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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

Bundesliga: 34:22 – SG stürmt an die Tabellenspitze

Auftakt nach Maß – so lautete am Ende das Fazit für die SG Flensburg-Handewitt. Trotz einiger Probleme in den ersten 20 Minuten löste sie die Aufgabe beim TuS N-Lübbecke mit Bravur. Mit dem 34:22 (15:12) übernahm die SG gleich die Tabellenspitze – knapp vor dem THW Kiel, der zeitgleich mit 39:28 gegen Melsungen gewann. „Wir können sehr zufrieden sein, obwohl wir schon zur Pause hätten höher führen müssen“, meinte SG-Geschäftsführer Fynn Holpert. „Abwehr, schnelle Mitte, zweite Welle, sehr gute Torwartleistung – es stimmte schon vieles.“
Dabei begann das Wochenende am westfälischen Wiehengebirge mit kleinen Hiobsbotschaften. Ein Magen-Darm-Virus hatte Dan Beutler und Dane Sijan heimgesucht. Doch die Saison-Premiere ließen sich die beiden Torhüter nicht entgehen. Im Gegensatz zu den Schiedsrichtern Bernd und Harald Andler. Eine Verletzung – kurzfristig sprangen die jungen Referees Andreas und Marcus Pritschow ein, die die Partie souverän leiteten.
Souverän war auf jeden Fall auch der Start der SG. 4:1 – der Einstieg in die Saison glückte, war aber noch etwas trügerisch. Die aggressive 3:2:1-Abwehr der Gastgeber bereitete der Truppe von Kent-Harry Andersson einige Probleme. Lübbecke drehte die Partie, führte nach knapp 20 Minuten sogar mit 9:7. „Das ist noch nicht unser Spiel“, musste Frank von Behren, der als Co-Moderator bei „hbl.tv“ agierte, erkennen. Zu allem Überfluss hatte Lars Christiansen den ersten von zwei Siebenmetern verworfen.
Dann handelten sich die Hausherren – als Konsequenz ihrer aggressiven Abehrarbeit – ihre ersten Zeitstrafen ein. Die SG nutzte die Überzahl und kam immer besser in die Partie. Johnny Jensen entwischte den Gastgebern bei einem Gegenstoß. 9:9! Ljubomir Vranjes und Kasper Nielsen erhöhten auf 11:9. Als Marcin Lijewski beim 14:11 jubelnd abdrehte, waren alle Zweifel an einem guten Saison-Einstand vertrieben.
In der zweiten Hälfte hielten die Lübbecker nur kurzfristig die Tuchfühlung. Die 6:0-Abwehr, mit Michael Knudsen und Johnny Jensen im Mittelblock, stand immer sicherer und ließ kaum mehr als halbherzige Würfe zu. Und wenn es doch einmal etwas brenzliger wurde, nervte Dane Sijan mit seiner vollen Körpermasse die TuS-Schützen. Der „serbische Bär“ kühlte die Kreissporthalle Lübbecke merklich ab, die 150 mitgereisten SG-Fans feierten schon eine Viertelstunde vor Schluss den Auswärtssieg.
Während Kent-Harry Andersson in der ersten Hälfte bis auf Alexander Petersson die altbewährten Kräfte ins Rennen geschickt hatte, kamen nun verstärkt die Neuzugänge zum Zuge. Dane Sijan überzeugte im Tor, Thomas Mogensen durfte auf halblinks und als Spielmacher ran, und die beiden Isländer Einar Holmgeirsson und Alexander Petersson bildeten in der Schlussphase die rechte Angriffsseite. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich Anders Eggert und Torge Johannsen schon als beste Schützen herausgeschält, die von den vielen Gegenstößen profitierten. „Das macht richtig Spaß, wenn man so viele Bälle bekommt“, strahlte Anders Eggert.
Nach dem Schlusspfiff feierten die Spieler die ersten beiden Punkte mit ihren Fans. Die Tabellenführung war ein „süßer Bonbon“ zum Auftakt! „Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie sich als Team kontinuierlich steigert“, bilanzierte Fynn Holpert, der auf der Rückreise den erfolgreichen SG-Recken ein „Flensburger Pilsener“ spendierte. Gegen den Wilhelmshavener HV soll am nächsten Samstag (15 Uhr) in der Campushalle der zweite Sieg folgen. Es gibt noch Stehplatz-Tickets in den sh:z-Ticketcentern.

Torge Johannsen hatte einen guten Lauf.

 

TuS N-Lübbecke – SG Flensburg-Handewitt 22:34 (12:15)
TuS N-Lübbecke: Blazicko (8/2 Paraden), Gudmundsson (3 Paraden) – Szymanski (1), Cale, Greiner (2), Kokir (2), Tomic, Schibschid, Datukasvili (6), Anclais (2/2), Olafsson, Skatar (5), Remer (4/3)
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (6 Paraden), Sijan (ab 31., bei einem 7m; 13/2 Paraden) – Nielsen (1), Eggert (8/2), Mogensen (2), Holmgeirsson, Jensen (1), Christiansen (4/2), Vranjes (1), Johannsen (6), Lijewski (5), Petersson (4), Knudsen (2)
Schiedsrichter: Pritschow/ Pritschow (Stuttgart); Zeitstrafen: 14:6 Minuten (Szymanski 4, Olafsson 4, Remer 2, Datukasvili, Greiner 2 – Jensen 2, Holmgeirsson 2, Petersson 2); Siebenmeter: 7/5:7/4 (Remer und Anclais scheitern an Sijan – Christiansen scheitert zwei Mal an Blazicko, Eggert hebt an die Latte); Zuschauer: 2500
Spielverlauf: 0:2 (2.), 1:4 (6.), 5:4 (10.), 5:6 (12.), 6:7 (14.), 9:7 (18.), 9:11 (23.), 10:13 (27.), 12:14 (29.) – 12:16 (31.), 13:18 (33.), 15:18 (36.), 15:21 (39.), 17:21 (41.), 18:22 (42.), 18:28 (49.), 19:33 (59.), 20:34 (60.)


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