Es geht Schlag auf Schlag. Am Dienstag um 18.45 Uhr ist die SG Flensburg-Handewitt zum zweiten Mal in der Hauptrunde der EHF European League gefordert. In der GP JOULE Arena soll gegen Montpellier HB ein Heimsieg eingefahren werden.
Schon 13 Mal standen sich Montpellier HB und die SG in den letzten knapp 30 Jahren gegenüber. Sechs Mal ging es in Hin- und Rückspiel um ein Weiterkommen, einmal trafen sich beide Teams für ein Endspiel an neutraler Stätte. Das war am 25. Mai 2025 in Hamburg, als die SG den 17. Titel in ihrer Vereinsgeschichte feierte. Die Erinnerungen an den 32:25-Erfolg, der so souverän herausgespielt wurde, sind schön und frisch. Wenn die SG Anfang März gen Mittelmeer aufbricht, lautet das Ziel: „Sud de France Arena“. Das MHB-Management hat die Begegnung zum „Top-Spiel“ auserkoren und organisiert zum dritten Mal in dieser Saison ein Heimevent in der 9000 Zuschauer fassenden Spielstätte. Zwar liegt Montpellier derzeit in der französischen Liga nur auf Platz drei und geht ohne Zähler in die Hauptrunde der EHF European League, die Ambitionen sind dennoch groß. „Wir wollen den Coupe de France verteidigen, das Final Four in Hamburg erreichen und in der Liga bis zum Saisonende engagiert kämpfen“, verspricht MHB-Präsident Julien Deljarry.
Ein Umbruch in Südfrankreich
Mit der Champions Trophy, vergleichbar mit dem hiesigen Super Cup, konnte bereits ein kleiner Titel eingefahren werden. Zu erwarten war das nicht. Trainer Erick Mathé, der im Sommer 2024 die MHB-Legende Patrice Canayer abgelöst hatte, hatte einen enormen Umbruch zu verwalten. Um alle namhaften Abgänge aufzuzählen, bräuchte man fast alle Finger beider Hände. Ein konstantes Gesicht behielt nur die Torhüter-Position. Remi Desbonnet und Charles Bolzinger bilden seit Jahren ein Gespann im Verein und im Nationalteam. Brasiliens Top-Spieler Bryan Monte, die Mittelmänner Kylian Villeminot und Diego Simonet sowie Kapitän Valentin Porte bilden das bewährte Gerüst im Rückraum. Mehrmals blickte man für die Transfers über die Grenzen. Von der MT Melsungen lotste man den brasilianischen Kreisläufer Rogerio Moraes nach Südfrankreich. Vom RK Zagreb angelte sich MHB den großgewachsen Halblinken Zvonimir Srna. Als weitere Spielmacher-Variante wurde der Spanier Agustin Casado aus Veszprém angeworben. Der schwedische Linkshänder Jack Thurin spielte zuvor In Aalborg. Für den rechten Flügel bediente sich Montpellier in Paris und Chambery: Es kamen David Balaguer und Benjamin Richert. Auf dem linken Flügel wirbelt noch der Schwede Lucas Pelle. Drevy Paschal, der im Herbst mit St. Raphael in Flensburg seine Visitenkarte abgegeben hatte, unterzeichnete unlängst einen Zwei-Jahres-Vertrag.

