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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

TOYOTA Handball-Bundesliga: 47:40 – Tor-Festival in Melsungen

Die SG Flensburg-Handewitt schenkte Kent-Harry Andersson zu seinem 200. Spiel auf der SG-Bank zwei Punkte – und ein wahres Torfestival. Mit einem 47:40 (21:22)-Sieg wahrten die Nordlichter den Kontakt zur Tabellenspitze. Mit 87 Treffern war es das torreichste Spiel der Vereinsgeschichte und kratzte am Bundesliga-Rekord (88 Tore). „Glückwunsch an die Zuschauer“, sagte der schwedische Jubilar. „Die haben ein sehr unterhaltsames Spiel gesehen.“
Es war ein denkwürdiges Spiel. 47 Treffer für die SG – das hatte es nur einmal zuvor in einem Pflichtspiel gegeben. Am 1. Dezember 2004 im DHB-Pokal beim TuS N-Lübbecke (47:39). In der Bundesliga lag die Bestmarke bislang bei 45 Treffern, ebenfalls in einer Partie gegen den TuS N-Lübbecke (45:30; 23.4.2005). Mit 83 Toren war bislang das Heimspiel gegen die SG Kronau-Östringen (43:40; 18.12.2005) das fulminanteste Torfestival der SG-Geschichte. Dieses Resultat markierte für exakt zwei Tage auch einen Bundesliga-Rekord – bis der THW Kiel den SC Magdeburg mit 54:34 aus der Ostseehalle fegte.
Die ungewohnte Torflut war das Hauptthema in der Pressekonferenz. „Das war überragender Angriffshandball“, schnalzte Kent-Harry Andersson mit der Zunge, um dann kritisch anzumerken. „In den nächsten Tagen müssen wir über Abwehrarbeit sprechen.“ Da fuhr ihm der Melsunger Kollege ins Wort: „Die Defensive wird auch bei uns in den nächsten Tagen das Thema sein. Mit 40 eigenen Toren darf man nicht verlieren.“
Am Anfang lief es aber gar nicht bei der SG. 2:7 hieß es nach gerade einmal acht Minuten – Kent-Harry Andersson nahm seine Auszeit. Der Trainer schwor seine Truppe, die auf den leicht erkrankten Ljubomir Vranjes verzichten musste, nochmals ein und warf Blazenko Lackovic ins Rennen. Der Kroate zeigte sein beste Leistung nach seiner Verletzungspause. „Die letzten 50 Minuten“, merkte Kent-Harry Andersson mit einem leichten Schmunzeln an, „haben wir mit zwölf Toren Vorsprung gewonnen – und das in Melsungen.“
Zur Pause führten aber noch die Hausherren. Daniel Valo und Vladica Stojanovic waren wie erwartet die überragenden Individualisten bei den Hausherren. Dieses Duo bekam die SG, die hauptsächlich mit einer ungewohnt zahmen 6:0-Deckung agierte, nie wirklich in den Griff. Dafür stach der SG-Rückraum im zweiten Durchgang von allen Positionen, und auch Rechtsaußen Torge Johannsen warf sich in einen Rausch. Zehn Treffer und zwei Punkte – so viel Grund zum Jubeln hatte der Nordfriese noch nie.

MT Melsungen – SG Flensburg-Handewitt 40:47 (22:21)
MT Melsungen: Kelentric, Musil – Brouko (4), Blank, Kurtchev, Tellander, Hazl (7/6), Hruby, Stojanovic (8), Balomenos (3), Klitgaard (5), Sanikis, Karipidis (3/1), Valo (10)
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (9/2 Paraden), Sijan (10.-34.; 5 Paraden) – von Behren, Lackovic (5), Nielsen (1), Eggert (1/1), Mogensen (9), Jensen (4), Christiansen (9/5), Johannsen (10), Lijewski (5), Petersson (3), Knudsen
Schiedsrichter: Lemme/ Ullrich (Magdeburg); Zeitstrafen: 8:8 Minuten (Stojanovic 4, Klitgaard 2, Valo 2 – Lijewski 4, Jensen 2, von Behren 2); Siebenmeter: 9/7:8/6 (Karipidis und Hazl scheitern an Beutler – Christiansen scheitert zwei Mal an Kelentric); Zuschauer: 2100
Spielfilm: 0:1 (1.), 2:1 (3.), 7:2 (8.), 7:5 (10.), 9:7 (11.), 12:7 (13.), 12:9 (14.), 15:10 (17.), 15:13 (20.), 16:16 (23.), 18:18 (25.), 20:20 (29.), 22:20 (29.) – 23:23 (53.), 25:24 (34.), 25:26 (35.), 26:29 (38.), 28:31 (41.), 29:32 (43.), 31:32 (44.), 32:33 (47.), 32:35 (49.), 35:36 (51.), 35:39 (52.), 36:41 (55.), 37:43 (56.), 40:44 (58.)


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