Zum 50. Mal seit 1984 stehen sich am Donnerstag die SG Flensburg-Handewitt und die Füchse Berlin gegenüber. Zwei Punkte gegen den amtierenden deutschen Meister wären natürlich Gold wert. Anwurf in der GP JOULE Arena ist um 19 Uhr.
Der 8. Juni brachte die Krönung der Vereinsgeschichte: Mit einem Auswärtssieg in Mannheim sicherten sich die Füchse Berlin zum ersten Mal überhaupt die deutsche Meisterschaft. Einer wilden Kabinen-Party folgte eine glückselige Schiffstour auf der Spree. Der Wermutstropfen: Eine Wiederholung solcher Szenen durch eine Titelverteidigung erscheint im kommenden Frühling fraglich. Während die Handballer aus der Bundeshauptstadt in der EHF Champions League und im DHB-Pokal noch im Rennen liegen, ist laut eigener Aussage eine zweite Meisterschaft nach bereits drei Heimniederlagen in weite Ferne gerückt. Überhaupt ging es die letzten Wochen in Berlin turbulent zu: Nach nur zwei Spieltagen beurlaubten die Füchse ihren bisherigen Sportvorstand Stefan Kretzschmar und Trainer Jaron Siewert. Die Gesellschafter gaben für diese ungewöhnliche Personalie vorwiegend strategische Gründe an. „Ich habe die Entscheidungen zu treffen, die für den Verein die vermeintlich richtigen sind“, erklärte Geschäftsführer Bob Hanning. Trainer und Sportchef ist nun Nicolej Krickau. Der Däne hatte von Juli 2023 bis Anfang Dezember 2024 die Übungseinheiten der SG geleitet.
Der Kader samt einer Nachverpflichtung
Nicolej Krickau hatte neben dem sportlichen Betrieb gleich einige Personalien auf den Tisch. So gab Lasse Andersson bekannt, dass er nach dieser Saison zu HØJ Håndbold wechseln wird, wo der ehemalige Füchse-Kollege und HBL-Rekordtorschütze Hans Lindberg die Strippen zieht. Die Berliner präsentierten für die Lücke im Rückraum zunächst Frederik Simak (Lemgo) als Ersatz ab dem kommenden Sommer und verpflichteten dann SG Ass Simon Pytlick ab 2027. Im November erlitt Fabian Wiede einen Kreuzbandriss. Für ihn wurde Nejc Cehte geholt. Der slowenische Linkshänder kam in eine Mannschaft, die ohnehin schon mit vielen Klasseleuten besetzt war. Allen voran natürlich Welthandballer Mathias Gidsel. Der Däne verbindet wie kein anderer Handballer Tugenden wie Schnelligkeit, taktische Raffinesse, Körperbeherrschung und Zielgenauigkeit miteinander. Neben ihm agiert in dieser Saison hauptsächlich der ebenso sehr flinke Norweger Tobias Grøndahl. Der deutsche Nationalspieler Nils Lichtlein laborierte an Schulter-Problemen. Auf den Flügeln wirbeln derzeit hauptsächlich Hákun West av Teigum und Tim Freihöfer. Die Abwehr organisieren die Kreisläufer Mijajlo Marsenic und Max Darj. Dahinter stehen die Keeper Dejan Milosavljev und Lasse Ludwig.

