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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

TOYOTA Handball-Bundesliga: 40:27 – "Silvester-Böller"

Die Fans und Spieler der SG Flensburg-Handewitt können mit einer schönen Gewissheit den Jahreswechsel feiern. Ihr Klub wird mindestens den ganzen Januar an der ersten Position der TOYOTA Handball-Bundesliga rangieren. Der 40:27 (18:12)-Erfolg beim Wilhelmshavener HV garantierte diesen Genuss. Für SG-Geschäftsführer Fynn Holpert ein „zweifelhafter“ Luxus: „Schade dass jetzt Pause ist. Die Mannschaft ist im Moment einfach gut drauf.“ Seit 56 Tagen – oder hat acht Spielen – hat die SG in der Bundesliga keinen Zähler mehr eingebüßt.
Eine knappe Viertelstunde vor dem Anpfiff sang ein Chor die Vereinshymne der Niedersachsen, nach dem Anpfiff gab aber schnell die SG den Ton an. Der erste Treffer von WHV-Kreisläufer Kristijan Ljubanovic nach exakt 50 Sekunden hatte den Charakter einer Rarität. Denn nur beim 1:0 führten die Gastgeber, beim Siebenmeter von Christian Köhrmann gefror bereits der Torjubel in der Nordfrost-Arena. SG-Keeper Dan Beutler parierte und leitete einen blitzschnellen Gegenstoß ein, den Michael Knudsen zum 1:2 vollendete.
Thomas Mogensen, Anders Eggert und Marcin Lijewski stiegen danach in den Torreigen ein – schon nach sieben Minuten hatte die SG eine passable 5:2-Führung erkämpft. Bis zum 6:8 verkürzte der WHV zwar noch mehrfach auf zwei Treffer, doch wirkliche Unruhe herrschte auf der SG-Bank nicht. Man hatte nie den Eindruck, dass die SG – wie im Mai – am Jadebusen eine böse Überraschung erleben könnte.
Wer unbedingt wollte, konnte vielleicht in der eigenen Deckung das „Haar in der Suppe“ entdecken. Nach dem 12:15 (22.) – nun betrat Frank von Behren das Spielfeld – war die 6:0-Abwehr aber auf jeden Fall felsenfest. Die Wilhelmshavener bissen elf Minuten lang auf Granit. Zudem bekam Kristijan Ljubanovic, bis dahin der auffälligste WHV-Akteur, kurz vor der Pause seine zweite Zeitstrafe aufgebrummt. Eine weitere Hiobsbotschaft für die Niedersachsen, die ohnehin nur neun Feldspieler im Aufgebot hatten und auch den angeschlagenen Regisseur Oliver Köhrmann weitgehend schonten.
Der Spielfilm des zweiten Durchgangs war undramatisch. Der Vorsprung der SG blieb stets komfortabel. Selbst eine 4:6-Unterzahl – Frank von Behren und Torge Johannsen saßen draußen – richtete keinen Schaden an. Im Gegenteil: Blazenko Lackovic traf zum 16:24 und eröffnete die „Demontage“ der Hausherren. 38 Sekunden vor dem Abpfiff „machte“ Lars Christiansen unter dem frenetischen Jubel der rund 100 SG-Fans sogar die „40“ voll.

Wilhelmshavener HV – SG Flensburg-Handewitt 27:40 (12:18)
Wilhelmshavener HV: Meyer, Weiner – Ljubanovic (3), Gylfason (8/1), Vucicevic (5/1), Schröder (4/2), Bonath, Binder (3), Rui, C. Köhrmann (4), O. Köhrmann, Kelm
SG Flensburg-Handewitt: Beutler, Sijan – von Behren (2), Lackovic (5), Nielsen (5), Eggert (4/2), Mogensen (3), Holmgeirsson (2), Jensen, Christiansen (6/2), Johannsen (1), Lijewski (5), Petersson (2), Knudsen (5)
Schiedsrichter: Methe/ Methe (Vellmar); Zeitstrafen: 8:8 Minuten (Ljubanovic 4, Binder 2, C. Köhrmann 2 – Lijewski 2, von Behren 2, Johannsen 2); Siebenmeter: 6/4:5/4 (C. Köhrmann scheitert an Beutler, Schröder wirft vorbei – Eggert vergibt gegen Weiner); Zuschauer: 2455 (ausverkauft)
Spielfilm: 1:0 (1.), 1:2 (4.), 2:3 (6.), 2:5 (8.), 4:6 (10.), 6:8 (12.), 6:10 (13.), 7:11 (16.), 8:12 (17.), 10:14 (20.), 12:15 (23.) – 12:19 (33.), 14:20 (36.), 15:21 (38.), 15:23 (39.), 16:26 (45.), 17:28 (47.), 18:30 (49.), 19:32 (51.), 21:34 (52.), 23:36 (55.), 25:38 (57.), 26:40 (60.)


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