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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

TOYOTA Handball-Bundesliga: 28:32 – aus der Traum

Die deutsche Meisterschaft 2007/2008 ist so gut wie entschieden. Nach der 28:32 (10:14)-Niederlage beim SC Magdeburg sind für die SG Flensburg-Handewitt die Chancen auf den Titel nur noch theoretischer Natur. Die SG liegt nun drei Zähler hinter dem THW Kiel, der nur noch in Göppingen und zu Hause gegen Wetzlar antreten muss. Die SG kann mit einem Sieg aus zwei Spielen den stolzen zweiten Rang absichern. „Wir haben einfach zu viele Punkte in den vermeintlich leichten Partien abgegeben“, ärgerte sich SG-Linksaußen Lars Christiansen.
SG-Coach Kent-Harry Andersson setzte von Beginn an auf einen breiten Kader. Zwei Wechsel zwischen Defensive und Offensive – die Abwehr-Strategen Johnny Jensen und Kasper Nielsen eilten stets zur Bank, Blazenko Lackovic und Ljubomir Vranjes betraten die Spielfläche. „Das hat auch schon in den letzten Partien gut funktioniert“, verriet Co-Trainer Jan Paulsen.
Die SG erwischte den etwas besseren Start, Alexander Petersson fand die Lücke und erzielte das 2:3. Für lange Zeit die letzte SG-Führung! Denn die Magdeburger drehten immer mehr auf, der robuste Kreisläufer Bartosz Jurecki setzte sich zum 5:3 durch. Hektik war in der Partie. Alexander Petersson verdrehte sich den Fuß und fiel nach nur sieben Minuten aus. Blazenko Lackovic bekam einen Schlag von Damien Kabengele ins Gesicht.
In Überzahl nutzte Lars Christiansen zunächst den Freiraum, vergab aber einen Siebenmeter. Aber auch Dan Beutler steigert sich, Marcin Lijewski glich zum 5:5 aus. Doch in Griff bekam die SG den Gegner nicht. Beim 9:6 nahm Kent-Harry Andersson seine Auszeit. „Wir sind einfach zu ungeduldig im Angriff“, mahnte der SG-Trainer an. „Wir müssen ruhiger aufbauen.“
Kasper Nielsen deckte nun auf halbrechts gegen den starken Damien Kabengele. Doch vorne lief es nicht wirklich rund. Zeitspiel, dann Zeitstrafe gegen Marcin Lijewski. Lars Christiansen ließ gegen den starken Silvio Heinevetter einen Gegenstoß aus. Mit einem Super-Heber düpierte Yves Grafenhorst den sonst guten Dan Beutler. 10:6 – die SG ärgerte sich über die schwache Angriffsleistung. „Wir haben  Ideen“, klagte Ljubomir Vranjes. „Sie funktionieren aber nicht.“
Auf den Halbpositionen kamen Thomas Mogensen und Einar Holmgeirsson. „Wir müssen in der Abwehr die Magdeburger Euphorie ausbremsen“, forderte SG-Geschäftsführer Fynn Holpert. Immerhin warf Thomas Mogensen die SG auf 10:9 heran, ein klarer Halbzeit-Rückstand ließ sich aber nicht vermeiden – obwohl Kent-Harry Andersson zeitweise mit zwei Kreisläufern operierte.
Auch der Start in den zweiten Durchgang war gar nicht nach dem Geschmack der mitgereisten SG-Fans. Damien Kabengele und Alexandros Vasilakis erhöhten auf 16:11. Doch dann kam die SG, nun wieder in ihrer Standard-Formation. In stetiger Überzahl holte sie Tor um Tor auf, glich durch den nun aufdrehenden Lars Christiansen aus und setzte sich dank Kasper Nielsen sogar auf 16:18 ab. Magdeburg blieb acht Minuten ohne Treffer. War das die Entscheidung?
Mitnichten. In einer Auszeit brachte SCM-Coach Michael Biegler seine Jungs wieder auf Trab. Im Hexenkessel „Bördelandhalle“ antworteten die Gastgeber schnell mit dem Ausgleich und führten bald wieder konstant mit ein bis zwei Toren. Nach einem Doppelschlag von Yves Grafenhorst hieß es sogar 29:26. Kent-Harry Andersson zuckte die grüne Karte. Im nächsten Angriff scheiterte jedoch Blazenko Lackovic, während Yves Grafenhorst seinen Hattrick perfekt machte. 30:26 – die Vorentscheidung!


SC Magdeburg – SG Flensburg-Handewitt 32:28 (14:10)
SC Magdeburg: Erevik (bei einem 7m), Heinevetter (18/1 Paraden) – Theuerkauf (4), Grafenhorst (5), van Olphen, Sprenger (5/2), Jurecki (4), Kabengele (5/1), Vasilakis (7), Stiebler, Tönnesen (2)
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (13/2 Paraden), Sijan (1 Parade; ab 51.) – Lackovic (4), Nielsen (3), Mogensen (3/1), Holmgeirsson (1), Jensen (1), Christiansen (9/5), Vranjes (1), Johannsen (2), Lijewski (2), Petersson (1), Knudsen (1)
Schiedsrichter: Dang/Zacharias (Mainz); Zeitstrafen: 12:10 Minuten (Kabengele 4, Vasilakis 2, Jurecki 2, Grafenhorst 2, Stiebler 2 – Lijewski 4, Lackovic 2, Knudsen 2, Jensen 2); Siebenmeter: 5/3:7/6 (Kabengele und Theuerkauf scheitern an Beutler – Heinevetter hält gegen Christiansen); Zuschauer: 6008
Spielverlauf: 0:1 (1.), 2:3 (4.), 5:3 (7.), 5:5 (9.), 6:6 (11.), 10:6 (18.), 10:9 (25.), 11:10 (26.) – 15:10 (31.), 16:11 (32.), 16:18 (40.), 18:18 (41.), 20:19 (44.), 22:20 (47.), 24:22 (49.), 24:24 (50.), 26:24 (52.), 27:26 (55.), 30:26 (57.), 31:28 (59.)


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