2001 gab es noch den Europacup der Pokalsieger, der nicht mit einem Final Four sondern mit einem „doppelten“ Endspiel endete. Die „Hölle Nord“ residierte damals noch in der Fördehalle, wo die SG Flensburg-Handewitt gegen Ademar León ein 32:25 vorlegte. Es folgte vom 27. bis zum 29. April 2001 eine dreitägige Tour nach Spanien. Einige Impressionen von vor 25 Jahren.
Charter-Reise. Die SG Geschäftsführung hatte sich für eine dreitägige Charterreise entschieden. Am 27. April ging es von Sonderborg nach Leon, zwei Tage später zurück. Allerdings nicht auf dem kürzesten Weg: Der Luftkorridor über Frankreich blieb auf dem Hinflug für die SG Familie geschlossen. Über den Wolken war zu viel los. Während des gesamten Fluges befanden sich Jan Fegter, Jan Holpert, Matthias Hahn und Andreas Thiel bereits im Wettkampf-Modus. Dieses Spieler-Quartett spielte unermüdlich Doppelkopf.
Himmlische Hölle. Die Presse berichtete über den Einsatz von Trommeln und der Ausgabe von 1000 Holzrasseln an die Zuschauer inLeón – unter der Schlagzeile „Eine himmlische Hölle“. SG Trainer Erik Veje Rasmussen beunruhigte das nicht: „Schlimmer als Lärm kann es nicht sein.“ Dann wurde das Endspiel zu einem Hochsicherheits-Ereignis erklärt. Die Politik befürchtete das Erscheinen von deutschen Hooligans.
Die Unterkunft. In der Innenstadt von León übernachteten Mannschaft, Trainer, Geschäftsführer und Betreuer im „Conde Luna“, die Sponsoren und Pressevertreter nur wenige hundert Meter weiter im „Alfonso V“.
Wackere Fans. Ein Bus mit 40 wackeren Fans war insgesamt vier Tage unterwegs und traf fast 24 Stunden vor Anpfiff in Spanien ein. Die Busfahrer Jens Matthiesen und Holger Jessen durften die Autobahnen Frankreichs benutzen. Absperrungen gab es allerdings in der Halle. Der Fan-Block war von Polizeikräften umringt.
Vor dem Spiel. Am Vormittag waren die SG Handballer ein letztes Mal mit einer Video-Analyse beschäftigt. Zu Mittag gab es Pasta. Dann spazierten die SG Akteure durch die Altstadt von León und besichtigten die große Kathedrale. Anwurf im „Palacio de Deportes“ war um 16.10 Uhr.
Die Stimmung. Ein Pfeifkonzert empfing die Gäste. Die heimischen Zuschauer schwenkten unzählige kleine Fahnen. Auf der Haupttribüne wurden 3000 Papp-Tafeln hochgehalten, die den Schriftzug „León“ ergaben. Ein Konfettiregen prasselte auf das Spielfeld nieder. Die Stimmung kochte immer weiter hoch, weil Ademar León schnell den Rückstand verkürzte.
Das Spiel. Zur Pause lag die SG wieder gut im Rennen, erlitt dann aber eine Schwächephase. Bald hieß es 13:19 – nun zählte jedes Tor. Es war offensichtlich, dass sich der SG Angriff ungemein schwer tat gegen die kompakte Ademar-Deckung.
Dramatische Entscheidung. Kurz vor Schluss führten die Hausherren mit 24:18. Ihnen fehlte nur ein einziger Treffer zum Titel. Stefan Schröder sah nach einer „Notbremse“ gegen Carlos Lima die rote Karte. Es gab Siebenmeter für León. Alberto Entrerrios hatte es in der Hand. Doch Jan Holpert hielt mit dem „goldenen Fuß“. Die letzten Sekunden brachten seine Kollegen in Unterzahl über die Runden. Igor Lavrov erzielte sogar noch das 19:24. Dann bildete sich schnell eine Traube von jubelnden Spielern, Betreuern und Geschäftsführern.

