Nicolej, wie fällt die Bilanz der letzten Saison aus?
Nicolej Krickau: Wir hatten einen guten Lauf in der EHF European League, die vom Wochenende in Hamburg gekrönt wurde. Grundsätzlich zufrieden bin ich mit der Entwicklung vieler Spieler. 18 Minuspunkte in der Bundesliga sind aber zu viel. Da brauchen wir zukünftig eine größere Kontinuität. Die Vorrausetzungen dafür werden in der nächsten Saison aber auch besser sein, wenn wir auf eine weitgehend eingespielte Mannschaft setzen können.
Was waren für dich die Höhepunkte der Saison?
Nicolej Krickau: Der knappe Sieg gegen den THW Kiel mit einem Tor in letzter Sekunde war ein emotionaler Höhepunkt. Auch die Auswärtsleistung in Gummersbach habe ich in sehr guter Erinnerung, da wir gerade im Herbst einige Schwierigkeiten bei Auswärtsspielen hatten. Das Wochenende von Hamburg war aber am schönsten. Die Kooperation mit den Fans, die taktische Umsetzung und die Mentalität – beim Europapokal-Sieg hat einfach alles geklappt.
Und ein Tiefpunkt?
Nicolej Krickau: Der emotionale und mentale Tiefpunkt war die Niederlage im Pokal-Halbfinale gegen Melsungen. Es war nicht die größte Leistungsdelle, da Melsungen an diesem Tag überragend gespielt hat. Von der Leistung war ich am meisten bei unserer Niederlage in Stuttgart enttäuscht. Auf diesem Niveau kann man nicht Abwehr spielen. Das war ein schlechtes Erlebnis, aber vielleicht auch ein wichtiges.
Wie wichtig ist der Erfolg in der EHF European League für die Zukunft?
Nicolej Krickau: Das wissen wir noch nicht. Normaler Weise ist es für eine Mannschaft wichtig, das Gefühl zu haben, dass man etwas gewinnen kann. Wir wissen nun, dass wir an einem Wochenende gegen so starke Teams wie Bukarest oder Berlin bestehen können. Vorher hatte ich bei einigen einen Halbfinal-Komplex wahrgenommen. Der erste Titel ist oft der Anfang für mehr. Vielleicht gibt dieser Titel auch etwas Ruhe für das Umfeld.

