Zum ersten Mal seit über sechs Jahren hat die SG Flensburg-Handewitt bei FRISCH AUF! Göppingen gewonnen. Das knappe 33:32 (15:13) am Samstagabend eröffnete die Rückrunde der DAIKIN HBL. Die besten Torschützen der SG waren Emil Jakobsen (13/5) und Simon Pytlick (6).
Nicht auch das noch, mag der eine oder andere in der Anfangsphase gedacht haben. Bekanntlich war Kent Robin Tønnesen wegen einer Oberschenkel-Blessur zurück nach Flensburg gefahren, dann lag Vertreter Niclas Kirkeløkke nach einem erfolgreichen Torwurf am Boden und musste behandelt werden. Im Video-Beweis klärte sich die Situation auf: Ymir Örn Gislason hatte den Dänen im Gesicht getroffen und sah nach nur 2:45 Minuten die rote Karte. Der SG Linkshänder konnte zum Glück weitermachen. Die Göppinger mussten ihre Abwehr früh umstellen, kamen aber dennoch besser in die Partie. Die SG ließ zunächst zu viele Chancen aus und streute auch den einen oder anderen technischen Fehler ein. Nach zwölf Minuten lag die SG mit 3:7 zurück. So allmählich berappelte sich die SG. Simon Pytlick verkürzte auf 9:10. Er spielte nun im rechten Rückraum. Auch sonst nahm Aleš Pajović einige Wechsel vor. Lasse Møller, Lukas Jørgensen und Aksel Horgen mischten nun mit. Emil Jakobsen glich von der Siebenmeterlinie zum 11:11 aus. Kevin Møller hatte nun einige Erfolgserlebnisse und streckte eine Jubelgeste in Richtung der zahlreichen SG Fans. Diese hatten nun mehr Spaß am Spiel. Marko Grgić traf – und Lasse Møller sogar mit einem spektakulären Unterhandwurf. Einen technischen Fehler bestrafte die SG blitzschnell: Per Gegenstoß erzielte Emil Jakobsen die 15:13-Pausenführung.
Ein Spiel der Nerven
Mit viel Tempo und mehr Präzision kamen beide Teams aus der Kabine. Emil Jakobsen zielte aus spitzem Winkel genau, hatte wenige Sekunden später den Ball schon wieder in seinen Fängen und rannte zum 19:16. Ein Spaziergang war es allerdings weiterhin nicht. Die Göppinger kämpften sich mit der Unterstützung der „Hölle Süd“ zurück und glichen beim 22:22 aus. Kurz darauf drückte Aleš Pajović den Buzzer, um sein Team für die letzte Viertelstunde einzustimmen. Die Göppinger deckten nun sehr offensiv, wollten die Nordlichter so richtig stressen. Aber die hatten ja noch Benjamin Burić. Der ließ zunächst einen Siebenmeter durch, stoppte dann aber vier Würfe in Serie. Die SG führte mit 27:25. Zwei Minuten später waren die Gastgeber wieder da, und die SG musste in doppelter Unterzahl agieren. Sie musste zwei Rückstände verdauen, ehe Emil Jakobsen zum 30:29 antwortete. Es ging um die Kleinigkeiten, die entscheidenden Wimpernschläge und vielleicht auch um die besseren Nerven. Simon Pytlick schloss 24 Sekunden vor dem Ende humorlos zum 33:32 ab. Die SG deckte die letzten Sequenzen gut. Ein letzter Göppinger Verzweiflungswurf flog am Kasten vorbei. Der Jubel war groß, erstmals seit 2019 hatte die SG in Göppingen gewonnen.









