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Grenzenlose Leidenschaft

Avishay Smoler: Der erste Israeli in der Bundesliga

Vor einigen Jahren spielte Landsmann Idan Maimon für den damaligen Zweitligisten FA Göppingen. Avishay Smoler betritt nun echtes Neuland. Der 21-jährige Rechtsaußen ist der erste Israeli in der Bundesliga. Ein Rohdiamant, das trotz seiner Jugendlichkeit schon auf eine lange Handball-Karriere in seinem Heimatland zurückblicken kann. Bereits mit 15 Jahren schaffte Avishay Smoler bei Hapoel Rishon Le Zion den Sprung in den Männer-Kader. Zwei nationale Titel, ein Pokalsieg und 47 Länderspiele folgten seitdem.

Avishay Smoler

Der Unterschied zwischen israelischer und deutscher Liga ist beachtlich. „In meiner Heimat konnte ich machen, was ich wollte“, erzählt Avishay Smoler. „Es war nicht schlimm, wenn mir Fehler unterlaufen sind, denn wir haben sowieso gewonnen. Hier wird jedes Missgeschick bestraft und kann uns den Sieg kosten“. Im hessischen Dutenhofen lebt der Neuzugang sehr beschaulich. Auf dem Weg zum Bäcker grüßen die Menschen freundlich. Freundin July ist inzwischen auch in Mittelhessen eingetroffen. „Smoler ist wie eine Wundertüte“, sagte unlängst der Sportliche Leiter, Rainer Dotzauer. Dabei kommt ihm ein „Gen-Fehler“ entgegen. Eine große Flexibilität in seinen Fingergelenken erlaubt es ihm, seine Finger weit nach hinten zu biegen, sodass er dem Ball noch mehr Effet geben kann.
Das einzige, was Avishay Smoler in Deutschland vermisst, ist der Sommer und der Strand von Rishon, mit gut 200000 Einwohnern immerhin viertgrößte Stadt des Landes. „Dort habe ich die meiste Zeit verbracht“, schmunzelt er. „Wir haben mit sieben Freunden einen Jet-ski gekauft und sind den ganzen Tag herumgefahren.“ Diese Zeiten sind nun erst einmal vorbei. Statt vier Trainingseinheiten in der Woche bittet sein neuer Trainer Volker Mudrow, der den Nachwuchsspieler bei einer Europapokalreise mit dem TBV Lemgo vor einigen Jahren zum Hapoel-Rivalen Maccabi Rishon Le Zion entdeckt hatte, häufiger in die Sporthalle.
In seiner Heimat spielen zwölf Mannschaften in der ersten Liga um den Titel. „Vier davon sind gut, zwei machen die Meisterschaft unter sich aus“, sagt Smoler. In den letzten beiden Jahren feierte Maccabi, davor durfte sich Hapoel zehnmal in Folge über den Meisterpokal freuen. „Normalerweise spielen wir vor 300 Zuschauern“, berichtet Avishay Smoler. „Zu den Playoffs kommen etwa 1000, zum Stadtderby dann schon 2000.“ Nun hofft er, als Türöffner für weitere Israeli in der Bundesliga zu fungieren: „Es wäre schön, wenn ich nicht der letzte Israeli bleibe…“