Die SG Flensburg-Handewitt hat das Endspiel der Winamax EHF Finals verpasst. Im Halbfinale unterlag sie der MT Melsungen mit 30:37 (14:15). Am morgigen Sonntag spielt die SG um 15 Uhr um Platz drei gegen Montpellier HB.
„Alle in Blau nach Hamburg!“ So lautete das Motto im imposanten SG Block. Bei Anpfiff wussten alle bereits, dass der Finaleinzug mit dem 117. Landesderby verbunden gewesen wäre. Der THW Kiel hatte zuvor Montpellier HB knapp mit 29:28 bezwungen. Das Halbfinale begann allerdings nicht so gut. Zunächst dauerte es fast vier Minuten, bis Emil Jakobsen den Bann brach. Dann wurde Johannes Golla am Kopf behandelt, kehrte aber zum Glück rasch mit einem blau-weißen „Turban“ zurück. Zwar erzielte Simon Pytlick das 4:3, der erste Führungstreffer hatte allerdings keine befreiende Wirkung. Ein 0:5-Negativlauf brachte die SG arg ins Hintertreffen. Vom schlechten Start ließ sich die SG allerdings nicht verunsichern. Die Aktionen wurden konsequenter. Gefährlich war die SG stets über ihren Außen. Domen Novak verkürzte auf 9:10. Emil Jakobsen zeigte einen tollen Heber und besorgte per Siebenmeter den 13:13-Ausgleich. Es war nun ein echter Pokal-Fight auf Augenhöhe – mit vielen Emotionen auf dem Spielfeld und auf den Rängen.
Kein Rezept gegen den MT-Angriff
Mit einem minimalen Rückstand ging es in die zweite Hälfte – und mit viel Tempo. Die Offensivreihen erwischten einen guten Wiederbeginn. Im SG Block erklang vielstimmiger Gesang: „Ole, ole, SG-W!“ Die erste Torwart-Parade des zweiten Durchgangs verzeichnete die MT Melsungen, die plötzlich mit 21:18 führte. Als die Nordhessen kurz darauf auf 24:20 erhöhten, trommelte Aleš Pajović seine Jungs in einem Team-Timeout zusammen. „Wir haben viel versucht gegen das Sieben-gegen-Sechs von Melsungen, aber die MT hatte immer Antworten“, sagte der SG Coach später. „Wenn man alles probiert, aber nichts zum Erfolg führt, wird man immer nervöser.“ In der Deckung fehlte einfach die Stabilität. Der Gegner traf fast nach Belieben. Als sich vorne Fehler einschlichen, Emil Jakobsen zwei Siebenmeter ausließ und sich abzeichnete, dass Melsungen das Torwart-Duell gewinnen würde, nahm das sportliche Schicksal seinen Lauf. Nach dem 22:29 sorgten eine 5:1-Formation und ein paar gute Aktionen von Benjamin Burić für ein Zwischenhoch, aber für keine Wende. Der Traum vom Titel-Hattrick zerplatzte. „Wir haben morgen eine schwere mentale Aufgabe, wir wollen aber unbedingt Dritter werden“, sagte Simon Pytlick.




