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TOYOTA Handball-Bundesliga: 35:28 – nach zehn Minuten lief es

Die SG Flensburg-Handewitt bleibt der Spitze in der TOYOTA Handball-Bundesliga im Nacken. Nach schlechtem Start glückte noch ein klarer 35:28 (17:15)-Erfolg gegen den TV Großwallstadt. „Mir war vorher klar“, sagte SG-Trainer Kent-Harry Andersson, „dass heute nur etwas über den Kampf geht.“ Und SG-Geschäftsführer Fynn Holpert ergänzte: „Wenn man die ersten zehn Minuten weglässt, war es eine Leistung, die sehr in Ordnung ist.“
Dan Beutler bot der „Hölle Nord“ einen grandiosen Auftakt. Gleich mit seiner ersten Aktion parierte der SG-Keeper einen Strafwurf von Andreas Kunz. Sicherheit für seine Vorderleute brachte diese Heldentat allerdings nicht. Im Gegenteil: Die SG agierte zunächst sehr unsicher im Spielaufbau. Vier Angriffe liefen ins Leere. Erst ein Anspiel von Ljubomir Vranjes auf Kreisläufer Johnny Jensen bescherte nach gut fünf Minuten das erste Erfolgserlebnis. 1:3!
Beim 1:5 nahm Kent-Harry Andersson bereits seine Auszeit. Nun „streikte“ das Zielwasser. Doch dann sprang der SG-Motor allmählich an. Das Großwallstädter Geburtstagskind Michael Spatz hatte zwar eine Fünf-Tore-Führung in der Hand, scheiterte aber am auftrumpfenden Dan Beutler. Dann ging es ganz schnell: Mit vier Gegenstößen binnen zwei Minuten stellte die SG den umjubelten 7:7-Ausgleich her. „Wir waren zuletzt viel unterwegs“, spürte Kent-Harry Andersson den Aufwärtstrend. „Die ersten zehn Minuten saßen wir wohl noch im Bus.“
Kurios die erste Führung: Ein Wurf von Marcin Lijewski blieb am TVG-Block hängen. Um den Abpraller bemühten sich TVG-Keeper Marcus Rominger und Handballgott Johnny Jensen – wie im „Fußball-Strafraum“. Der Ball landete schließlich beim „Vollstrecker“ Ljubomir Vranjes. Und Jan-Olaf Immel bekam seine zweite Zeitstrafe. Eine weitere Schwächung für den Gast, der auch Bostjan Hribar (Handprellung) nur phasenweise einsetzen konnte.
Danach drehte die SG richtig auf, zog bis auf 14:10 davon. 13 Tore in einer Viertelstunde – absolute Spitzenklasse! Noch war Großwallstadt aber nicht geschlagen. Die Süddeutschen mühten sich wieder heran. „Ich bin stolz“, sagte TVG-Trainer Michael Roth, „dass das Team lebt, dass es Moral hat, dass es zeigt, dass es wieder nach oben will.“
Nach dem 22:20 (40.) machte die SG endgültig den Sack zu. Die Alternativen auf der Bank waren größer. Einar Holmgeirsson, Thomas Mogensen oder Kasper Nielsen waren nun die Protagonisten eines immer deutlicher werdenden SG-Vorsprungs. „In der Mannschaft ist mehr Sicherheit als noch vor wenigen Wochen“, freute sich Fynn Holpert. „Auch die Alternativen funktionieren.“ Die Zuschauer gingen zufrieden nach Hause. Und auch die SG-Spieler. Ein klarer Sieg – und jetzt stolze sechs Tage bis zum nächsten Heimspiel gegen den SC Magdeburg. „Diese Pause können wir gut gebrauchen“, meinte Dan Beutler.

Am Ende waren alle zufrieden.


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SG Flensburg-Handewitt – TV Großwallstadt 35:28 (17:15)
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (19/1 Paraden), Sijan (bei einem 7m) – von Behren (1), Lackovic, Nielsen (4), Eggert (4/2), Mogensen (4), Holmgeirsson (4), Jensen (2), Vranjes (4), Johannsen (5), Lijewski (7), Knudsen
TV Großwallstadt: Rominger (7 Paraden), Hannawald (31.-42.) – Spatz (3), P. Müller (5), Immel, Wolf (2), Kunz, Grimm (2), Zdrahala (1), Hribar (6/4), Hauk, M. Müller (4), Tiedtke (3), Schmeißer (2)
Schiedsrichter: Heinz/Hock (Waiblingen); Zeitstrafen: 10:10 Minuten (Jensen 4, Mogensen 2, Johannsen 2, Vranjes 2 – Immel 4, Grimm 2, M. Müller 2, P. Müller 2); Siebenmeter: 2/2:5/4 (Beutler hält gegen Kunz); Zuschauer: 6203
Spielverlauf: 0:3 (6.), 1:5 (8.), 3:7 (11.), 7:7 (16.), 8:8 (17.), 12:8 (21.), 12:10 (22.), 14:10 (23.), 14:13 (27.), 16:15 (29.) – 17:16 (31.), 19:18 (36.), 21:18 (37.), 22:20 (40.), 25:20 (43.), 26:22 (46.), 29:22 (49.), 30:24 (51.), 32:24 (53.), 33:27 (58.), 35:27 (59.)


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