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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

TOYOTA Handball-Bundesliga: Es geht doch

So fühlen sich Siege an. Die SG Flensburg-Handewitt „putzte“ die HSG Wetzlar mit 37:20 (16:11) und schob sich wieder auf den dritten Platz der Bundesliga vor. „In der zweiten Hälfte haben alle mit Lust, Überzeugung und Selbstvertrauen gespielt“, freute sich SG-Sportdirektor Anders Dahl-Nielsen. „Gestern hat uns bereits der Sieg von Hamburg in Kiel Mut gegeben. Es ist wieder alles offen.“
1,2, 3… als die SG-Spieler sich warm machten, zählten die Zuschauer 13 Feldspieler. Alle dabei? Wirklich? Nein! Michael Knudsen fehlte, lag erkrankt im Bett. „Er hatte mir schon in Göppingen gesagt, dass er Fieber hat“, erzählte SG-Kent-Harry Andersson. „Heute kam er zwar zu unserem Treffen – es ging aber nicht.“ Für ihn war Jacob Heinl ins vorläufige Aufgebot gerückt. Am Kreis fing aber Johnny Jensen an, im Mittelblock nahm Frank von Behren die Position des erkrankten Dänen ein.
Zunächst waren es die Wetzlarer, die etwas Zählbares zu Stande brachten. Das 0:1 durch Avishay Smoler war allerdings der letzte Gästejubel. Nach gut vier Minuten startete Alexander Petersson durch und erzielte das 2:1. Der erste SG-Führungstreffer nach exakt 129 Minuten. Die „Durstrecke“ war vorbei – und sofort gewann die SG deutliches Oberwasser. Die 5:1-Deckung der Gäste hatte die SG schnell verstanden, „Abwehrchef“ Giorgios Chalkidis kam bereits nach sechs Minuten die zweite Zeitstrafe aufgebrummt. Auf der anderen Seite setzte HSG-Coach Volker Mudrow mit Kreso Ivankovic schnell auf einen zweiten Spielmacher, nachdem der Gästeangriff mit Timo Salzer häufig in die Abwehrfalle tappten. Aber selbst eine Auszeit half nicht viel, die SG baute ungefährdet ihre Führung aus.
Noch wirkte die SG aber nicht souverän. „Man merkte, dass der Mannschaft noch etwas Selbstvertrauen fehlte“, meinte Kent-Harry Andersson. „Die Spieler haben nicht auf den Torwart geguckt.“ Der junge Gästekeeper Nicolai Weber freute sich über neun Paraden im ersten Durchgang – und sein Team über eine kleine Aufholjagd, die im 10:13 mündete. Das bessere Ende in Halbzeit eins hatte aber die SG: Zum einen kassierte Giorgios Chalkidis seine dritte Zeitstrafe, beklatschte die Entscheidung der Referees und erhöhte somit das Strafmaß um zwei weitere Minuten. Dann hämmerte Thomas Mogensen den Ball zwar gegen die Latte, doch den Abpraller versenkte Johnny Jensen mit der Sirene zum Halbzeitstand.
Der zweite Durchgang begann mit Paukenschlägen. Frank von Behren markierte seinen ersten Saisontreffer, die Wetzlarer Bank handelte sich eine Zeitstrafe ein. Die SG nutzte die längere doppelte Überzahl, um auf 19:11 davonzuziehen. Der Widerstand der Hessen, die nun ihren Youngstern Kevin Schmidt und Christian Hildebrand vermehrt Einsatzzeiten gab, war gebrochen. Torge Johannsen und Einar Holmgeirsson, die zunächst noch hinter der Torbande gesessen hatten, erschienen nun auf dem Spielfeld. Besonders der Isländer trumpfte mit sechs Treffern in zwölf Minuten auf.
In Euphorie brach nach zuletzt drei Niederlagen in vier Heimspielen niemand aus. „Es ist noch ein weiter Weg“, sagte Anders Dahl-Nielsen, „die Campushalle wieder zu einer Hölle auszubauen.“ Einer der Protagonisten des Erfolgs war Blazenko Lackovic, dessen Namen einige Fans noch eine halbe Stunde nach dem Abpfiff besangen. „Er fühlt sich wieder gut“, bestätigte Anders Dahl-Nielsen, dass der Kroate die Innenband-Dehnung auskuriert hat.

Friede, Freude, Eierkuchen in der Campushalle.


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SG Flensburg-Handewitt – HSG Wetzlar 37:20 (16:11)
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (8 Paraden, bis 49.), Sijan (4 Paraden) – von Behren (1), Lackovic (4), Nielsen, Eggert (1/1), Mogensen (3), Holmgeirsson (6), Jensen (5), Christiansen (8/1), Vranjes (1), Johannsen (2), Lijewski (5), Petersson (1)
HSG Wetzlar: Djordjic, N. Weber (10/1 Paraden; bis 51.) – Ivankovic (3), Kasmauskas (2), Michel (1), Mitkov, Mraz (3), Salzer (1), Allendorf, Smoler (4), Schmidt (2), Chalkidis (2), S. Weber (2), Hildebrand
Schiedsrichter: Prang/Reichl (Bergheim/Köln); Zeitstrafen: 2:12 Minuten (von Behren 2 – Chalkidis 8, Mudrow 2, Hildebrand 2); Rote Karte: Chalkidis (29.; dritte Zeitstrafe); Siebenmeter: 3/2:0 (Christiansen scheitert an Weber); Zuschauer: 6102
Spielfilm: 0:1 (3.), 2:1 (5.), 5:1 (10.), 5:3 (12.), 8:3 (14.), 11:4 (20.), 11:7 (24.), 13:8 (25.), 13:10 (27.), 15:10 (30.) – 19:11 (35.), 26:12 (44.), 28:13 (48.), 31:17 (52.), 34:17 (55.), 36:18 (58.)


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