger – alle waren sie an der Reihe. Danach waren die Autogramme heiß begehrt. „Obwohl ich viel Zeit hatte, mich darauf einzustellen, war es schon ein merkwürdiges Gefühl“, meinte Sören Stryger, zwischen 2003 und 2007 der Kapitän der SG Flensburg-Handewitt.

Marcin Lijewski bedankt sich für sechs tolle Jahre.

Viele Fotos (J. Kirschner)


SG Flensburg-Handewitt – GWD Minden 28:29 (13:15)
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (ab 20.), Sijan – Lackovic, Nielsen (1), Mogensen (5/2), Holmgeirsson, Jensen, Christiansen (7/5), Vranjes (2), Johannsen (3), Lijewski (2), Petersson (3), Knudsen (5)
GWD Minden: Besirevic, Medhus – Haaß (4), Simon (2), Schäpsmeier (5), Henriksson (4), Hynek, Buschmann (1), Niemeyer (6), Jonsson (6/4), von Behren (1)
Schiedsrichter: Damian/Wenz (Bingen/Mainz); Zeitstrafen: 4:12 Minuten (Petersson 2, Jensen 2 – von Behren 4, Hynek 2, Schäpsmeier 2, Simon 2, Henriksson 2,); Rote Karte: Simon (47., grobes Foulspiel); Siebenmeter: 8/7:4/4; Zuschauer: 6300 (ausverkauft)
Spielverlauf: 2:1 (5.), 4:3 (8.), 5:4 (9.), 5:6 (11.), 7:6 (13.), 7:8 (15.), 8:8 (16.), 8:13 (21.), 10:15 (26.) – 13:15 (31.), 13:17 (33.), 16:17 (36.), 16:19 (39.), 18:20 (40.), 19:23 (45.), 22:24 (49.), 24:25 (53.), 26:26 (55.), 27:27 (56.), 27:29 (59.)


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