Wieder nicht verloren, aber auch nicht gewonnen: Die SG Flensburg-Handewitt trennte sich am Donnerstagabend vom TVB Stuttgart mit 29:29 (13:15). Die besten Torschützen bei der Heim-Premiere waren Marko Grgic (11/6), Kent Robin Tønnesen (5) und Lasse Møller (5).
Darauf hatte man 88 Tage gewartet. Endlich wieder öffnete die GP JOULE Arena ihre Türen, strömten die Fans auf die Ränge und zelebrierten in der verdunkelten „Hölle Nord“ die Namen ihrer Lieblinge. Und als das Spiel selbst 58 Sekunden jung war, brandete der erste große Jubel auf: Kent Robin Tønnesen hatte den ersten Heimtreffer der Saison erzielt. Auch Lasse Møller war sofort in Schwung und legte zwei Mal nach. Kevin Møller glänzte mit ersten Paraden, darunter ein gehaltener Siebenmeter. Simon Pytlick, der dritte im Rückraum-Bunde, machte den 4:0-Traumstart perfekt. Fröhliche Gesänge wanderten durch das Rund. Allerdings kippte sehr bald die Wurfeffizienz. Beim 6:6 hatte der mit vier Rückraumspielern operierende Gast aus Stuttgart zum 6:6 ausgeglichen. „Auf geht´s, Flensburg, kämpfen und siegen“, skandierte die Nordtribüne. Nach 20 Minuten allerdings der nächste Dämpfer: das 8:9, der erste Rückstand. Die SG hatte die Partie alles andere als im Griff und lag zur Pause mit 13:15 zurück.
Dramatik bis in die Schlussphase
Die zweite Hälfte begann mit Raunen und Stöhnen, dem orkanartiger Jubel folgte. Einen 3:0-Lauf schloss Johannes Golla mit einem Wurf aus der Distanz ab. 16:16! „Völlig losgelöst!“ Dem Stimmungshoch folgte wieder ein Tief. Stuttgart legte wieder vor, es blieb eine äußerst zittrige Angelegenheit. Beim 20:22 parierte Benjamin Buric einen Siebenmeter. Rückenwind kam von den Rängen, den das Team nur bedingt nutzen konnte. Kurz darauf hieß es 22:25. Vom Publikum gab es großartige Unterstützung. Alles zitterte mit der SG. Marko Grgic trat immer dominanter auf. Mit einem Doppelschlag stellte er den vielumjubelten 25:25-Ausgleich her. Nervenstark verwandelte er auch einen Siebenmeter zum 29:28. Die SG schien doch noch auf die Siegesstraße einzubiegen. Ein Fehlwurf von Lasse Møller und eine als Stürmerfoul geahndete Aktion von Marko Grgic beendeten die letzten beiden Angriffe. Der TVB machte es in der Schlussphase besser und hatte die letzten Sekunden sogar den Ball. Zum Glück hielt die Abwehr. Freude wollte aber nicht aufkommen, es feierte der Gast.





