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Rasmus Lauge
Grenzenlose Leidenschaft

Bundesliga: Im zweiten Durchgang freigeschwommen

Die SG Flensburg-Handewitt hat das Jahr 2005 mit einem Erfolg abgeschlossen. Beim Schlusslicht und Aufsteiger Concordia Delitzsch reichte es letztendlich für einen klaren 32:22 (12:11)-Erfolg. Damit rückte die SG wieder auf Platz zwei vor, da der VfL Gummersbach mit 32:34 gegen den THW Kiel verlor. „Wir haben sehr unkonzentriert angefangen – und etwas besser aufgehört“, sah SG-Geschäftsführer Thorsten Storm keinen großen Handball-Abend in Sachsen.
Eine Glanzleistung war diese Pflichtaufgabe in der gut gefüllten Leipzig-Arena keineswegs. Ob es daran lag, dass der Truppe beim letzten Auftritt vor der langen Europameisterschafts-Pause die „reine Kopfsache“ (O-Ton Bogdan Wenta) nicht so schmeckte? Oder hat die gesamte Mannschaft in der Weihnachtsnacht nicht so viel geschlafen, weil sie Lars Christiansen mental in den Kreißsaal begleitete? Zumindest fiel die erste Viertelstunde unter die Kategorie „abhaken“. Zwar erzielte der frischgebackene Vater nach gut drei Minuten das erste Tor der Partie, doch dann baute man Delitzsch Keeper Arunas Vaskevivius zum Helden auf. Zudem fehlte noch die Struktur im Angriff. Der Außenseiter führte völlig überraschend mit 6:3.
Allmählich tauten die Nordlichter auf. Positiv wirkte sich auch der Einsatz von Matthias Hahn aus. Nur wenige Tage vor seinem 41. Geburtstag feierte er sein Bundesliga-Comeback und markierte beim 7:7 (20.) den ersten von insgesamt vier Treffern. Kent-Harry Andersson war offenbar ein kleiner „Überraschungs-Coup“ geglückt. Der Live-Ticker von Concordia Delitzsch vermeldete jedenfalls konsequent einen gewissen „Matthias Holm“ als munteren Schützen. „Matthias Hahn hat gezeigt“, fasste Thorsten Storm zusammen, „warum er früher einer der besten Kreisläufer der Welt war.“
Auch die ersten Minuten nach der Pause hielten die wackeren Gastgeber dagegen. Als Blazenko Lackovic eine Zeitstrafe wegen Meckerns absaß, glichen die Concorden erneut aus. Mit dem 14:14 (39.) hatte der „Spuk“ aber ein Ende. In den letzten 20 Minuten erhöhte die SG das Tempo, überlief den Gegner und verwöhnte die 40 mitgereisten Fans, die in Leipzig den Ton angaben, zumindest in der Schlussphase. Alle Akteure verzeichneten nun Spielanteile. Simon Friis mischte in den letzten 15 Minuten kräftig mit. Igor Kos war in der 54. Minute (18:28) sein Abschieds-Treffer vergönnt.

Dan Beutler kam in der zweiten Hälfte zu Ehren.

 

Concordia Delitzsch – SG Flensburg-Handewitt 22:32 (11:12)
Concordia Delitzsch: Vaskevivius, Fitilev – Andrä (3), Melzer (3), Voigt, Kurtchev (7/2), Streitenberger (2), Oehlrich, Göthel, Malzev (3), Bergelt (1), Göde (3), Pietzsch, Uematsu
SG Flensburg-Handewitt: Holpert, Beutler - Solberg (2), Lackovic (5), Nielsen (1), Friis (2), Sprem (2), Christiansen (8/2), Stryger (4), Lijewski (2), Boldsen (1), Kos (1), Hahn (4)
Schiedsrichter: Prang/ Reichl (Bergheim/ Köln); Zeitstrafen: 12:8 Minuten (Pietzsch 6, Streitenberger 2, Malzev 2, Andrä 2 - Lackovic 4, Lijewski 2, Boldsen 2); Rote Karte: Pietzsch (59., dritte Hinausstellung); Siebenmeter: 1/1:2/2; Zuschauer: 3211
Spielverlauf: 0:1 (4.), 2:3 (10.), 6:3 (14.), 6:6 (18.), 8:7 (21.), 8:10 (25.), 10:12 (30.) – 12:12 (33.), 14:14 (39.), 14:16 (40.), 15:21 (45.), 16:24 (48.), 17:27 (52.), 19:29 (55.), 21:30 (57.)

 

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28.12.2005 - Nach glanzlosem Pflichtsieg wieder der THW-Jäger Nr. 1 (Flensborg Avis; Marc Peetz)
26.12.2005 - Pflichtsieg in Delitzsch? (Homepage, Vorschau)