Mit 22 Jahren hat er noch große Teile seiner Handball-Karriere vor sich, Marko Grgić hat aber schon viel erreicht. Als Torschützenkönig der DAIKIN HBL wechselte das Rückraumass im Sommer vom ThSV Eisenach zur SG Flensburg-Handewitt und erarbeitete sich schnell einen festen Platz im Teamgefüge. Jetzt steht Marko Grgić bereits vor seinem dritten großen Turnier mit der DHB-Auswahl.
Marko, du kommst aus einer echten Handball-Familie. Hat es eigentlich eine Zeit gegeben, in der Handball für dich keine Rolle spielte? Wann hast du angefangen, selbst Handball zu spielen?
Marko Grgić: Ich kann ganz klar behaupten, dass es nie eine Zeit gegeben hat, in der Handball keine Rolle gespielt hat. Schon als ich klein war, war ich mit einem Ball auf dem Spielfeld unterwegs. Handball war von Anfang an ein großer Teil in meinem Leben.
Wie ist es heute, wenn ihr euch in der Familie trifft: Wie viel spricht ihr dann über Handball?
Marko Grgić: Wenig, denn wir versuchen, die wenige Zeit für uns zu nutzen. Wir leben nun alle weit auseinander. Und da ist Handball nicht das Wichtigste, wenn wir mal zusammenkommen.
Dein Vater Danijel ist derzeit Co-Trainer beim TVB Stuttgart. Bist du über diesen Klub besser informiert als über andere Bundesligisten?
Marko Grgić: Ich bin natürlich interessiert, was sich dort tut. Ich verfolge die Spiele – mehr als bei anderen Vereinen. Ich bin aber gewiss kein Kenner der Vereinsgeschichte.
Mit der SG hattest du ja schon das Heimspiel und die Pokalpartie gegen Stuttgart. Wie nimmt man seinen Vater wahr, wenn der auf der Bank des Gegners sitzt?
Marko Grgić: Beim Pokalspiel war es etwas anders, da wir schon am zweiten Spieltag in der DAIKIN HBL diese besondere Konstellation hatten. Vor und nach dem Spiel sieht man sich, in den 60 Minuten blendet man das Private aus. Dann ist man so voll mit Adrenalin, dass man gar nicht wahrnimmt, wer auf der anderen Trainerbank sitzt.
Zu deinem Stammverein: Hat die HG Saarlouis eine gute Jugendarbeit?
Marko Grgić: Auch wenn es sich nicht um ein Nachwuchsleistungszentrum handelt, hat der Klub gute Strukturen. Es gibt eine Drittliga-Halle, in der schon die Jugendmannschaften spielen und trainieren können. Jetzt haben sie neue Führungskräfte gewonnen, um den Standort noch attraktiver und leistungsorientierter zu machen. Saarlouis war schon gut dabei, jetzt sind sie auf einem richtig guten Weg.
Wie hast du als Jugendlicher den großen Handball verfolgt, also Nationalmannschaft und Bundesliga?
Marko Grgić: Eigentlich so wie jeder junge Handballer. Wenn man selbst kein Jugendspiel im Plan hatte, schaute ich gerne meinen Sport: die Nationalmannschaft im Free-TV und die Liga-Spiele im Pay-TV. Damals war ich Fan vom THW Kiel. Mich hatte sehr beeindruckt, dass sie so viel gewonnen und alles auf den Erfolg ausgerichtet haben. Mit meinem eigenen Schritt in die Bundesliga war das Fan-Sein natürlich vorbei.


