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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

Bundesliga: 24:26 – kein erlösender Ausgleich

Die letzten theoretischen Zweifel sind beseitigt: Der THW Kiel ist Deutscher Meister 2006. Der SG Flensburg-Handewitt fehlt nach dem 24:26 (10:12) bei der SG Kronau-Östringen noch ein mickriger Zähler, um auch rechnerisch das „Champions-League-Ticket“ zu buchen. Außerdem geht es am Samstag (15 Uhr) in Köln darum, den zweiten Platz vom VfL Gummersbach zurückzuerobern.
Vor dem Spiel versuchte Komiker Bülent Ceylan, die gut 10000 Zuschauer in der Mannheimer SAP-Arena in Stimmung zu bringen. Eine Vorlage, die beide Teams zunächst nicht aufnahmen. Das Tempo, die Dynamik, die noch im Hinspiel für einen 43:40-Torreigen gesorgt hatte, war noch nicht einmal in Spurenelementen zu erahnen. Die Defensiven diktierten das Geschehen. Dabei hatte SG-Trainer Kent-Harry Andersson neben den Ausfällen von Christian Berge und Sören Stryger kurzfristig eine weitere Umstellung vornehmen müssen. Joachim Boldsen musste mit einer Muskelverletzung passen. Für ihn agierte Kasper Nielsen in der Deckung. „Irgendwie scheinen wir ein Seuchenjahr erwischt zu haben“, sagte SG-Geschäftsführer Thorsten Storm und schmunzelte: „Vielleicht bleiben wir dafür in der nächsten Saison von solchen Problemen verschont.“
Die Hausherren operierten mit einer 5:1-Defensive mit Ausrichtung auf Blazenko Lackovic. Eine taktische Variante, die fruchtete. Die SG kam nur schwer in Tritt, die linke Angriffsseite war weitgehend ausgeschaltet. „Wir hatten damit gerechnet“, sagte SG-Trainer Kent-Harry Andersson. „Aber ohne Christian Berge und Joachim Boldsen fehlten uns die Alternativen, die Kronauer Abwehr zu knacken.“ Dennoch glückte Jan Thomas Lauritzen nach 23 Minuten die erste Führung. 9:8!
Die „Kröstis“ schlugen aber mit einem „Hattrick“ zurück. Beim 9:11 bestellte Kent-Harry Andersson seine Auszeit. Kasper Nielsen entlastete nun Glenn Solberg und fungierte als Regisseur. Zwei Kronauer Akteure waren im ersten Durchgang aber zu stark. Rechtsaußen David Slezak überliste Jan Holpert, der in der Anfangsphase wegen eines Kopftreffers kurzzeitig pausieren musste, gleich fünf Mal. Und Keeper Maros Kolpak (24 Paraden) kaufte den SG-Schützen immer wieder den Schneid ab. Unmittelbar vor dem Pausentee parierte er gleich zwei Siebenmeter gegen Lars Christiansen und Blazenko Lackovic.
Nach der Pause drohten der SG kurzfristig die Felle davonzuschwimmen. Blazenko Lackovic scheiterte einmal mehr an Maros Kolpak, die „Rhein-Neckar-Löwen“ zogen auf 14:10 und 15:11 davon. Durch eine doppelte Überzahl fanden die Gäste aber wieder Anschluss, zumal Lars Christiansen nun von der Siebenmeter-Linie und von Linksaußen nach Belieben traf. Mehrmals verkürzte die SG auf einen Treffer. In der SAP-Arena knisterte es vor Spannung.
Der erlösende Ausgleich wollte aber nicht fallen. In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse. Marcin Lijewsi musste mit einer überflüssigen Vier-Minuten-Strafe auf die Bank. „Das war spielentscheidend“, ärgerte sich Thorsten Storm. Glenn Solberg verkürzte aber noch einmal auf 24:25. Als dann Uwe Gensheimer zum sechsten Mal an Jan Holpert scheiterte, hatte Blazenko Lackovic sogar den Ausgleich in der Hand. Doch Maros Kolpak blieb Sieger. Im Gegenzug traf Christian Caillat zum Endstand.

In der SAP-Arena waren 10007 Zuschauer.

SG Kronau-Östringen – SG Flensburg-Handewitt 26:24 (12:10)
SG Kronau-Östringen: Kolpak, Szmal – Gensheimer (2), Bechtold, Caillat (2), Jurasik (9/6), Klimovets (4), Mocsai, Siniak (3), Torgowanow, Slezak (6), Ahrens
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (2.-4., bei einem 7m), Holpert (14 Paraden) – Solberg (2), Lackovic (1), Nielsen, Bastian, Jensen (1), Christiansen (9/5), Lijewski (6), Lauritzen (2), Knudsen (3)
Schiedsrichter: Prang/ Reichl (Bergheim/ Köln); Zeitstrafen: 6:4 Minuten (Torgowanow 2, Caillat 2, Slezak 2 - Lijewski 4); Siebenmeter: 6/6:7/5 (Christiansen und Lackovic scheitern an Kolpak); Zuschauer: 10007
Spielverlauf: 2:1 (5.), 4:2 (8.), 5:5 (13.), 7:6 (20.), 8:9 (23.), 11:9 (25.) – 14:10 (33.), 15:13 (37.), 16:15 (41.), 19:16 (46.), 20:19 (49.), 24:21 (54.), 24:23 (56.), 25:24 (57.)

 

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