Einen Tag nach dem letzten Saison-Spiel führte die Redaktion mit Aleš Pajović ein Interview. Der Coach der SG Flensburg-Handewitt zog eine Saison-Bilanz und blickte auch schon etwas nach vorne.
Pajo, welche Gedanken gehen einem Trainer durch den Kopf, wenn der letzte Abpfiff einer Saison ertönt ist? Erleichterung? Oder Leere?
Aleš Pajović: Da ist dann schon Vorfreude auf Urlaub. Die Saison war lang, hatte sehr viele Spiele und auch ihre Turbulenzen. Am Ende waren die Körper und auch die Köpfe leer.
Die SG hat in der DAIKIN HBL und in der EHF European League jeweils Bronze geholt. Wie bewertest du diese Saison?
Aleš Pajović: Insgesamt bin ich zufrieden, mit einigen Ergebnissen aber unzufrieden. Wir haben einige der von Mannschaft und Verein gesetzten Ziele erreicht, andere nicht. Wir haben in der Entwicklung in jedem Fall ein paar Schritte nach vorne gemacht. Wir hatten eine gute Chance, uns für die EHF Champions League zu qualifizieren. Nach dem Spiel in Magdeburg war die Mannschaft in Stuttgart physisch und psychisch leer. Und dann noch Melsungen. Die drei Niederlagen in zehn Tagen taten richtig weh. Der dritte Platz ist andererseits ein Erfolg, da wir ihn mit fünf neuen Spielern und trotz einiger Verletzungen erreicht haben. Und es gibt noch Potenzial für mehr.
Vor der Saion hattest du den SC Magdeburg zum Titelfavoriten erkoren. Du hast Recht gehabt…
Aleš Pajović: Die Magdeburger waren schon die letzten Jahre sehr dominant. Als sie im April im DHB-Pokal unerwartet schlecht abschnitten, dachte manch einer, dass sie nun nachlassen würden. Sie haben dann aber bestätigt, dass sie eine absolute Top-Mannschaft in Europa sind. Wir sind noch nicht auf diesem Niveau, arbeiten aber daran.
Welcher Spieler machte dir in der abgelaufenen Saison am meisten Freude?
Aleš Pajović: Die Stimmung in der gesamten Mannschaft hat sich gut entwickelt. Als ich im Februar 2025 zur SG gekommen war, war das noch ganz anders. Die Mannschaft kämpft gemeinsam auf dem Spielfeld – und hat auch Spaß. Nur so kann man erfolgreich sein. Wenn ich einen Spieler herausgreifen soll, würde ich Marko Grgić nennen. Er hat gezeigt, dass er einer der Besten auf seiner Position werden kann. Besonders im Herbst hatte Marko viel Verantwortung übernehmen müssen, da er und Simon Pytlick auf zwei Rückraum-Positionen auf sich alleingestellt waren.
Mit welchem Mannschaftssteil bist du mehr zufrieden: Mit der Abwehr oder mit dem Angriff?
Aleš Pajović: Mit dem Angriff. Wir haben einen schnellen Handball mit vielen Gegenstößen gespielt. Mit der Abwehr mussten wir insgesamt mehr arbeiten.

