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Holger Schneider & "Faxe" Jörgensen: 15 SG-Jahre kehren zurück

Keine Frage: Ein Wetzlarer Duo ist auch ein Teil der SG-Geschichte. Während Trainer Holger Schneider zwischen 1992 und 1998 insgesamt 201 Mal (486/5 Tore) für die SG Flensburg-Handewitt aufgelaufen war, bestritt der dänische Linkshänder Jan Eiberg Jörgensen - kurz "Faxe" - zwischen 1992 und 2001 satte 318 Partien (1146/224 Tore) für den Klub von der Flensburger Förde. Heute wohnen beide mit ihren Familien keine 300 Meter entfernt voneinander - im hessischen Münchholzhausen. Der KONTER sprach mit den beiden Rückkehrern.

Holger Schneider, Jan Eiberg Jörgensen, seit Sommer habt ihr erstmals in eurer Karriere im Herzen von Deutschland, genauer gesagt bei der HSG D/M Wetzlar, angeheuert. Wie ist es dazu gekommen?
Holger Schneider: Ende des letzten Jahres hatte ich einige Anfragen aus der Bundesliga. Ich hatte fünf schöne Jahre in Schwerin, habe mich dann aber dafür entschieden mich zu verändern, in der Bundesliga zu trainieren. Die Wahl fiel auf Wetzlar.
"Faxe" Jörgensen: Ich hatte im Sommer beschlossen, weiter in Deutschland zu spielen. Als Wetzlar einen Linkshänder suchte, war die Möglichkeit gegeben. Es ist doch etwas ganz anderes als damals bei der SG, als ich die meiste Zeit in Dänemark wohnte. Meine Familie und ich fühlen uns aber im kleinen Dorf Münchholzhausen wohl.
Holger Schneider: Das lief schon kurios. Relativ kurzfristig entschied sich Umberto Brajkovic - seine Frau ist Spaniern -, nach Santander zu wechseln. Bei uns klaffte plötzlich eine Lücke auf der Linkshänder-Position. In dieser Situation ist mir "Faxe" eingefallen. Schließlich hatte er in Stralsund, wieder Lust am Handball bekommen, nachdem er seine Karriere schon beendet hatte. Faxe unterschrieb einen Zwei-Jahres-Vertrag und entpuppt sich bislang mehr als ein Ersatz. Schließlich kennt er die Liga sehr gut.

Holger Schneider (r.) freut sich auf das Wiedersehen mit alten Bekannten.

Wie läuft es zur Zeit beim neuen Klub? Der Blick auf die Tabelle sollte doch recht zufriedenstellend sein.
Holger Schneider: Besonders leicht ist es für uns aufgrund eines kleinen Kaders zwar nicht, aber wir haben die ersten fünf Heimspiele gewonnen und uns so eine gute Ausgangsbasis verschafft. Zuhause sind wir eine Macht. Das soll auch so bleiben, wenn wir im März in die neue, größere Wetzlar-Arena umziehen. Dort werden wir die letzten acht Heimpartien dieser Saison - darunter auch das Rückspiel gegen die SG - bestreiten. Die neue sportliche Heimat soll uns dabei helfen, uns Stück für Stück weiterzuentwickeln. Um diesen stetigen Prozess zu unterstützen, habe ich auch einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben. Langfristig soll es in höhere Tabellenregionen gehen.
"Faxe" Jörgensen: Zur Zeit läuft es wirklich nach Plan. Auch im Pokal sind wir noch im Rennen. Jetzt haben wir allerdings ein schweres Programm vor uns. Auswärts stehen die SG, Hamburg und Wallau an, zu Hause Göppingen und Kiel. Wir müssen versuchen, überall zu punkten - egal wie der Gegner heißt.

 

Welchen Stellenwert haben die vielen Jahre bei der SG Flensburg-Handewitt im Rückblick?
Holger Schneider: Die sechs Jahre bei der SG waren schon die schönsten meiner sportlichen Laufbahn. Mein Familie und ich haben uns in Flensburg sehr wohlgefühlt. Stück für Stück ging es mit der SG nach oben. Das absolute Highlight war der Gewinn des EHF-Cups 1997.
"Faxe" Jörgensen: Neun Jahre sind schon ein langer Abschnitt in meinem Leben. Ein besonderer Charakter wird immer erhalten bleiben. Nun verdiene ich mein Geld aber in Wetzlar und muss für meinen neuen Klub das Beste aufbieten.

Jan Eiberg "Faxe" Jörgensen.

"Faxe", wie ist es ausgerechnet in Wetzlar einen langjährigen Weggefährten aus der SG-Zeit wiederzutreffen?
"Faxe" Jörgensen: Das ist natürlich eine nette Geschichte, aber nicht mit früher zu vergleichen. Früher waren wir beide Spieler, jetzt ist es das Verhältnis zwischen Trainer und Spieler. Bislang sind wir aber beide mit der neuen Konstellation zufrieden.

Hat das Spiel in der Flensburger Campushalle für euch einen besonderen Stellenwert?
Holger Schneider: Es ist immer etwas Besonderes, an eine Stätte zurückzukehren, wo man eine schöne Zeit verbracht hat. Allerdings erlebe ich in der Campushalle meine Premiere. Sowohl als Spieler wie als Trainer war ich noch nicht in der neuen "Hölle Nord". Wir wollen uns gegen den Deutschen Meister natürlich möglichst gut aus der Affäre ziehen.
"Faxe" Jörgensen: Das wird bestimmt ein sehr schönes Spiel. Ich kenne allerdings schon die Atmosphäre in der Campushalle. Im Februar war ich schon mit Stralsund hier.


Gibt es irgendjemanden, den ihr besonders gerne  in der Campushalle wiedersehen möchte?
Holger Schneider: Es gibt viele, viele Freunde. Am meisten freue ich mich aber auf Holpi. Mit ihm wird es sicherlich einen kleinen Schnack am Rande geben.
"Faxe" Jörgensen: Also, Holpi möchte ich auch gerne wiedertreffen. Natürlich auch Lars Christiansen, mit dem ich immerhin fünf Jahre zusammengespielt habe. Insgesamt hat sich die Mannschaft aber schon sehr verändert. Ohnehin wird nicht viel Zeit sein, um mit den alten Bekannten zu plaudern. Schließlich fahren wir schon bald nach dem Abpfiff zurück nach Hessen.

"Faxe" Jörgensen, Holger Schneider - vielen Dank für dieses informative Interview.