Es sind ereignisreiche Monate für Lasse Møller. In der Hinrunde zeigte er starke Leistungen für die SG Flensburg-Handewitt, dann musste er sich von einer Verletzung zurückkämpfen und absolvierte seine erste Europameisterschaft für Dänemark. In den letzten Wochen stand für das Rückraumass wieder die SG im Fokus. Der KONTER sprach mit ihm.
Lasse, mit der SG hast du ja schon zwei Titel-Partys erlebt. Was war nach dem EM-Erfolg bei der dänischen Nationalmannschaft anders?
Lasse Møller: Wirklich anders war es eigentlich nicht. Bei der SG wie bei der dänischen Nationalmannschaft wird ausgiebig gefeiert. Jetzt war es in Kopenhagen im Rathaus kurzzeitig etwas offizieller, aber sonst ging es genauso rund wie auch bei der SG. Ein Unterschied, der emotional aber kaum ins Gewicht fällt: Der Anlauf zur Europameisterschaft war etwas komprimierter, während der Gewinn der EHF European League das Ergebnis einer langen Reise und der Arbeit einer ganzen Saison ist.
Wie lange hast du den Sieg in der Europameisterschaft gefeiert?
Lasse Møller: So bis drei oder vier Uhr in der Früh – und das an zwei Tagen in Folge. Den ersten Abend waren wir in Herning. Dann fuhren wir nach Kopenhagen, wo es im Rathaus und auf dem Balkon weiterging. Danach schlief ich ein paar Stunden und fuhr dann nach Flensburg zu meiner Familie.
Bei der Weltmeisterschaft 2023 warst du die ersten Spiele dabei, dann hast du dich verletzt. Jetzt warst du durchgängig dabei. Wie war es für dich, alle zwei Tage ein Spiel vor der Brust zu haben?
Lasse Møller: Es ist ein harter Rhythmus für die Spieler, die fast immer viel spielen müssen. Für mich war es eher eine schwierige Balance. Ich wusste immer, dass ich nicht anfangen und viel auf der Bank sitzen würde. Ich musste aber auch immer bereit sein, im Fall der Fälle sofort bei 100 Prozent zu sein. Außerdem musste es für mich darum gehen, für die Zeit ab Februar im Rhythmus zu bleiben.
Was macht ein Spieler eigentlich am Tag zwischen den Spielen?
Lasse Møller: Bei mir war es so, dass meine Frau während des Turniers mit unserer kleinen Tochter bei ihrer Familie in Holstebro war. Die beiden kamen dann zwischen den Spieltagen ins Hotel, sodass wir uns häufiger sehen konnten. Ich gehörte zu den Spielern, die weniger spielten und deshalb häufiger trainieren mussten. Sonst war eigentlich nicht viel los, die Tage und die gesamte Zeit ging dennoch so schnell vorbei. Das Zimmer teilte ich mir mit Niclas Kirkeløkke. Wir verstehen uns richtig gut. Es gab Tischtennis und Brettspiele. Und in einem Raum liefen immer die anderen Handball-Spiele. Man verfolgte immer, was die anderen machten, aber im Fokus blieben immer die eigenen Spiele.


