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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

TOYOTA Handball-Bundesliga: Am Ende Zauber-Handball

Die SG Flensburg-Handewitt eroberte mit einem 38:22 (14:12)-Erfolg über Schlusslicht TUSEM Essen zumindest für einen Tag auch nach Pluspunkten die Führung der TOYOTA Handball-Bundesliga zurück. Dabei zeigten die Hausherren allerdings Licht und Schatten. „Von einer Spitzenmannschaft muss man mehr erwarten, als in den ersten 30 Minuten gezeigt wurde“, sagte SG-Trainer Kent-Harry Andersson. „Nach der Pause hatten aber alle Spaß am Handball.“ Sportdirektor Anders Dahl-Nielsen sah es ähnlich: „So eine Halbzeit wie die erste möchten wir nicht noch mal erleben. Am Ende wurde dafür traumhaft gespielt.“
Zwar ist man beim Medical Team der SG zuversichtlich, Michael Knudsen und Johnny Jensen für die nächsten wichtigen Partien wieder „in Form“ zu kriegen, diesmal fehlte das Kreisläufer-Team allerdings schon beim Aufwärmen. Dafür schlug für Jacob Heinl einmal mehr die Stunde. Das Eigengewächs stand erstmals in der Startaufstellung.
Gerade in der Deckung ließ die SG zunächst nichts anbrennen. Die Gäste blieben die ersten sieben Minute ohne Erfolgserlebnis, da führte die SG, die selbst mit keiner perfekten Chancenverwertung begann, mit 3:0. Danach bestimmte die SG das Geschehen. Allerdings hatten die Westdeutschen zwei Mal die Chance, auf einen Treffer zu verkürzen. Doch Kasper Nielsen (6:3) und Marcin Lijewski (7:4) vollstreckten per Gegenstoß.
Die SG schien immer mehr Oberwasser zu gewinnen. Mit einem „Flensburg-Nordfriesland-Doppelpack“ erhöhten Jacob Heinl und Torge Johannsen auf 12:7 (22.). Essen nahm eine Auszeit, die SG geriet aus dem Tritt. Fehler häuften sich. In 6:4-Überzahl musste die SG sogar den 13:12-Anschlusstreffer verdauen. Einen  Siebenmeter verwandelte TUSEM-Außen Aljoscha Schmidt besonders frech. Darauf antwortete Anders Eggert Sekunden vor dem Pausenpfiff immerhin mit dem 14:12-Pausenstand. „Es gab einige laute Worte in der Kabine“, war Kent-Harry Andersson die Geduldsschnur gerissen. „Neun technische Fehler in 30 Minuten – das war mir peinlich.“
Der zweite Durchgang begann jedoch mit einem weiteren „kleinen Ärgernis“. Nochmals musste die SG mit David Katzirz einen Essener trotz doppelter Überzahl passieren lassen. Doch dieses Missgeschick lähmte die Aktionen der SG nicht etwa, sondern motivierte sie zusätzlich. Im Stile einer Spitzenmannschaft schlug sie zurück und lag binnen Kürze mit 18:13 wieder beruhigend in Führung. „Im SG-Team steckt so viel Potenzial, das Tempo konnten wir am Ende nicht mehr mitgehen“, schwante TUSEM-Coach Krzystof Szargiej Böses. „Wir sind nicht mehr zurückgelaufen. Ein Spiel dauert eben 60 Minuten.“
Die Ruhrpott-Handballer versuchten mit einer 5:1-Deckung gegen Thomas Mogensen die Kreise des Favoriten zu stören. Vergeblich – nun spielte sich die SG in einen Rausch und zauberte. Ljubomir Vranjes legte per Kempa-Trick für Lars Christiansen auf (32:21), Kasper Nielsen verwandelte seinen „Konter-Dunkin“ (34:21) und im „Paartanz“ erzielten Lars Christiansen und Thomas Mogensen die höchste B-Note und den Endstand. „Die Nummer eins im Lamd sind wir“, sangen da längst die Fans.

Marcin Lijewski traf vier Mal. Fotos: Living Sports

Mehr Fotos (Natalia Kirschner)

 

SG Flensburg-Handewitt – TUSEM Essen 38:22 (14:12)
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (11 Paraden), Sijan (4/2 Paraden; bei drei 7m, ab 54.) – Lackovic (6), Nielsen (6), Eggert (2), Mogensen (6), Holmgeirsson (2), Christiansen (6/1), Vranjes, Johannsen (1), Heinl (3), Lijewski (4), Petersson (2)
TUSEM Essen: Friedrich (2/1 Paraden; 14.-18., ab 50.), Eylers (10 Paraden) – Dragunski (1), Schmetz (1/1), Klesniks (1), Schütte, Casanova (2), Katzirz (2), Vrany (4), Siniak (3), Dietrich, Schmidt (7/4), Schult (1), Thoke
Schiedsrichter: Schulze/Tönnies (Magdeburg/Dodendorf); Zeitstrafen: 6:12 Minuten (Nielsen 2, Heinl 2, Vranjes 2 – Casanova 4, Dragunski 2, Schmetz 2, Katzirz 2, Vrany 2); Siebenmeter: 2/1:7/5 (Eggert scheitert an Friedrich – Sijan hält gegen Schmetz und Schmidt); Zuschauer: 6112
Spielverlauf: 3:0 (7.), 5:2 (8.), 6:4 (11.), 8:4 (16.), 10:7 (20.), 12:7 (22.), 12:9 (24.), 13:10 (25.), 13:12 (30) – 14:13 (31.), 18:13 (35.), 18:15 (36.), 19:16 (38.), 21:16 (39.), 24:17 (42.), 26:20 (47.), 29:20 (49.), 36:21 (57.)


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