Das letzte Heimspiel der SG Flensburg-Handewitt war wieder weit mehr als 60 Handball-Minuten. Die dritte Halbzeit wurde emotional, wurden doch vier Spieler verabschiedet. Kevin Møller und Johannes Golla wurden sogar in die „Hall of Fame“ aufgenommen.
Wie gewohnt bedankte sich die Mannschaft beim Publikum mit vierseitigem Beifall. Mit der Ehrung von Johannes Golla durch das „Flensburg Journal“ als SG Handballer des Jahres begann der Gala-Abschluss. Das Licht ging aus. „Auf in den Kampf“ erklang. Zunächst kehrten nur Lukas Jørgensen und Adin Faljić zurück. Der Bosnier hatte gegen Eisenach nochmals einen großen Einsatz gezeigt. „Ich habe jeden Tag in diesem Verein genossen“, sagte er. Auf Deutsch ergänzte er: „Wir werden uns wieder sehen.“ Jeder der scheidenden Spieler wurde mit schönen Worten und sehenswerten Video-Clips bedacht. Man sah noch einmal, wie Lukas Jørgensen auf dem Südermarkt feierte. Der Däne geht als Top-Kreisläufer und doppelter Sieger im EHF European Cup in die Vereinshistorie ein. „Ich habe mir meinen Abschied anders vorgestellt“, sagte Lukas Jørgensen, der seit Januar an einem Kreuzbandriss laboriert. „Ich bedanke mich für die Unterstützung in den letzten Monaten, der Zusammenhalt in diesem Verein ist beeindruckend. Ich werde immer ein bisschen SG Flensburg-Handewitt bleiben.“
Große Ehre für Johannes Golla und Kevin Møller
Für die beiden anderen scheidenden Spieler, die nacheinander aus dem dunklen Tunnel schritten, stand die Mannschaft im Spalier. „Da ist ein junger Spieler, der wird mal richtig gut, und den müsst ihr holen“, blickte SG Präsident Dierk Schmäschke auf die Phase zurück, als Johannes Golla verpflichtet werden sollte. Das ist über acht Jahre her. Der langjährige Kapitän kramte einen Zettel hervor. Der Abschied fiel ihm nicht leicht. „In Flensburg haben wir uns immer willkommen gefühlt, in Flensburg haben wir nun unsere besten Freunde“, sagte Johannes Golla mit dankbaren Worten. Mit seiner Ehefrau und zwei in Flensburg geborenen Kindern geht es nun nach Nordhessen. Mit Blick zu den Fans schloss er: „In dieser Halle habe ich mich auf jedes Heimspiel gefreut, es gibt so viele unvergessliche Momente.“ Mit Kevin Møller ging es nahtlos weiter. „Es gibt kaum einen Spieler, der so schnell die Herzen von Fans und Sponsoren gewonnen hat“, bemerkte der Beiratsvorsitzende Boy Meesenburg. Der Torwart betonte die menschliche Seite: „Die vielen Beziehungen zur Mannschaft, zur Geschäftsstelle, zum Medical Team und zum Umfeld sind das, was ich am meisten vermissen werde.“ Kevin Møller betonte nochmals seinen Stolz, neun Jahre lang für seinen Herzensverein gespielt zu haben: „Dieses Trikot möchte ich gar nicht ausziehen.“ Mit den Fans skandierte er: „Einmal Flensburg, immer Flensburg!“ Johannes Golla und Kevin Møller drückten gemeinsam einen Buzzer: Die SG hatte in diesem Moment zwei weitere Vereinslegenden.







