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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

TOYOTA Handball-Bundesliga: 35:25 – es prickelte wieder in der „Hölle Nord“

Keine Frage: Es hat wieder Spaß gemacht. Der erste Heimauftritt der SG Flensburg-Handewitt kann als gelungen bewertet werden. Der 35:25 (19:13)-Erfolg gegen den Wilhelmshavener HV war zu keiner Zeit gefährdet. „40 Minuten haben wir gut in der Abwehr gestanden und auch im Angriff gut gespielt“, befand SG-Trainer Kent-Harry Andersson. „Die letzten 20 Minuten haben jedoch gezeigt, dass wir noch arbeiten müssen.“
„Flensburg ist immer ein Erlebnis“, meinte Wilhelmshavens Trainer Michael Biegler schon vor der Reise an die dänische Grenze. Seine Einschätzung bestätigte sich hinsichtlich der Atmosphäre einmal mehr. Erstmals lief der neue Trailer über die Videowall, der die SG-Spieler kurz an bekannten Schauplätzen der Fördestadt zeigt. Die Zuschauer skandierten beim „Kino in der Hölle Nord“ frenetisch die Namen der Akteure, schwenkten schon vor dem Einlauf rote Leuchtstäbe. Und die beidseitigen „Flensburg-Handewitt“-Sprechgesänge erreichten schon wieder die Phonzahl der Topspiele der Vorsaison. „Vor dem Spiel hatte ich eine Gänsehaut“, gab Sport-Direktor Anders Dahl-Nielsen zu.
Die Begeisterung auf den Rängen verwandelte die SG auf der Platte in sehr anschaulichen Tempo-Handball, der auf einer guten 6:0-Abwehr basierte. Schon der erste Treffer beinhaltete fiel Dramatik. Nach einem Wilhelmshavener Fehler trudelte der Ball gen Mittellinie, Alexander Petersson hechtete dem Utensil hinterher und hatte ihn kurz vor dem herausgelaufenen WHV-Keeper Jendrik Meyer erwischt. Dann war es ganz einfach, den Ball ins leere Netz zu befördern.
Mit diesem Schwung ging es in die erste Viertelstunde, die in ein 11:4 mündete. Es wäre durchaus mehr möglich gewesen, wenn der Gäste-Schlussmann Jendrik Meyer nicht so viele Würfe gehalten hätte. „Das war Upper Class gegen Down Town – das Ergebnis ist dementsprechend“, sah WHV-Coach Michael Biegler von Anfang an keine Chance in der Campushalle. Kollege Kent-Harry Andersson brachte indes Thomas Mogensen, der gerade im Angriff gute Akzente setzte. „In der Abwehr“, merkte der Coach an, „muss er noch an sich arbeiten. Ich brauche ihn als schnellen Gegenstoßspieler.“

Alexander Petersson erzielte das 1:0.

Gleich nach Wiederbeginn machte die SG den Sack endgültig zu. Es war paradox: Der eingewechselte Dane Sijan bekam keinen Ball in die Finger, seine Vorderleute zauberten aber ein 24:13 auf die Platte. Der Aufbau der Wilhelmshavener kapitulierte vor den geschickten Händen von Kasper Nielsen oder Alexander Petersson. Danach versäumten es die Hausherren, den Vorsprung weiter auszubauen. Es zeigte sich wiederholt, dass die Abstimmung in der Defensive noch nicht optimal ist. Auch in der Offensive ging die letzte Konsequenz etwas verloren. Pech hatte Dane Sijan, der ein Geschoss aufs Auge bekam und vorsichtshalber auf die Bank zurückkehrte. Das Gesamtfazit war aber auf jeden Fall positiv, wie Anders Dahl-Nielsen unterstrich: „Wir haben einen breiten Kader, in dem jeder mithalten kann.“
Dennoch musste die SG die Tabellenspitze räumen. Der THW Kiel zog mit einem 40:26-Kantersieg in Großwallstadt vorbei. Dennoch bleibt Flensburg spitze! Im neuen VIP-Tipp des Hallen-Magazin „KONTER“ sagte Stadtpräsident Hans Hermann Laturnus das Ergebnis exakt richtig voraus. In der Tip-Tabelle folgt ihm nun niemand anderes als der zweite Flensburger Repräsentant, Oberbürgermeister Klaus Tscheuschner. Dieser hatte immerhin die Differenz richtig prognostizierte.

Es ging nicht immer zimperlich zu.


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SG Flensburg-Handewitt – Wilhelmshavener HV 35:25 (19:13)
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (10 Paraden, 1-30., ab 53., ein 7m), Sijan (5/1 Paraden) – Nielsen (5), Eggert (2), Mogensen (5), Holmgeirsson (2), Jensen (2), Christiansen (3/2), Vranjes (3), Johannsen, Lijewski (3), Petersson (6), Knudsen (4)
Wilhelmshavener HV: Meyer (15 Paraden) – Ljubanovic (5), Gylfason, Vucicevic (1), Schröder, Bonath (1), Bedzikowski (1), Binder (3), Rui (3), C. Köhrmann (3/3), O. Köhrmann (8)
Schiedsrichter: Harms/ Mahlich (Magdeburg/Stendal); Zeitstrafen: 6:6 Minuten (Jensen 4, Vranjes 2 – Ljubanovic 2, Gylfason 2, C. Köhrmann 2); Siebenmeter: 2/2:4/3 (C. Köhrmann scheitert an Sijan); Zuschauer: 6112
Spielfilm: 3:0 (6.), 5:1 (10.), 7:2 (12.), 9:3 (14.), 11:4 (15.), 11:6 (17.), 14:7 (21.), 17:9 (24.), 18:10 (26.), 18:12 (29.) – 24:13 (35.), 24:16 (40.), 26:18 (43.), 28:20 (50.), 31:20 (54.), 31:22 (56.), 34:25 (59.)


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